Begehren und Utopie
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Vom 12. bis 27. Oktober 2013 feiert die Werkleitz Gesellschaft e.V., die sich selbst auch “Werkleitz-Zentrum für Medienkunst” nennt, ihr zwanzigjähriges Bestehen mit einem Festival. Dessen Motto ist der Text einer Neon-Leuchtschrift von Martin Conrath, die bei der ersten Medienkunstschau in Ostdeutschland, bei der Werkleitz-Biennale 1993, Premiere hatte:
Utopien vermeiden!
Radio Corax wird dieses Festival begleiten, unterstützen, sogar Bestandteil sein. Der Haupt-Veranstaltungsort ist zu finden zwischen Halle (Saale) und Halle-Neustadt, am Holzplatz, in der sogenannten “Technikhalle” des einstigen Centrum-Warenhauses bzw. des Karstadt. Für Straßenbahnfahrgäste ist es einfach: Haltestelle Saline aussteigen und auf die Rückseite des jetzigen “Wohnzentrums” gehen.
Das Programm zu diesem Festival » Utopien vermeiden! « ist online verfügbar – und die Programmzeitschrift von Radio Corax ist im Oktober auch diesem Thema gewidmet.
Begehren
Es ist der Mangel der Gegenwart, die schäbige gesellschaftliche Wirklichkeit, die das Begehren nach dem ganz Anderen, nach Veränderung der unbefriedigenden Lebensbedingungen. Utopie ist die bestimmte Negation des schlechten Bestehenden, die Hoffnung auf einen wahrhaft menschlichen Zustand, in dem Menschen versöhnt miteinander leben – ohne unwürdige Schmerzen, Existenzangst, Selbstentfremdung, Hunger – und ohne Angst verschieden sein zu können. Es ist die Erinnerung daran, dass die Abschaffung des Leids längst möglich wäre und dennoch ins Reich des Utopischen verbannt wird.
Dojno Faber: Etwas fehlt. Kritik der Verbannung der Utopie
Erschienen in der Programmzeitschrift Oktober 2013 von Radio Corax
Online zu finden bei Radio Corax (ab 11/2013 im Zeitungsarchiv)
Ja, dieser Text gehört dazu zur “Vermeidung der Utopien”.
Ich hoffe, daß ich vieles von diesem Kunstereignis sehen und hören und erleben kann. Falls jemand extra deswegen nach Halle kommen möchte, so stelle ich gern meine Dienste als “Stadtführer” oder “Festivalführer” zur Verfügung. Vielleicht habe ich auch noch den einen oder anderen Tip abseits des Festivals …
Werkleitz-Gesellschaft. Medienkunst. Alles so’n neumodischer Kram? Wenn ich mehr davon gesehen und erlebt habe, werde ich davon berichten.
Der Verfasser des Blogs schleicht davon und dankt für’s Lesen.
P.S.: Positiv am 7. Oktober 2013 war der “neue” Guckkasten (funktioniert, wurde aber wieder abgeschalten).
P.P.S.: WordPress machte mal wieder, was es wollte. Änderungen wurden beim Speichern nicht gespeichert, die Planungseinstellung wurde ignoriert bzw. beim Speichern des Beitrages wieder entfernt. Deshalb war dieser Text schon viel zu früh für zwei Minuten online. Soetwas finde ich sehr ärgerlich …
© 2013 – Der Emil. Eigener Text steht unter der Creative Commons 3.0 Unported Lizenz
(Namensnennung, keine kommerzielle Verwertung, keine Veränderung).
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das zitat, ja die ganze ausstellung, sprechen mich sehr an. bin gespannt auf deinen weiteren bericht!
über das thema utopie nachzudenken, finde ich sehr wichtig. utopie klingt heute leider oft abwertend und unerreichbar.
schade!
Viele interessante Eindrücke wünsche ich dir , lieber Emil. Ich werde noch einigen Menschen in Halle bescheid geben:) LG Xeniana
Ja, eine treffende Definition für das, was Germanys next Bundeskabinett als das Utopische seines Projektes anführen möchte. Das Programm macht Lust auf mehr und wäre Anlass, zwei Wochen in Halle Ferien zu machen …
Ich habe mir gerade das Programm angesehen. Ja, da ist schon einiges dabei, was mich interessiert. Ich werde das aus der Ferne verfolgen müssen.
Utopien sind für mich so etwas wie Zukunftsvisionen. Gäbe es sie nicht, würde ich wahrscheinlich schwarz sehen.