Thema aus der Nachbarschaft geborgt
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Nein, heute muß der von mir vorgesehene Text warten, zurückstehen hinter einem Zitat aus einem anderen Blog. Ihr wißt ja alle, daß ich (auch) Geschichten schreibe/suche/sammle. Gute Geschichten, hoffe ich beim Schreiben. Gute Geschichten, glaube ich beim Suchen und Sammeln.
In Bloggerhausen gab es gestern einen Beitrag, den ich mehrmals lesen mußte, den ich mir am liebsten von Hand in granitene Platten gestichelt hätte. «Über den Preis von Geschichten» ist einer von den Texten, eine von den Geschichten, die direkt in mir drin Wirkung entfalten. Kein Schmunzeln, kein Lächeln; aber ein sehr, sehr kräftiges und heftiges, zustimmendes innerliches Nicken. Ein “Mich-erkannt-fühlen”, “Mich-ertappt-fühlen”, der Verlust der (eingebildeten) Einzigartigkeit.
Das da, das war die Schlüsselstelle (oh, ich hab vorher garnicht gefragt – aber das dürfte als Zitat gerade noch erlaubt sein):
Ein rares Gut sind Geschichten, die das Herz kosten.
Es muss herausgerissen werden, dampfend, blutend, in einem Stück.
Kein Spaß für den, der solche Geschichten erwerben will.
Er muss dem Schauspiel beiwohnen, er ist Hauptdarsteller und Lieferant.
Für diese Geschichten wird ein seltener Preis bezahlt, die Wunde heilt nur schwer, Risse, Narben, Schmerzen, Tränen, Kreischen und Flennen sind die versteckten Nebenkosten.
Dabei schmecken diese Geschichten weder süß, noch machen sie satt.
Hinterlassen bitteren Beigeschmack der lange in Erinnerung bleibt. Wer sie gekostet hat, verzichtet gern auf Nachschlag.Zitat aus «Über den Preis von Geschichten».
Mit vorzüglichem Dank an Oliver Kess von FOODANDWINEPORN.
Hm. In dem Zusammenhang stellt sich mir dann auch die Frage nach dem Sinn der Geschichen, egal zu welchem Preis sie gehandelt werden (sollen/müssen). Wer packt den Sinn hinein in eine Geschichte? Der Schreiber? Gebe ich dem Leser nicht nur Platz dafür, seinen Sinn hineinzudeuten, hineinzuträumen, hineinzuhoffen an genau die Stellen, an denen er (s)einen Sinn finden möchte? Und legt die Leserin mit ihrem Sinn der Geschichte nicht auch fest, welchen Preis sie zu zahlen bereit ist und welchen Preis sie letztlich zahlt?
Vielleicht …
Vielleicht bin selbst ich nur zu selten bereit, eine Geschichte zu nehmen, die das Herz kostet. Vielleicht bin ich selbst nicht (besonders gut) in der Lage, eine solche Geschichte zu schreiben. Aber irgendwann möchte ich es einmal wenigstens schaffen.
Ich versuche mich indes weiter an Geschichten, die mit lachendem Herzen bezahlt werde (können).
Der Verfasser des Blogs schleicht davon und dankt für’s Lesen.
P.S.: Positiv am 20. Mai 2014 war die erledigte Hausarbeit.
Tageskarte 2014-05-21: Der Bube der Kelche.
© 2014 – Der Emil. Eigener Text unter der Creative Commons 3.0 Unported Lizenz
(Namensnennung, keine kommerzielle Verwertung, keine Veränderung).


wer „spendet“ den sinn? (spenden im sinn von blutspenden) – die frage nehme ich mit und knabbere drauf rum. diese und andere inputs aus deinem spannenden artikel.
gute nacht!
Dabei hab ich das Sinn-Ding auch nur beim irgendlink aufgelesen …
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