Zurückgeträumt (46/319)

Es zischt und dampft und tutet

To get a Google translation use this link.

 

Lokomotive

Auf einer Modellbahnanlage dampft sie dahin.
Für eine Weile wieder Junge sein und von der 1,5 m x 2,3 m TT-Eisenbahnplatte zuhause träumen.

 

Manche Freuden sind unerwartet und ziemlich klein. Gut, das da war weder Z noch N noch TT noch H0 – also doch nicht ganz so klein. Diese Anlage hat 45 mm Spurweite (Abstand zwischen den Innenkanten der Schienen) und gehört somit zur Spurweite I. Gesehen und gehört habe ich sie auf der Modellbahnausstellung im Salinemuseum hier in der Stadt. Ehrlich, ich stand eine geschlagene halbe Stunde daneben und habe den sechs Zügen zugesehen. Wie sie aus Tunneln herauskamen, an Signalen standen, Brücken über- und unterquerten, in Tunnel einfuhren. Die Dampflokomotiven dampfend, alle mit Geräusch fahrend. Sogar eine Schranke ging regelmäßig zu und wieder auf, wenn ein Zug daran vorbeifuhr.

Etwas für mich Neues habe ich auch gesehen. Eine Lok der Baureihe 50, hier ein Modell der DR 50 519 mit Kabinentender, fuhr mir noch nie vors Auge bzw. die Linse.

 

DR 50 519

Kabinentender – für mich völlig neu.
Da steht der Junge an der Modellbahnanlage und freut sich still.

 

Ach ja, wer mal wieder Junge sein möchte, der sollte den heutigen Tag noch nutzen und sich die 18 Anlagen von Z bis LGB ansehen.

 

Der Emil

Der Verfasser des Blogs schleicht davon und dankt für’s Lesen.

P.S.: Positiv am 14. Februar 2015 war die Faszination Eisenbahn.
 
Tageskarte 2015-02-15: Das As der Kelche.

© 2015 – Der Emil. Text & Bilder unter der Creative Commons 4.0 Unported Lizenz
CC by-nc-nd Website (Namensnennung, keine kommerzielle Verwertung, keine Veränderung).

Über Der Emil

Not normal. Interested in nearly everything. Wearing black. Listening. Looking. Reading. Writing. Clochard / life artist / Lebenskünstler.
Dieser Beitrag wurde unter Erlebtes, Gesehenes, One Post a Day, postaday2015 abgelegt und mit , , , , , , , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen für den Permalink.

0 Kommentare zu Zurückgeträumt (46/319)

  1. Sofasophia sagt:

    Ich mag Modelle, Miniaturen und so auch sehr. Das tät mir auch gefallen.

  2. Arabella sagt:

    Schön den Jungs beim träumen zuzusehen.

  3. Ulli sagt:

    Jetzt muss ich doch mal protestieren, was heisst hier, wer noch einmal Junge sein will- herrjeh, lieber Emil, das begleitet mich schon ein Leben lang, ich hätte soooo gerne eine Modelleisenbahn gehabt, durfte dann gnädigerweise ab und an mit der vom Cousin spielen und vom Bruder die Häuschen aufbauen … aber nun ja, ich war eben ein Mädchen und habe keine bekommen 🙁

    ausserdem bin ich an einem sehr kleinen Bahnhof gross geworden und was haben wir gemacht, als Gören: Loks geguckt, die Nummern aufgeschrieben, uns gefreut wie Bolle, wenn mal eine nortierte wieder vorbeikam und wir haben die Anhänger gezählt, der Schranke beim Läuten gelauscht … hach ja …

    • Der Emil sagt:

      Du, ich war da so sehr beim Träumen, so ganz bei mir und bei der alten, kleinen TT-Bahn — und dann hab ich eben noch nach den Informationen über die mir unbekannte Lok gesucht und war in der Jungs-Welt gefangen.

      Klar, Mädchen und Frauen dürfen auch … immer gerne 😉

  4. pantoufle sagt:

    Zurückgeträumt? Ach was! Nix zurück, sondern ausleben. Mit meinen über 50 Jahren hab ich das nie aufgegeben, dieses hineinträumen in selbstgebastelte Welten.
    Meine kleine Uhrmacherdrehbank, die Airbrushes von Harder&Steenbeck und Paasche, uralte Feinmechanikerzangen, die Farben, der Klebstoff und all die wertvollen Materialien, die sich da so ansammeln. »Kann das nicht langsam mal weg?« Ehefrauen verstehen nichts von richtigen »Wertstoffen«! Die haben eine völlig falsche Vorstellung des Begriffes Wertstoffsammlung!

    Fertig wird nur sehr selten etwas, aber darum geht es streng genommen auch gar nicht. Die Meditation, die Grübelei und das versunkene arbeiten an den kleinen Dingen ist ein Wert an sich. Dieses Detail dort sieht man am fertigen Modell später nicht? Nein, vielleicht nicht, aber ich weiß, daß es da ist.
    Die Ratio geht etwas früher ins Bett und die Phantasie hat einen freien Abend.
    Unbezahlbar!

    • Der Emil sagt:

      Ach Pantoufle, dann bist Du ja wirklich ein recht glücklicher Mann 😉

      Nein, die Bastelei hab ich nie so recht gemocht, aber das spielen und fahren und zusehen …

  5. Elvira sagt:

    Brio, TT, H0 und LGB, alles vorhanden in unseren Haushalten. Selbst der jüngste (4) würde am liebsten jeden Sonntag ins loxx (http://www.loxx-berlin.de). Im Sommer fährt er mit Familie in die Speicherstadt nach HH in die große Modellbahnausstellung. Meine Füße erinnern sich noch mit Schaudern an die Zeiten, in denen die Schienen der LGB in der ganzen Wohnung verteilt waren. Wenn ich nachts mal aufs Klo musste, barfuß, Auweia, das tat weh, wenn ich, müde wie ich dann war, eine Schiene übersah und rauftrat. Was für ein Spaß, wenn die Lok der Harzquerbahn dampfend durch die Wohnung fuhr. Ich hoffe sehr, dass Sohn 1 es doch irgendwann schafft, eine Anlage in seinen Garten zu integrieren. Oder eine kleinere Spur im Keller aufzubauen.

  6. Gudrun sagt:

    Als Kind habe ich mir im Zug die Nase an der Scheibe platt gedrückt in der Hoffnung, dass der Zug eine Kurve fahren muss und ich die Dampflock sehe wie sie ihre „Wolke“ hinterher zieht. Jetzt könnten wir den Enkeln erzählen, dass wir mit den Großen noch mitgefahren sind. 🙂

    • Der Emil sagt:

      Vor allem in Mecklenburg, Dampflok und dahinter noch Abteilwagen mit jeweils eigener Tür fürs Abteil … Oder auch von Aue nach Bockau und sogar nach Eibenstock fuhr ich mt den Großeltern noch mit der Eisenbahn …

  7. Jane Blond sagt:

    Bei uns gibt es die Museumlock, der deutschdänischen Museumsgesellschaft. Schwarz, groß, stinkend, aber auch nostalgisch schön. Die Tage haben sie sie wieder ausgemottet und das erste Mal dies Jahr auf die Schienen gelassen. Das (!) Zeichen, dass es Frühling wird 🙂
    In der Saison fährt das alte Dampfross quasi direkt bei mir am Haus vorbei, und tutet, und qualmt. Herrlich!

  8. Gabi sagt:

    Auch wenn ich mir diese Ausstellung angeschaut hätte, es wäre mir nie und nimmer gelungen nochmals Junge zu sein (oder wie man bei uns sagt „ein kleiner Bub“ oder „a klaner Bua). 🙂

Antworte auf den Kommentar von Ulli Antwort abbrechen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert