Die Halle, der Schutzhelm, der Feuerlöscher, der Stuhl
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Solche Fabrikhallen wurden früher gebaut, zwischen 1920 und 1930 in diesem Falle. Mit Oberlichtern, die möglichst viel Tageslicht nutzbar machten. Selbst in dem jämmerlichen Zustand, in dem diese Halle nach beinahe 20 Jahren Leerstand ist, strahlt sie noch Erhabenheit – entschuldigt, aber einen anderen Begriff finde ich nicht dafür – aus. Oder Schönheit. Diese marode Schönheit ist es, die mich immer wieder in Ruinen, aufgelassene Fabriken und verlassene Bürgerhäuser treibt.
Im RAW wurden viele Gegenstände, Zeugnisse menschlicher Tätigkeit und Anwesenheit zurückgelassen. Hier, in dieser Halle, von dieser Stelle aus scheinen sie wie eine absichtlich gelegte Spur:
Eine Spur. Wohin? Wohin diese Spur führen soll? Ich habe es noch nicht herausgefunden.
Vielleicht ist die Lösung in einem der folgenden Beiträge über das Werk enthalten …
Der Verfasser des Blogs schleicht davon und dankt für’s Lesen.
P.S.: Positiv am 25. Oktober 2013 war die Lesung im “Raum Hellrot”.
© 2013 – Der Emil. Text & Bilder stehen unter der Creative Commons 3.0 Unported Lizenz
(Namensnennung, keine kommerzielle Verwertung, keine Veränderung).
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So eindrucksvoll diese Bilder auch sind, sie vermitteln ein Gefühl von Ohnmacht… Leerstand – kein Bedarf an Produktion. Menschen ohne Einkommen, da Kapazitäten sinnlos verkommen… Sorry, da werde ich melancholisch. Ein Symbol für die Ersetzbarkeit von Menschen – Leere, Perspektivlosigkeit… Aber eindrucksvoll anzusehen aus Perspektive eines ‚Entdeckers‘ Ein Mahnmal für kommende Generationen, wenn sie die Botschaft verstehen.
Hm. Ja, schon. Aber.
Der Betrieb war das Reichsbahn-AusbesserungsWerk, dort wurden die doch sehr alten Waggons und Lokomotiven (das wissen andere Leute besser als ich) immer und immer wieder instandgesetzt. Nach der Wende bzw. mit dem Ende der Reichsbahn war auch der größte Teil des Fuhrparks und damit die ganze Arbeit verschwunden, durch Neues (naja, Neueres) ersetzt. Also auch ein Symbol für die „Verbesserung“ der Lage auf den Schienen …
Weißt, wie ich das meine?
Ja schon…
Die Halle strahlt auch auf mich eine neugierig machende Faszination aus. Vor allem die Oberlichter, die als erstes meinen Blick angezogen haben. Dann auch die Wand ganz hinten, die Galerie_artigen Geländer an der linken Seite, rechts die „Brücke“ … Ich kann Deine Begeisterung sehr gut verstehen!
Wenn Du mal hier in der Stadt bist, zeig ich Dir das gern. (Und noch ein oder zwei andere Schätzchen z.B. der Industriekultur.)
Ich mag alte und verlassene Industriegelände. Sie üben einfach eine Faszination auf mich aus. Hier in unserer Stadt ist das nochmal sehr dominierend und ich fahre morgens mit dem Werksbus über die Autobahn mit dem Blick über das gesamte Werk, das fast futuristisch anmutet. Aus Verbrennungsanlagen schießen meterhohe Flammen in die Luft und das ist so surreal, dass es durchaus auch eine andere Welt sein könnte. Überall flackern Lichter…leuchten Produktionsgebäude in der Nacht. Wenn ich könnte…würde ich gerne nachts durch das Gelände laufen und zuhauf solch tolle Fotos machen, wie Du sie gemacht hast. Verzeih, dass mich die Bilder zu diesem ausufernden Kommentar verleitet haben.
Viele Grüße
Oh, da gibt es nichts zu entschuldigen.
Warum versuchst Du das Ablichten nicht einfach?
Auf dem Gelände darf man nicht fotografieren. Kann man nur von außen…aus der Ferne und ich würde so gerne im Dunkeln Bilder machen…mit all den Lichtern.
Manchmal kann man fragen und wenn man zusichert, alle Bilder zur Genehmigung vorzulegen und nichts komerziell zu verwenden, bekommt man die Erlaubnis …
Eine schöne Kulisse für Fotoshootings. „Diese marode Schönheit….“ Du beschreibst diese Fotos mit den verlassen Fabrikhallen so schön. Alles was alt, marode und verlassen ist, fasziniert mich. Ganz besonders mag ich alte Burgen mit ihren Mythen und legendären Geschichten. Ich besaß einmal ein illustriertes Buch mit vielen Kurzgeschichten zu diversen Burgen, die einfach nur zum fürchten waren. Aber wie es so ist, man kann soll ein Buch – wenn es einen so fesselt und zeitgleich verängstigt, nicht einfach so zuklappen.Leider fällt mir der Titel nicht mehr ein, aber wenn doch, ich werde versuchen tief in meinen Erinnerungen zu graben, dann werde ich dir mal eine Nachricht zukommen lassen. Natürlich nur wenn du magst!
LG Tanja
Oh ja, gerne.
Ich versuche, so nach und nach Leerstehende Baudenkmale abzuarbeiten, jedenfalls hier in der Stadt und soweit sie noch stehen.
Dann darf man von dir ganz bald bestimmt weitere interessante Beiträge zu diesem Thema lesen. Ich bin gespannt und finde, dass das ein super Projekt ist. So kommt man wenigstens ein bisschen rum. Manchmal lebt man so viele Jahre schon an einem Ort und so ist man doch sehr darüber erstaunt, dass es immer wieder Neues zu entdecken gibt. Ich ertappe mich selbst dabei ewig mit Scheuklappen durch die Gegend zu rennen. Oft verpasst man wunderbare Plätze, Momente usw. – aber so ist das. Irgendwie bewundere ich das an dir und an jeden, der ganz bewusst das Ganze sieht.
Erhabenheit. Oh ja, das ist ein guter Ausdruck für das, was ich in solchen Hallen empfinde. Ich wäre gerne mitgekommen in deine Werkhalle. Man muss sich inzwischen sehr beeilen, wenn man solche Orte sehen und vor allem erleben will.
Da gab es auch mehrere Klettergelegenheiten – so wie in Deiner Halle in Leipzig, in der ich am Fuß der Treppe grillen wollte.
(Von der Leerstehende-Baudenkmale-Liste sind noch die meisten erhalten. Mal sehen, wie viele ich noch besuchen kann.)
Die gibt es allerdings noch. 🙂 Und ein Fan solcher Hallen hat mir verraten, wie man hineinkommt ohne unter dem Tor durchrollen zu müssen. In diesem Jahr wollte ich da nicht hin, weil meine Tochter gegenüber wohnte und Beziehung und Wohnung auflöste. Mutti wollte nicht in der Nähe herumschleichen. Im nächsten Jahr ist Gras darüber gewachsen und in der Dachrinne eine Birke mehr. Vielleicht wird das noch etwas mit dem Grillen. Ich habe es nicht vergessen, und die Gertje hat’s auch nicht.
Auch wenn es kein Gefängnis ist, erinnert mich das irgendwie an den Besuch in Alcatraz. Auch fast so heruntergekommen.
Ich finde solche Gebäude faszinierend und Deine Bilder davon gefallen mir echt gut. Leider finde ich bei uns kaum Gelegenheiten soetwas zu fotografieren, weil gerade die interessanten Gebäude oder Gelände dazu abgesperrt sind.
LG Gabi
Glaube bitte nicht, daß das Gelände so frei zugänglich ist …
Ach so. Dann liegts wohl eher an meiner Feigheit. 🙂