Poesie in der Straßenbahn
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Ich schrieb schon 2011 über die Lyrikbimmel – die Aktion wurde seither fortgesetzt. Auch jetzt sind nicht alle, aber doch eine ganze Reihe von Straßenbahnzügen mit kleinen Gedichten von Schriftstellern aus Sachsen-Anhalt verziert.
Und weil ich mit meinem Katzen-Pflicht-Content so netten Erfolg hatte, paßte mir dieses im Straßenbahnzug 626 gefundene Sonett ganz wunderbar:
Die Katze lief uns zu. Sie hatte keinen Namen.
Wir riefen sie. Sie drehte scheue Runden,
Zwei Tage lang, wenn wir ihr näher kamen.
Dann hat sie sich um meinen Arm gewunden.
“Wie einst die Schlange”, sagst du, “aus dem Paradies.”
Da spürte sie, daß du die Rede führst –
Bis sie sich nur von dir noch streicheln ließ,
Obwohl du keinen Finger für die Katze rührst.
Ich geh nach Futter, schaufle Sand, die Decken
Und Kissen leg ich an die höchste Stelle,
Sie sieht nach dir und kann sich gut verstecken,
Ich rufe sie zur Nacht von unserer Schwelle.
Da liegt sie längst mit dir in sanftem Schlummer,
Ihr seid mein Glück mit einem Rest von Kummer.
Nr. 13 aus “Sonette bei den Brombeeren” von Ralf Meyer ∗ 1970
zur Zeit zu finden im Straßenbahnzug 626 der HAVAG in Halle (Saale)
Der Verfasser des Blogs schleicht davon und dankt für’s Lesen.
P.S.: Positiv am 31. Januar 2014 war die erledigte Banksache.
Tageskarte 2014-02-01: König der Schwerter


eine tolle idee und ein schlaues gedicht! 😉
Ich finde auch, daß die Lyrikbimmel eine schöne Idee ist. In diesem Zusammenhang: Wann finden denn die nächsten Buchfinken mit Dir statt?
Ach ja … Buchfink mit mir am 7.2.2014 und alle 2 Wochen (21.2., 7.3., 21.3., 4.4., 16.4., 2.5. usw. usf.).
Hach das ist so eine klasse Sache. Weihnachten vor 2 Jahren hab ich die erste Lyrikbimmel beim Gastaufenthalt in Halle bestiegen.
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