Satirische Persiflage (Nº 195)

Der Dichter ist ein Schelm

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Eine Veranstaltung in Halle begann mit einer Kombination aus Banjomusik und Lesung zweier ortsansässiger Autoren.

Christian Kreis, einer der Schrftsteller, sorgte mit ganz, ganz wenigen Worten dafür, daß das gesamte Publikum lachte. Er sprach vom Haiku, dieser kurzen japanischen Gedichtform, die ihm durchaus zu lang erschein. Deshalb schuf er etwas kürzeres, den/das Heiko:

 

 
Ein Heiko
(Dreizeiler von Heiko an Heike)

Schwanz

Wenigstens
nimmst du das Wort
in den Mund.

Christian Kreis: Nichtverrottbare Abfälle. S. 34
© Mitteldeutscher Verlag GmbH 2007. ISBN 978-3898125291

 

 

Ja, grenzwertig ist das sicherlich. Aber doch nur, weil wir so konditioniert sind, weil in unserem Kopf Sachen miteinander verknüpft sind, die so eben nur zweideutig aufgefaßt werden können. “Ich bin nur verantwortlich für das, was ich sagen – nicht für das, was Sie dabei denken!” Diesen Spruch sehe ich des Öfteren auf T-Shirts, und ich halte diesen Satz für sehr richtig.

Nicht zu dieser Lesung las Christian Kreis:

 

 
Der Zwang der Verhältnisse
(für McKinsey)

Der Spatz, der muß spazieren
der Diskus diskutieren
doch wie die meisten muß
das Rentier sich rentieren.

Quelle Autorenbuch Christian Kreis bei fixpoetry.com.
 

 

 

Aber auch das gefällt mir. Und ich hoffe, daß ich damit den Eindruck der Schlüpfrigkeit ausgebügelt habe. Beim nächsten Besuch in der Bibliothek werde ich nach Büchern von Christian Kreis Ausschau halten.

Der Emil

Der Verfasser des Blogs schleicht davon und dankt für’s Lesen.

P.S.: Positiv am 13. Juli 2013 war der Mut zur Heimatlosigkeit (Achtung, Insider-Joke.) und das Geburtstagskonzert/Abschlußkonzert.

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Über Der Emil

Not normal. Interested in nearly everything. Wearing black. Listening. Looking. Reading. Writing. Clochard / life artist / Lebenskünstler.
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0 Kommentare zu Satirische Persiflage (Nº 195)

  1. Ein Haiku/Senryu von mir lautet „zwei wilde Kirschen – mit Schenkeln festgehalten – und aufgegessen“. Wenn Du Erwachsene bittest, das Gemeinte aufzumalen, dauert es recht lange, denn nachdem sie kurz errötet sind, wissen sie nicht, wie sie es malen sollen. Wenn Du Kinder bittest, das aufzumalen, bekommst Du nach wenigen Sekunden zwei Kirschen, deren Stiele zusammen gewachsen sind. Ganz einfach, sofern die Phantasie nicht im Galopp rennt. Soviel zu schlüpfrig. ;o)

  2. minibares sagt:

    Du hast Recht, die Gedanken, sie machen mit uns, was sie wollen, sozusagen, lach.
    Sie transportieren ja nur das, was sie gelernt haben. aber so ist es…

  3. Frau Blau sagt:

    ich will auch so ein T-Shirt 🙂

    mir gefallen beide Beispiele ausgenommen gut … danke dir
    herzliche Grüße
    Ulli

  4. Pingback: 3. Jahresablesung | Gedacht | Geschrieben | Erlebt | Gesehen

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