Irgendwie beendet. Judiths Heimfahrt.
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Mist. Das darf doch alles nicht wahr sein. So ein Mist! Das brauche ich jetzt wirklich nicht! Mein schönes Auto! Auch das kann ich nicht mehr richtig, nichts kann ich mehr, nichts mache ich noch irgendjemandem recht. Wozu verbiege ich mich denn, wenn ich am Ende nichts richtig mache, egal was ich tu? Wieso verbiege ich mich eigentlich so? Klar, ich bin weit über Dreißig. Aber mein Job ist ganz okay! So richtig zufrieden bin ich nicht damit, das stimmt schon. Nein, es liegt nicht unbedingt an der Bezahlung, auch wenn das kein Spitzengehalt ist. Aber die Chefin und der Abteilungsleiter sind so … so … so unecht. Der Teamleiter ist ganz in Ordnung, ich hab mich ja nicht umsonst in ihn verknallt. Aber der ist eben leider noch verheiratet.
Manchmal glaube ich ihm nicht. Was der alles so tut!? Er hat nur montags Zeit für mich, weil er Dienstag und Freitag mit seiner Frau verbringen muß. Jeden Mittwoch ist er bei seinen Eltern – es ist schon nicht leicht mit einem halbdementen Vater. Die Wochenenden kümmert er sich um seine Kinder, erzählt er. Was bei Männern eben so kümmern heißt, denke ich. Und dann immer die vielen unbezahlten Überstunden, die er angeblich macht. Für das mickrige Gehalt? Das ich nicht lache! Und was macht er am Donnerstag? Na? Da hat er bestimmt noch irgendsoein Flittchen, das auch – naja, das ist ja bekannt. Ich muß ihm immer zu früh würgen.
Ja, und nun ist Mittwoch, und er weiß ganz genau, daß ich ihn wirklich nur im alleräußersten Notfall anrufe. So wie jetzt, wo mein Auto hier in der Leitplanke steht. Da war nämlich plötzlich dieses rote Cabrio von rechts und ich mußte bremsen, sehr heftig bremsen und bin dann in die Leitplanke gerutscht. Obwohl die Straße absolut trocken ist! Gerutscht, ich faß es nicht. Seit wann haben eigentlich Cabrios Vorfahrt? Und das ist doch Fahrerflucht, wenn diese Tussi einfach von rechts kommt ohne die Vorfahrt zu beachten, dabei also dafür sorgt, daß ich meinen Kombi in die Leitplanke setzen muß – die darf doch nicht so von einem Unfall abhauen?!
Wieso geht der Arsch jetzt nicht ans Telefon. Es ist dringend. Mein Gott nochmal, was soll ich denn jetzt machen? Das schöne Auto! Eine SMS. Ja, ich schreib eine SMS, daß ich ihn ganz dringend sprechen muß, nein, sehen muß an der Kreuzung, wo ich immer über die B4 drüber muß. Das findet der bestimmt und ist in ein paar Minuten hier.
Das dauert aber auch mit der Antwort! Wieso ruft er mich nicht an? Und wieso ist der nicht schon längst hier? Ah, doch noch eine SMS. Wie bitte? Seine Mutter wäre seit Sonntag tot und sein Vater hätte ihm das erst vor zehn Minuten erzählen können? Ich hasse seine Lügen. Ich hasse ihn! Von wegen seine süße Judith! Was weiß ich, was der sich da zusammenspinnt, nur um seine sexuellen Eskapaden zu verbergen. Das klappt doch sowieso nicht, und er weiß das! Morgen red‘ ich mit dem Abteilungsleiter, nein, besser noch mit der Chefin, daß dieser Arsch von Temleiter mich sexuell belästigt hat. Jawohl. Der soll bluten! Es soll ihm wehtun! Er wird noch bereuen, daß er mich so dreist zu belügen versucht hat!
Der Verfasser des Blogs schleicht davon und dankt für’s Lesen.
P.S.: Positiv am 5. Juni 2014 waren die Kühle im Berg, ein paar ruhige Momente mit den Kindern, die Heimfahrt.
Tageskarte 2014-06-06: I – Der Magier.
© 2014 – Der Emil. Text unter der Creative Commons 3.0 Unported Lizenz
(Namensnennung, keine kommerzielle Verwertung, keine Veränderung).


oh weia. das auch noch … wenn er einmal die wahrheit sagt, glaubt ihm niemand mehr.
toll geschrieben wollte ich ja noch schreiben!
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