Es ist hoffentlich Schnee
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Im Schweigen sitze ich des Abends am Fenster; hinter mir flackern Kerzen, und ein Weihrauchkerzchen verströmt seinen wunderbaren Duft. Ich starre hinaus in die Dunkelheit, in der ich Schneeflocken tanzen sehen möchte. Aber am Glas zerspringen nur Wassertropfen.
Im Geheimen sehne ich mir eine Katze herbei. Der könnte ich das Fell kraulen und meine Seele von ihrem behaglichen Schnurren ebenfalls besänftigen lassen. Sie säße neben mir, auf der Decke, auf der ich meine Arme abstütze und die im Winter immer auf dem Fensterbrett liegt, um das Hereinströmen der kalten Luft etwas zu erschweren, und sähe mit halbgeschloßnen Lidern mit mir hinaus ins Dunkel.
Im Schweigen gehe ich irgendwann zu Bett. Die Pyramide dreht sich noch über den vier Teelichtern, doch sie läuft schon lang und bald werden die Flammen verlöschen. Mitten in der Nacht wieder wachwerdend erkenne ich nicht, ob die Gestalten in den wehenden weißen Gewändern, die an meinem Fenster vorbeijagen, wirklich nur große Schneeflocken sind. Aber genau das will ich glauben.
Im Halbschlaf summe ich das Schneeflöckchen-Weißröckchen-Lied. Ich ziehe die Decke bis über meine Nasenspitze und schlafe bald wieder tief und fest. Wer weiß, vielleicht träume ich ja heut Nacht wieder etwas, das mir im kommenden Jahr glücklicherweise geschehen wird.
Der Verfasser des Blogs schleicht davon und dankt für’s Lesen.
P.S.: Positiv am 26. Dezember 2014 waren der ruhige Morgen und der geschaffte Buchfink.
Tageskarte 2014-12-27: Die Vier der Münzen.
© 2014 – Der Emil. Text unter der Creative Commons 4.0 Unported Lizenz
(Namensnennung, keine kommerzielle Verwertung, keine Veränderung).


Ich mag es sehr, wie Du schreibst. Kann alles sehen. Sogar die kalte Luft spüren, die in der Decke hängen bleibt.
Danke,
Silvia
Oh! Ich habe zu danken für das Kompliment.
(Früher wurden zum Winter hin zweite Fenster in die Leibung gesetzt und wollene Dichtstreifen in die Ritzen gepreßt. Decken wurden hinengelegt in den Zwischenraum. Und morgens blühten Eisblumen an den Fensterscheiben …)
guten Morgen, lieber Emil, ja, es ist Morgen und ich sitze am Fenster, es wird heute nicht hell, weil ein schwerer Wolkenhimmel seine Schleusen geöffnet hat und tausende von winzigkleinen Schneeflocken auf uns herabrieseln lässt, Zentimeter für Zentimeter. Da werde ich mich nachher warm anziehen und schippen gehen und vielleicht kommen dann noch die Krähen vorbei, mich zu grüssen. Ansonsten ist es still …
Es klingt völlig bescheuert, ich weiß, aber: Ich würde gern mal wieder Scheeschippem, auch müssen.
verstehe ich … und ein bisschen hat was … allerdings hoffe ich jetzt doch, dass sich der Schneesturm beruhigen möge, zweimal schon habe ich heute alles freigeschippt und es schneit und stürmt was das zeug hält … wenn dann aber die Sonne rauskommt und das ist angesagt, freue ich mich auch wieder 🙂
Ja früher….und heute: die Realität holt uns ein. Die jaulende Katze sitzt schon morgens um 5 Uhr unter dem Fenster im Schneetreiben. und will herein gelassen werden. Die hat auch keinen Bock sich an den vielen Mäusen, die es in diesem Jahr gibt den Bauch voll zuschlagen draußen in der Kälte. Und in der Wohnung ist es auch noch kalt. Also muss ich raus in das Schnee treiben und Holz holen. Dabei weht Schnee unter den Morgenmantel und der hohe Schnee fällt von oben in die Schuhe. Ja die Rauhnächte…. Mein Enkel schläft auch um 6 Uhr nicht mehr und hält nichts davon mal barfuß durch den Schnee zu laufen um sich dann schnell wieder aufzuwärmen. Ich werde gleich ins Schwimmbad fahren und das 30 Grad warme Wasser genießen.
Es klingt für mich nach dem Leben, das ich gern (wieder) haben würde.
Und wenn ich es dann hätte, wäre ich vielleicht ztiemlich oft unzufrieden — nein, nicht unzufrieden, eher neidisch auf die, die alle die Bequemlichkeiten von Fernwärme und dazugehöriger Heißwasserversorgung genießen können.
Viel Spaß im Bad und am warmen selbstgeheizten Ofen.
Tja – die Illusionen, die der Schriftsteller erzeugt und auch dem Leser vermitteln möchte sind doch das, was das Leben erst so richtig schön macht. Leider sind im realen Leben die Umstände nicht immer so wie man es sich vorstellt. Die blöde Katze ist auch lieber bequem und frisst das Fleisch von Tieren (Massentierhaltungen) aus der Dose viel lieber. Danke für deine schriftstellerischen Illusionen
Ich weiss nicht, wie bei dir das Aufwachen war, aber hier war es wie im Märchen. Verschneit, ca. 30 cm Schnee, ruhig, still, schön – verträumt und richtig winterlich! Vermutlich hast Du den Schnee hergeträumt. Danke 🙂
Zumindest gibt es hier keinen Schnee. Nur etwas kälter ist’s gworden …
jaja, die Rauhnächte – ein ganz besondere Zeit außerhalb der Zeit. Ich wache auch über meine Träume und trau mir nicht, die Wäsche raus zu hängen ;)…
Wäsche raushängen (in manchen Gegenden nur weiße Wäsche) sollte in den Rauhnächten wirklich unterbeliben 😉
Warum das?
Weil sich die in den Rauhnächten unterwegs seiende Wilde Jagd (weil sie die weiße Wäsche nicht vom Schnee unterscheiden können, mancherorts) in dieser draußenhängenden Wäsche verfangen kann und dann das ganze Jahr über im Haushalt bleibt und Schaden anrichtet …
Mmmm. Ein bissel wilde Jagd mehr im Jahr ist aber auch nicht schlecht. 🙂 Das räumt auf.
Nein nein, DIE Wilde Jagd mag ich nicht habe. Ich werde genug gehetzt.
Emil bitte meinen Kommentar löschen wegen grauenhaftem Satzbau.
Grauenhafter Satzbau? Wo denn? 😉
(Ja, ich war so frei …)
Emil,
meine besten Wünsche und Gedanken sind mit dir.
Wünsche dir alles das, was deine Seele braucht um glückselig zu sein.
Segen!
M.M.
Vielen Dank und danke gleichfalls 😉
Schöne Träume und schöne Realitäten wünsch ich dir … und viele weitere Gedankenspiele. Und vor allem viel Schnee.
Kein Schnee? Wir haben welchen. Nicht viel, aber doch.
Ich würde ihn Dir gerne schicken. 🙂