Was gibt dem Leben Sinn?
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Nun, die zweite Überschrift zumindest ist … ist ein … ist das Zitat des aktuellen Titels von GEO WISSEN. Ja, er lockte mich, dieser Titel – diese Frage stelle ich mir ja selbst oft genug. Trotzdem ist beinahe alles folgende hyothetisch, nicht wirklich in dem Topf, wo es gekocht wird.
Das Heft liegt neben mir. Noch ungelesen – doch überflogen. Ein Artikel nennt sich “Schreiben Sie, dann löst sich alles.” Und Pilgern ist eines der Themen – eines, das mich überhaupt nicht betrifft, habe ich doch erst vor kurzer Zeit bemerkt, was mir gerade in jenem Moment wirklich gutgetan hätte: Mut, einfach loszugehen. Weit zu gehen, sehr weit, wochen-, vielleicht sogar monatelang. Der Wunsch ist da, die Phantasie ist stark, aber die Angst vor dem Ungewissen und der Unsicherheit ist größer und die Furcht vor dem Unverständnis der nächsten Menschen … Losgehen wäre egoistisch. Ich befürchte, es würde verstanden werden als mangelndes Interesse am gemeinsamen Leben, als Ablehnung der Beziehung, nein: der Person (wenn es wirklich Liebe wäre, würde ich sie nicht “verlassen” wollen für so lange Zeit).
Dabei wollte und will ich niemanden verlassen, nicht fliehen, nicht weglaufen.
Nur losgehen.
Suchen.
Etwas finden.
Jemanden finden.
Den/Das, der/was meinem Leben einen Sinn gibt.
Mich. Die Vereinigung beider Leben.
Auf Seite 81 (“Schreiben Sie …”) des Heftes steht hervorgehoben: «Jeder Mensch erfindet sich eine Geschichte, die er für sein Leben hält.» Und ich kann nur zustimmend nicken.
Alles nur Gedanken, keine Absichten, kein Plan, keine Sehnsucht.
Der Verfasser des Blogs schleicht davon und dankt für’s Lesen.
P.S.: Positiv am 28. Juli 2014 waren das Erwachen, die entdeckten Themen, ein Spätabendfilm (“Knowing”).
Tageskarte 2014-07-29: Die Zwei der Schwerter.
© 2014 – Der Emil. Text unter der Creative Commons 3.0 Unported Lizenz
(Namensnennung, keine kommerzielle Verwertung, keine Veränderung).


Hmm. Das mit der Erfindung des eigenen Lebens klingt plausibel. Somit hat man auch große Gestaltungsmöglichkeiten, wenn man nicht erstarrt. Der Körper folgt letztlich der Idee, die der Geist produziert. Aber da sind leider ein paar Hürden und der Geist muss sich anpassen. Vielleicht ist es ja ein Hin und Her, ein stetiges Abgleichen der Idee, die man von sich selbst hat mit den physischen Bedingungen, denen der Körper ausgesetzt ist.
Hin und Her … so ein zickzackkurs … Warum nicht einfach geradlinig draufzu?
«Jeder Mensch erfindet sich eine Geschichte, die er für sein Leben hält.»
Ist es wirklich so? Der Satz wird mich nicht so schnell loslassen. Das ahne ich jetzt schon.
Der Emil und F. Manthey haben beide ganz, ganz heftig genickt. 😉
Okay :o))
Das Heft scheint was für unsereins zu sein. Fein. Besonders der Artikel über das Schreiben würde mich interessieren.
Meine Pilger/Wanderwünsche habe ich oft mit Büchern „erledigt“, Bücher von Andreas Altmann oder Wolfgang Büscher, hier besonders „Berlin-Moskau“. Unvergessliches Leseerlebnis!
Pilgern per Buch … Mir fehlt das tatrsächliche Gehen …
(Im Schreiben-Artikel geht es um autobiograisches Schreiben …)
Pilgern würden wir gerne mal, das steht auf unserer Wunschliste ganz oben. Ich persönlich hätte nur Angst vor meiner mangelnden Kondition.
Ich habe ja vieles nachzuholen, die gründe sind verschieden, so z.B. auch Filme anschauen, bei denen alle anderen nur gähnen … so habe ich gerade den Sinn des Lebens von Monthy Python angeschaut und mich köstlich amüsiert …
aber du sagst es ja selbst, der Sinn des Lebens ist der, den wir dem Leben geben …
was nun deinen Wunsch betrifft einfach mal das Ränzel zu schüren und loszulaufen, da denke ich, dass dies eine Beziehung doch aushalten muss … sicherlich, eure ist noch jung, aber es bringt nix, wenn man sich mit dem, was man sich von Herzen wünscht, zurücknimmt, das wirkt sich auf Dauer dann auf ungute Weise auch auf eine Beziehung aus- und man kann ja reden …
dass man bei solch einem Vorhaben auch mit Ängsten zu tun hat, ist für mich klar, immer, wenn wir etwas angehen, was wir nicht kennen tauchen sie auf, sie möchten gesehen werden und dann geht aber trotzdem los … Ängste sind Wegweiser, sie haben etwas zu erzählen, aber sie sind nicht dafür da uns abzuhalten … angstfreie Menschen sind mir eher suspekt!
mutmachende Grüsse
Ulli
ach emil, wenn der partner alleine pilgern/wandern geht, muss das nicht als mangel an liebe verstanden werden. in unserm fall hat es die beziehung vertieft. liebe lässt los. immer.
zum geo: das klingt spannend, muss ich mir besorgen! danke für den tipp!
noch was: das wandern/pilgern hat bei mir endlich kopf und herz und bauch synchronisiert. und die kondition wächst beim gehen. ab dem vierten tag wirds leichter. 🙂
Vor der körperlichen Belastung scheue ich nicht zurück. Es ist die (finanzielle) Unsicherheit, die Ungewißheit des Klos (jaja, ich weiß, ein Luxusproblem) usw. usf. und erst ganz, ganz, ganz am Ende das Beziehungsding.
Weglaufen ist damit auch nicht gemeint.
Aber jeden Tag ein paar Kilometer, die könnten deinen Kopf frei machen.
Wenn jeder Mensch eine Geschichte erfindet, die er für sein Leben hält, dann frag ich mich, warum ich mir für mich keine Positivere einfallen hab lassen.
Mit dieser Frage stehst Du nicht alleine da …
Kann ich mir vorstellen.
Wobei „erfinden“ … Es ist eher die Selektion dessen, was ich erinnere, die meine Geschichte, mein Leben ausmacht …
Ich reise ja sehr gerne, insbesondere zu Fuß oder per Rad. Und auch oft. Man könnte sagen, ich bin routiniert. Aber vor jedem Loslaufen oder -radeln bin ich unheimlich nervös.
Andere Sache: ist es überhaupt etwas für einen, das derart durch die Welt gondeln und dabei Kraft schöpfen? Vor vielen Jahren habe ich darüber mit meinem Freund Paul debattiert, versuchte ihn zu überzeugen, dass eine Radreise für ihn genauso gemütserhellend sei, wie für mich. Er antwortete darauf nur, ich muss den Paul in mir finden.
Ich glaube, jeder muss den Paul in sich finden. Erkennen, was ihm gut tut und darauf hin streben. Was einen die Wanderschaft einzig leert, ist dieses rein körperlich spürbare Schritt-für-Schritt vorankommen, das man auf fast alle Lebensbereiche projizieren kann.
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