Bittere Erkenntnis

Nach einem Besuch in der Gedenkstätte

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Im Rahmen des BFD finden immer wieder Seminare und Exkursionen statt, auf denen es etwas zu lernen gibt. Vom gestrigen Besuch der Gedenkstätte für Opfer der NS-“Euthanasie” (und hier auf Wikipedia) ziemlich erschüttert bringe ich einen Satz mit, von dem ich aber wirklich nicht sagen kann, ob er allgemeingültig ist:

 

 

Selbst verabscheuungswürdigste Handlungen verlieren für die Beteilgten ihren Schrecken, wenn sie für rechtmäßig erklärt und mit größtmöglicher “Normalität” sowie Routine begangen werden.

 

 

Nunja, vielleicht ist das auch nur in einer Psychiatrie so möglich (gewesen)…

 

Der Emil

Der Verfasser des Blogs schleicht davon und dankt für’s Lesen.

P.S.: Positiv am 9. Oktober 2014 waren die Art und Weise des Vortrags und der Moment, als ich aus dem Gebäude wieder herausgehen konnte.
 
Tageskarte 2014-10-10: Die Vier der Münzen.

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Über Der Emil

Not normal. Interested in nearly everything. Wearing black. Listening. Looking. Reading. Writing. Clochard / life artist / Lebenskünstler.
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0 Kommentare zu Bittere Erkenntnis

  1. Dieser Satz ist reinste Gehirnwäsche … WAHNSIN sage ich!
    Emil ich grüße dich und wünsche dir alles Gute!
    HERZ-lichst
    M.M.

    • Der Emil sagt:

      Was getan wurde, das war … Nein, es war keine Gehirnwäsche. Es war Normalität in diesem Haus in dieser Zeit. Und für alle drumherum wurde es harmlos erklärt.

  2. Amelie sagt:

    Bitter. Und man muss den Satz durchdenken. Aber ich befürchte …

    Ich bin sehr gern in Weimar. Oberhalb von Goethes Gartenhaus steht das Haus am Horn. Ein Musterhaus der Bauhäusler, modern und frei denkender Menschen. Und man hat von dort einen wunderbaren Blick auf … Buchenwalds Glockenturm.
    Haben die Weimarer das nie hinterfragt, was da passierte. Es gab doch auch Zivilbeschäftigte, die nach der Schicht nach Hause sind, ins Freie, so wie Du und ich nach getaner Arbeit bei Corax und im Mysterium.

    • Der Emil sagt:

      Wobei es gewaltige Unterschiede zwischen Buchenwald und Bernburg gab. Letzteres war nicht extra abgezäunt, ohne Stacheldraht, einfach ein Gebäude in einem psychiatrischen Krankenhaus, eine Art geschlossene Abteilung. Niemand sah, wieviele Menschen täglich hineintransportiert wurden, niemand sah jemals einen Patienten außerhalb des Hauses.

      Die Mitarbeiter, die sind ein ganz eigenes Kapitel. Ich mag nicht drüber schreiben, wer’s wissen will, soll selbst hingehen.

  3. Elvira sagt:

    Dieser Satz hat doch immer noch seine Berechtigung, oder? Aus welchem Grund sonst geschehen heute immer noch die scheußlichsten Verbrechen, bei den die meisten von uns sich fragen, wie das möglich sein kann. Das begegnet uns überall im täglichen Leben. Und das ist erschütternd!

    • Der Emil sagt:

      Es ist ein Satz, den ich gestern aufschrieb. Weil es so unfaßbar war und weil ich es doch nachvollziehen konnte.

      Eben auch, weil ich es im Jobcenter immer wieder erleben kann.

      Aber: Die beiden (Euthanasie und Jobcenter) sind ganz verschieden, nur das Funktionsprinzip ist gleich.

  4. Sofasophia sagt:

    leer schlucke ich. finde die worte nicht …

    • Der Emil sagt:

      Nach dem Besuch sagte ich noch, daß ich diese Forschungsarbeit, dieses Recherchieren und Zusammentragen all der Details nicht leisten könnte und wollte.

      Und mehr als diesen Satz kann ich auch jetzt, 24 Stunden später, noch nicht formulieren.

  5. Gudrun sagt:

    Und so hört man dann oft: „Ich habe doch nur meine Pflicht erfüllt.“ Es macht wirklich sprachlos.

  6. alltagsfreak sagt:

    Das Zitat ist widerwärtig! Unrecht muss wahrgenommen und bekämpft werden

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