Junge Leute auf der Alm. Oder: Die Tücken unbekannter Technik.
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Ach nein, nein, nein. Meine Fresse, ist das kalt hier. Urlaub in den Bergen: Was für eine beschissene Idee! Wie stand im Prospekt für das dämliche Ferienhaus: “Die Ofenheizung sorgt immer für die richtige Behaglichkeit im Haus”. Behaglichkeit? Saukälte, jawohl! Na schön, das braune Ding da im Zimmer sollte wohl diese beschissene Ofenheizung sein. Aber die hat nirgends etwas, mit dem die angeschalten werden kann!? Nichts. Kein Schalter, kein Regler, nichts. Und mit Strom ist da auch nichts, die Heizung hat keine Schnur. Ich frag mich sowieso, wie da Wärme rauskommen soll. Vor allem hat das Ding wohl noch nie jemand richtig saubergemacht, so verdreckt, wie das innen aussieht.
Na toll. Und auf dieser blöden Almhütte habe ich kein Internet im Handy. Und wenn ich Strom haben will, muß ich (so wurde mir gesagt) hinten im Schuppen ein “Aggregat” anwerfen, das beim Laufen erstens ziemlichen Krach macht und zweitens einen bestialischen Gestank erzeugt. Neee, das will ich nicht. Hab auch keine Ahnung, wozu das dienen soll. Die blöde Heizung wurde auch nicht warm, als das Ding lief. Wenigstens Steckdosen sind ausreichend da. Nur Strom kommt da nicht raus. Deshalb ist der Akku von meinem iPhone auch schon leer. Ich kann nichtmal nach der Bedienungsanleitung für diese bescheuerte Heizung googeln.
Wenn ich es heute Abend wieder nicht schaffe, dies blöde Heizung zum Laufen zu bringen, dann fahre ich morgen heim. Wenn wenigstens die Mikrowelle funktionieren würde, dann könnte ich mir die Ravioli kochen – kalt schmecken die ja noch ekliger als warm … Draußen wird es langsam dunkel. Da muß ich auch mit dem Schreiben aufhören, weil ohne Strom ist auch kein Licht und kein Radio und kein Fernsehn. Zum Glück gab es hier wenigstens ein paar Blätter Papier und einen Stift. Den Beschwerdebrief wird dieser Arsch nicht so schnell vergessen. Und bezahlen werd ich nichts, hat ja nichts funktioniert hier … Das kann der sich abschminken. Und Schmerzensgeld will ich auch noch für die drei versauten Urlaubstage.
Nie wieder Urlaub in den Bergen! In Malle wars viel erholsamer.
Der Verfasser des Blogs schleicht davon und dankt für’s Lesen.
P.S.: Positiv am 27. November 2013 war die fertige Sendung Jojo.
© 2013 – Der Emil. Der Text steht unter der Creative Commons 3.0 Unported Lizenz
(Namensnennung, keine kommerzielle Verwertung, keine Veränderung).
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Urlaub – das kann auch Stress sein, besonders bei den wilden Bergvölkern. Die essen die Touristen noch roh! 😉
Dort, wo dieses Ferienhaus steht, wird schon gepökelt 😉
So kann es gehn…Ich musste eben doch lachen, das hätte meiner Schwester passieren können.
LG
Ich habe mir einen Schnösel vorgestellt, „Abi 2013“, schnell mal mit dem tiefergelegten Polochen (Polo-chen, nicht das andere) dahingedüst in der Hoffnung, für 89 Eu pro Woche das absolute Schnäppchen gemacht zu haben – einer mitten aus Hannover zB.
Hey, ja?! Die Hannoveraner haben schon vor Jahren die Dolomiten mit schnuckelig gewärmten Pensionen und ausgezeichneten Frühstücksbuffets entdeckt! ;o)
‚tschuldigung, aber H ist bei mir grad das Synonym für „beliebige anonyme Beinahe-Großstadt“ — das liegt nicht an seinen Bewohnern … Also könnte der Schnösel auch aus Bielefeld, Hamm, Dortmund, Kassel, Karlsruhe, Pader- oder Quickborn, Pott-City, Neubrandenburg oder Karl-Marx-Chemnitz stammen …
Dezent angefressen….
Glaub mir: Angefressen ist gar kein Ausdruck … Hey, ohne funktionierendes Dingens, na, Smartphone …
😀 ich hab herzhaft gelacht!
„Abi 2013“ … Setz da mal eine(n) vor einen Ofen 😉
:’D
aber echt.. das kannste doch vergessen..
Oh wie furchtbar. Wie ist der denn da hoch gekommen?
Im tiefergelegtn Polo, Hannover — München — Kufstein — Wörgl … Vielleicht. Ich weiß ja nicht genau, wo dieser arme Mensch gelandet ist 😉
Ach, und bis zur Hütte wär ein Fahrweg – er brauchte keinen Meter zu Fuß gehen?
Ja, quasi so wie bei Gabi im Urlaub …
der text ist zwar toll geschrieben, wirklich, aber überzeugt hast du mich nicht.
🙂
geht jemand, der kein feuer machen kann, wirklich freiwillig in eine alphütte? und steht da wirklich nichts im prospekt/internet von holzofen – zb wo das holz gelagert wird. und vor allem: geht so einer (ich denke mal, dein held ist männlich?) wirklich allein in urlaub?
aber ansonsten: ja, die botschaft stimmt natürlich. vielen können und kennen sowas nicht mehr. und das ist sehr schade.
(Ich muß Dir ja Recht geben, in der Kürze bleiben zu viele Fragen offen.)
Prospekte bzw. Beschreibungen im Internet lesen ist ihm ohne Bilder bzw. sogar Video v ielleicht nicht interessant genug gewesen?
Der, der hierzu die – allerdings weit entfernte – Idee lieferte, tat es dieses Jahr. Er fuhr allein eine Woche in ein Ferienhaus und mußte zum Glück nicht heizen und hatte auch Strom.
ich glaub halt, dass leute die „es“ brauchen, auch genau gucken – zumindest DIESbezüglich.
trotzdem eine tolle geschichte!
Meine Vorlage fragte nach dem Urlaub nach dem Funktionsprinzip der „Ofenheizung“, von der er Fotos mit seinem Smartphone gemacht hatte. Und in dem Moment dachte ich: Wie sollen „die“ überleben?
ohweeeh!
🙁
Deswegen eben …
Ich hab das Ding jetzt drei Monate mit mir herumgeschleppt, weil ich so schockiert war von dieser Unwissenheit. Na, wenigstens hatte er nicht nach der Bedienungsanleitung gegoogelt. 😉 Meiner Meinung nach fehlt den Kindern ein wenig lebenspraktische Unterweisung abseits von PC, Mikrowelle, TV usw. Feuermachen, Wassergewinnung – eine Art modernes Überlebenstraining.
Als Raucher bin ich gerade vom Feuerzeug zurückgekehrt zum Streichholz/Zündholz …
ich sag nur: elementar 🙂
Heilige Schei.. – das wär beinahe untergegangen … (Wie soll ich das noch schaffen“?)
Als ich in meine erste Wohnung zog im Leipziger Osten, hatte ich eine Nachbarin, die ihr Feuerchen im Ofen nie anbekam. Da gab es ja auch noch die Widrigkeit, dass Ofen und Esse beinalt waren und schon etwas, sagen wir mal, marode. Als die Nachbarin aber jeden Tag wieder klingelte, hatte ich den Verdacht, dass sie sich die Finger nicht schmutzig machen wollte. Asche entfernen, dazu muss man nix können. Also habe ich nur noch Anweisungen gegeben, bis es im Ofen knisterte. Keine Ahnung, ob sie nun Feuer machen konnte. Geklingelt hat sie deswegen nicht mehr.
(das Knistern des Feuers fehlt mir manchmal sehr)
Gruß von nebenan
Hab mir gestern neben dem Flammlachs stehend meine Dosis Feuerkistern mitgenommen …
Mit Außenklo, natürlich! Und auch das Wasser muss aus dem Brunnen ins Haus geholt werden! Wenn schon, denn schon. Dieses Jüngelchen passt zu dem, der immer heftiger über ein Papierfoto wischt und sich fragt, warum die restlichen Fotos nicht erscheinen.
Einen Kohleofen könnte ich auch heute noch bedienen, fand ihn auch praktisch und zum Teil sehr dekorativ. Dankbar bin ich dennoch dafür, dass ich heute mit einem Dreh am Thermostat den gewünschten Wärmegrad bestimmen darf. Einen Urlaub auf solch einer Hütte würde ich aber auf alle Fälle niemals ausschlagen.
Liebe Grüße von Elvira
Den Fotowischer kenn ich noch nicht , nur den Tablet-User auf dem WC … 😉
Auf der Hütte würde mir (tatsächlich, ich bin internetsüchtig) der Zugang zum Internet fehlen. Aber sonst? Wär ich auch dabei, sogar im Winter.
Ha! Gefällt mir, Deine Geschichte. Hab natürlich einen gewissen Bezug dazu, weil wir ja die letzten Jahre immer Urlaube am Berg in einer Hütte machen.
Strom haben wir da natürlich – ohne möcht ich erhrlich gesagt nicht sein. Auch einen einfachen Fernseher und ein ordentliches Badezimmer. Internet halt nur mobil und langsam, aber damit kann ich im Urlaub leben. Doch für die Wärme und das warme Wasser steht da auch so ein braunes Ding. 🙂 Und wenn es dann mal zu kalt ist und man einheizt, gibts nichts Schöneres als diese wohlige Wärme und das beruhigende Knistern.
Und auch dort gab es mal eine Familie, die einfach gleich nach der Ankunft einfach wieder abgefahren ist, weil es dort ja „Nichts“ gab und es nicht deren Vorstellungen entsprach. Ich berichtete hier davon – http://baumdaemon.wordpress.com/2011/09/07/leute-gibts/
Nur dieses „Nichts“, bestehend aus Wiesen, Wald, schöner Ausblick und Ruhe steht samt Bildern genauso wie es ist im Internet beschrieben. Womit sich mir die Frage aufdrängt, warum bucht man dann, wenn man das nicht will.
Und stimmt, so ein kleines „Überlebenstraining“ für die Kids wäre gar nicht so schlecht. (Auch für so manche Erwachsene nicht. Ich schließe mich da auch gar nicht aus.)
Ich kenn ja Deine Urlaubserlebnisse von Deinem Blog. 😉
Wenn ich mir nur einen solchen Urlaub trauen würde (und leisten könnte) — doch ohne Auto wird das da oben bestimmt nicht recht gehen.
Erschreckend war an der wirklichen Geschichte, wie unbeholfen diese jungen Leute ohne Handy und anderen Schnickschnack sind …
Wegen trauen, das kann ich natürlich nicht für Dich beantworten. Ich weiß auch nicht, ob ich mich alleine trauen würde. Und teuer ist es nicht. Wir können momentan auch keine großen Sprünge machen. Aber natürlich muss man eben auch das Geld mal zur Verfügung haben.
Ohne Auto wäre es wirklich dort ein Problem. An- und Abreise würden ja noch gehen. Man könnte sich sicher mit der Vermieterin arrangieren, dass sie einem vom Bahnhof abholt. Aber als Selbstversorger muss man ja auch einkaufen und das kann man nur im Tal. Es gibt zwar einen Bus, aber der fährt nur wenn Schule ist. Das sind eben die Nachteile, wenn man sich etwas ruhig und abseits aussucht.
Und ja, es ist erschreckend, wie viele junge Leute aufs Handy und co. richtig angewiesen sind. Wir haben uns zwar auch schon daran gewöhnt und nutzen es gerne, aber ich denke, wenn es sein muss, können wir auch ohne überleben.
Und was für ein Pech auch, dass es noch keine „Holzofen-App“ gibt. 🙂
Ach, ich glaube doch, Du siehst junge Menschen da recht einseitig