Otl Aicher

nicht-sinn aus ”die welt als entwurf“

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Weil es doch immerwieder um Sinn geht und ich ein Stück vorlas am Freitag:

 

 

die ästhetik des feinen mannes war immer die ästhetik des unpraktischen, des zweckenthobenen, des unmotivierten, des funktionslosen.

von der welt der zwecke und ordnungen hebt man sich nur ab durch unsinn, oder etwas bescheidener ausgedrückt,durch nicht-sinn, durch sinnlosigkeit.

das ist der grund, warum heute der funktionalismus verbal totgesagt ist. das sinnvolle, das zweckvolle, das nützliche, das vernünftige hat nichts zu suchen in der klasse der erhabenen. in ihr gilt das gegenteil. der manager, der direktor, der geschäftsführer und der vertreter weisen sich nur aus durch die demonstration der unvernunft, sei es in der kleidung, in der wohnung, beim auto oder sogar im denken. [Hervorhebung Der Emil]

Otl Aicher: die welt als entwurf. Seite 37.
© ernst & sohn, 1991. ISBN 3-433-02185-6

 

 

Die Erhabenen. Also z.B. auch die Kandesbunzlerin, die Minister, die Abgeordneten im Europaparlament und im Bundestag einschließlich aller Lobbyisten: Die bilden dann nicht die Gipfel der Sinnhaftigkeit, sondern die Schlaglöcher in der Ebene das allgegenwärtigen Sinnkontinuums?

Hm. Wieder etwas dazugelernt. Von Otl Aicher. Und von mir doch nicht ganz ernst gemeint.

 

Der Emil

Der Verfasser des Blogs schleicht davon und dankt für’s Lesen.

P.S.: Positiv am 14. Juni 2014 waren Nachrichten “aus einer anderen Welt”.
 
Tageskarte 2014-06-15: Die Zehn der Kelche.

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Über Der Emil

Not normal. Interested in nearly everything. Wearing black. Listening. Looking. Reading. Writing. Clochard / life artist / Lebenskünstler.
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0 Kommentare zu Otl Aicher

  1. ausgesucht sagt:

    Ist das nicht letzten Endes (auch) ein Phänomen der Wahrnehmung bzw. der subjektiven Wahrnehmungsschwelle? Irgendwie wird doch erwartet (und ist es ja auch rational), daß etwas gut funktioniert, wenn es gut strukturiert ist. Wird die Funktionalität noch erhöht, wird’s halt ’n Tick besser – mehr auch nicht. Aber das Quergestriegelte fällt auf und sorgt für Furore, zumindest wenn das Resultat annähernd brauchbar sein könnte. Und das befördert die „demonstration der unvernunft“ – auch bei Otl Aicher… 🙂

    • Der Emil sagt:

      Der Aufwand zur Erhöhung der Funktionalität (wie sie die Funktionalitätserhöhenden verstehen, nicht die Anwender!), steht in keinem zu rechtfertigenden Verhältnis zum Gewinn an Funktionalität ( wie sie die Anwender verstehen).

      Aber daß gerade mit Nicht-Sinn, Unsinn, Sinnlosigkeit sich hervorgetan werden muß, das ist es, weshalb ich wider den Stachel löckte. 😉

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