Nichts davon ist wahr

Der alte Mann denkt nach

To get a Google translation use this link.

 

 

Meine Güte, Silvester ist vorbei! Der erste normale Tag des neuen Jahres ist auch fast zuende. Trotzdem sind noch immer einige Böller, Raketen, Pfeiffer usw. zu hören. Am Nachmittag warfen Jugendliche, früher hätte man sie “Halbstarke” genannt, ihm noch einen Knaller zwischen die Füße. Er schluckte seinen Unmut hinunter und ging nur kopfschüttelnd weiter; aber als er noch zwanzig Jahre jünger war, hätte er sich mindestens einen dieser … dieser … dieser Taugenichtse zur Brust genommen. Das ist ja alles kein Wunder, daß das so kam, daß das so ist. Und jetzt dürfen noch mehr von den Herumtreibern ins Land! Was wollen all diese Ausländer hier? Arbeiten gingen und gehen die doch auch zuhause nicht. Dann kommen sie eben hierher und lassen sich vom Staat durchfüttern. Vom Staat, für den sie nie, nie! etwas geleistet hatten und für den sie nie etwas leisten werden.

Oder die anderen. Die, die mit ihrem Geld aus Drogenhandel, Steuerhinterziehung und Zuhälterei glauben, sich alles, wirklich alles kaufen zu können. Sogar ganze Seen mit Uferweg und Fußballmannschaften. Mietshäuser, deren Wohnungen sie für so wenig Geld als möglich sanieren lassen und die sie dann wohnungsweise verkaufen für Unsummen. So wie in seinem Haus jetzt. Und die machen ihn noch wütender, diese neureichen Parteibonzen und Bankräuber, die heutzutage nicht mehr die Banken ausrauben, sondern Manager bei den Banken sind. Wer hat nur zugelassen, daß solche Leute so vieles dürfen, sich so vieles herausnehmen dürfen?

Die Gesetze wurden immer so verändert, daß genau denen nichts passiert, die ihr Geld einfach ins Ausland schaffen können, die für die Verluste anderer Menschen verantwortlich sind und damit viel, verdammt viel Geld verdienen. Die Politiker haben kein Interesse mehr an ihrem Volk – woher soll dann das Interesse der Bevölkerung an der Politik kommen? Und die Ausländer, von denen nun noch mehr hierherkommen dürfen, die interessieren sich doch auch nicht für Politik. Die kommen hierher und kassieren, denen werden Wohnungen und sogar Häuser bezahlt, von denen er in einem halben Jahr nur noch träumen dürfen wird.

Hier läuft etwas verdammt falsch in diesem Land. Dafür hat er nicht gekämpft, früher. Und als er noch wählen ging, in der Hoffnung, daß die doch irgendwann einmal etwas richtigmachen müßten. Aber nie haben die etwas geändert, nichts für die kleinen Leute wie ihn verbessert. Den Gürtel enger schnallen sollte er, immer wieder, immer enger, so lange, bis er keinen Gürtel mehr hatte. Wenn er jetzt noch zwanig Jahre jünger wäre, dann … Ja, dann würde er allerdings!

Aber für sowas ist er zu alt. Und er alleine kann ja sowieso nichts machen …

 

 

Von all dem, was der alte Mann da denkt, ist nichts wahr, nichts wirklich geschehen. Nichts davon ist in unserer Realität begründet. Niemand hier würde überhaupt …

Der Emil

Der Verfasser des Blogs schleicht davon und dankt für’s Lesen.

P.S.: Positiv am 2. Januar 2014 waren das Aufwachen, das Frühstück, der Mittagsschlaf.
 
TK für 2014-01-03: König der Münzen.

© 2014 – Der Emil. Der Text steht unter der Creative Commons 3.0 Unported Lizenz
CC by-nc-nd Website (Namensnennung, keine kommerzielle Verwertung, keine Veränderung).

Über Der Emil

Not normal. Interested in nearly everything. Wearing black. Listening. Looking. Reading. Writing. Clochard / life artist / Lebenskünstler.
Dieser Beitrag wurde unter 2014, Gedachtes, Geschriebenes abgelegt und mit , , , , , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen für den Permalink.

0 Kommentare zu Nichts davon ist wahr

  1. Frau Tonari sagt:

    „Was ist schon das Ausrauben einer Bank, gegen die Gründung einer Bank?“ Und „Niemand hat die Absicht, eine Mauer zu errichten.“ …
    Ich wünsche Dir ein wunderbares neues Jahr, lieber Emil. Nimm manches nicht so schwer auf Deine Schultern.

    • Gudrun sagt:

      Stimmt. Eine Bank ausrauben zu wollen, ist dusselig. Man muss eine gründen. 🙂

    • Der Emil sagt:

      Das, nein, ein Schönes am Schreiben ist, daß ich die Lasten auf die Schultern meiner Protagonisten verteilen kann.

      (Eine Absicht … Als er das sagte, hatte niemand mehr die Absicht, denn es gab vielleicht schon den Plan; der ist mehr als Absicht gewesen im Sozialismus. Heute heißt die Mauer nur anders.)

  2. Sofasophia sagt:

    manchmal schier unerträglich, das leben. vor allem, wenn man über den tellerrand blickt.
    ich seufze mit …

    • Der Emil sagt:

      Wenn da noch ein Tellerrand ist, über den eine(r) blicken kann …

      Aber zum Blück stimmt ja nichts von dem, was der alte Mann da denkt. EU-Bürger (Rumänen, Bulgaren) sind nur EU-Bürger und werden von niemandem als EU-Bürger 2. Klasse angesehen, die jetzt alle hierher nach Deutschland kommen und nichts anderes tun wollen als Kindergeld und ALG-II abfassen. Nein, nichteinmal demokratische Parteien und ihre Vertreter, schon garnicht christlich soziale Parteien mit lupenreinen Bayerkraten an der Spitze tun soetwas …

  3. wildgans sagt:

    Oft denke ich einfach, wonach mir der Sinn steht- und auch in diverse Richtungen richtig „böse“…

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert