Bedürfnis oder Sucht

Jeden Tag schreiben

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Heute wäre der zweite Tag gewesen, an dem ich aussetzte mit dem Bloggen. Wäre. Aussetzen würde. Alles konjunktiv. Möglich, nicht sehr wahrscheinlich. Und in meinem Fall: Nicht machbar.

Mein Tag hat einige Fixpunkte, feste Rituale, von denen ich nicht lassen mag oder kann. Die Schreiberei gehört dazu. Hier etwas zu notieren, in dieses Büchlein etwas zu schreiben, auf jenen Zetteln Worte zu sammeln ist notwendig. Aufwachzeitpunkt, Wetter und ähnliche Nichtigkeiten im Kalender festzuhalten darf ich auch nicht vergessen …

Und der Blog hier … Das ist eine Sucht! Ich habe kein ruhiges Gewissen, ehe ich nicht einen kleinen Beitrag hier geplant oder zur Veröffentlichunge vorbereitet habe. Eine Sucht. Ja, eine richtige Sucht. Denn der Entzug, das Nicht-Schreiben läßt mich leiden. Seelisch. (Wieder nicht geschafft, dabei hätte ich soooooo viel zu sagen!) Und körperlich (Unruhe, Schweißausbr¨che, Übelkeit, Schlaflosigkeit ab fünfzehn Minuten nach Mitternacht …).

Schreiben als Sucht – Öffentlichmachen als Sucht. Als Bedürfnis. Als Therapeutikum.

Ja, ich brauche dieses Stück “Exhibitionismus”, dieses “Seht her, ich hab nicht viel zu sagen, tu’s aber trotzdem!” Ein Tag ohne ist ein Tag, der nicht stimmig ist/war.

Ich häng es nicht mehr an die große Glocke, aber ich schreib auch 2014 voraussichtlich weider jeden einzelnen Tag mindestens einen Beitrag.

 

Der Emil

Der Verfasser des Blogs schleicht davon und dankt für’s Lesen.

P.S.: Positiv am 12. Januar 2014 waren ein gelöster Konflikt, die Nacht, die fertige französischsprachige Sendung und der Besuch im Sender.
 
Tageskarte 2014-01-13: Ritter der Stäbe

© 2014 – Der Emil. Text unter der Creative Commons 3.0 Unported Lizenz
CC by-nc-nd Website (Namensnennung, keine kommerzielle Verwertung, keine Veränderung).

Über Der Emil

Not normal. Interested in nearly everything. Wearing black. Listening. Looking. Reading. Writing. Clochard / life artist / Lebenskünstler.
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0 Kommentare zu Bedürfnis oder Sucht

  1. Sofasophia sagt:

    keine schädliche sucht zum glück. 🙂
    vielleicht ein bisschen wie mein yoga? da ist es allerdings so, dass ich es ein paar tage lassen kann. danach wieder umso begeisterter dabei. weil es gut tut. wie dir das bloggen. 🙂

  2. Guten Morgen Emil,
    *Sucht* …. ich weiß nicht ….
    Aber ich lese deine Beitrage gerne. Sie sind stimmig.
    Du drückst dich mit schönen Worten aus. Sprichst interessante, aktuelle, wichtige Themen an – niveauvoll …
    Ich freue mich darüber.
    Mit Herzensgrüßen und Segenswünschen!
    M.M.

  3. piri ulbrich sagt:

    Gerade diese kleinen Beiträge sind es, die ich gerne lese – auch mein Blog ist meine Sucht!

  4. Xeniana sagt:

    Wie schön das du auch 2014 jeden Tag postest, denn auch ich lese hier sehr gerne.LG Xeniana

  5. süchtig sind wir alle irgendwie, nach irgendwas, von irgendwas … die Frage ist nur ob man es wirklich schaffen kann davon zu lassen,
    deine Sucht hier was schreiben zu müssen, empfinde ich natürlich nicht so *schlimm* wie die Sucht nach Drogen und Alkohol … allerdings darf man keine Sucht verharmlosen… aber das weißt du ja selber… ich bin auch Pc süchtig…. versuch es auch im Rahmen zu halten, allerdings frage ich mich manchmal schon, was haben wir nur früher gemacht als es weder Handys, PC und Internet gab ?!

  6. Gabi sagt:

    Ich glaub, jeder hat irgendwas, worauf er süchtig ist. Manche mehr, manche weniger. Und ich denke, dass wir alle, die hier regelmäßig mitlesen, nicht weniger süchtig sind, als Du. Auch wenn ich nicht jeden Tag dazukomme, ist es mir doch eine liebe Gewohnheit geworden, Deine Beiträge zu lesen.
    LG Gabi

    • Der Emil sagt:

      Und ich überlege jetzt, was der Unterschied ist zwischen dem Bedürfnis, regelmäßig zu schreiben, und einer Sucht, regelmäßig zu schreiben … Mein Bedürfnis ist echt zwanghaft …

      • Gabi sagt:

        Fühlst Du Dich unwohl damit?
        Ich denke, solange ein Bedürfnis das Leben nicht negativ beeinflusst, es niemanden schadet und man es gerne macht, dann sollte es ja auch kein Problem sein.

  7. Wenn das Schreiben auf Deinem Weg liegt ist es ja keine Sucht, sondern Bestimmung, Leidenschaft und Triebfeder für das Sein.
    Man stelle sich doch bloß vor, hätte Goethe seinen Enthusiasmus als Sucht bezeichnet und versucht davon loszukommen.
    Schreib schön weiter und erhelle Die Welt mit Deinen Texten

  8. Der Emil sagt:

    Ehrlich, ich war’s nicht! Aber irgendwie wurden die Kommentarfunktionen abgeschaltet, tut mir leid.

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