Balance-Akt (Nº 125)

In der Landschaft

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Ich weiß, der eine oder andere oder die eine oder andere wartet jetzt auf den Bericht vom Sonnabend, vom Besuch des Kulurprodukts. Aber das und auch das Eigenbaukombinat müssen noch warten.

Stattdessen arbeite ich mich Schritt für Schritt durch den Tag – und der begann kurz vor der Mittagszeit wieder mit einem Steinmännchen. Schonwieder? Ja, schonwieder. Weil ich bemerkt habe, daß ich beim Bau alles andere ausblenden kann. Mich nur auf den Augenblick und das Männlein und meine Hände und die Steine konzentriere. Da arbeitet nichts anderes in mir, nein, ich bearbeite in dieser Zeit nichts anderes.

So war auch die Planung des Sonnabends, die mir wirklich arg schwerfiel, für die Viertelstunde weg aus meinem Geist. Wie nie vorhanden. Nur das “Hier” und das “Jetzt”. «Drop your thoughts» soll der Dalai Lama einmal gesagt haben; und genau das tat ich, als ich die unterwegs gesammelten Steine fallenlies.

Dann kniete ich neben dem Findling. Vor und neben mir die Steine. Einige von ihnen erkannte ich wieder, hatte ich sie doch schon in anderen cairns verwendet.

 

Steinmann mit Hut

Steinmann mit Hut
Manche der Steine verwende ich immer wieder. Hier ist der obere drehbar, nur auf einem einzigen Punkt liegt er auf.

 

Steinmanns Hut

Steinmanns Hut
Detail. Ausbalanciert. Labil.

 

Den “Hut” plazierte ich auf einer Spitze des oberen Steines. Leicht drehbar und ziemlich wackelig. Dabei brauchte ich nur einen einzigen Versuch, ihn dort abzulegen. Langsam setzte ich ihn beim Ausatmen ab, wartete, bis der ganze Atem meine Lunge velassen hatte. Erst dann öffnete ich die Finger und hob meine Hand. Und der Stein blieb liegen …

Zwei oder drei Minuten kniete ich noch dort, dann stand ich auf, machte ein paar Bilder und ging zufrieden einer Wege. Und es war mir klar, daß ich am Sonnabend nur drei Dinge sehen wollte. Am “Hr. Fleischer” begann ich mit der Teilnahme an der Führung durch das Kunstbiotop der Stadt. Mittendrin blieb ich in der Galerie Raum Hellrot und sah mir die Ausstellung “Patina | Halle 1986 – 1990” am letzten Ausstellungstag noch an.

Schließlich fuhr ich über den Markt, auf dem ich mich noch eine halbe Stunde mit ein paar Leuten unterhalten durfte, die ich monate-, teils sogar jahrelang nicht getroffen hatte, zum Eigenbaukombinat. Und dort, dort wurde ich tatsächlich schon erwartet – denn die Menschen hatten nachgesehen, woher die Besucher ihrer Webseite kamen und so meinen Blog und mein Bild schon entdeckt.

Heute muß ich nun ein paar Bilder sortieren, das beste / die besten heraussuchen und meinen beinahe fertigen Text so aufbereiten, daß er am Montag erscheinen kann. Jaja, (m)ein Blog macht auch Arbeit.

Der Emil

Der Verfasser des Blogs schleicht davon und dankt für’s Lesen.

P.S.: Positiv am 4. Mai 2013 waren die Kontemplation, der Galeriebesuch, die Eindrücke und Begegnungen auch im Eigenbaukombinat. (Das klingt nach Werbung, bleibt aber nichtkommerziell und ist meinem positiven Eindruck von diesem gemeinnützigen Verein und Projekt geschuldet.)

© 2013 – Der Emil. Text & Bilder stehen unter der Creative Commons 3.0 Unported Lizenz
CC by-nc-nd Website (Namensnennung, keine kommerzielle Verwertung, keine Veränderung).

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der 900. Artikel hier …

Über Der Emil

Not normal. Interested in nearly everything. Wearing black. Listening. Looking. Reading. Writing. Clochard / life artist / Lebenskünstler.
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0 Kommentare zu Balance-Akt (Nº 125)

  1. wildganss sagt:

    Wahrlich faszinierend- und wenn dabei dieser „Flow“ entsteht………..was gibt es Besseres? Hier wie eine Art Brauchtum behandelt:
    http://www.allgaeu-humor.de/01-humor-steinmandl.htm

  2. leonieloewin sagt:

    Wie schön – die gefallen. mir richtig. Wünsche Dir einen schönen Sonntag . Leonie

  3. Wo einfach können Entscheidungen manchmal sein, wenn man sich einen Moment der Ruhe gönnt. Dass Du diesen Moment auch noch so kreativ gestaltet hast … alle Achtung. Du weißt ja, wie sehr ich diese Steinmännchen liebe! ♥

  4. Sofasophia sagt:

    klingt schön und ausgewogen.
    und du entwickelst dich mehr und
    mehr zum meditativen steinmännchen-bauer.
    gute nacht und liebgrüß
    soso

  5. Follygirl sagt:

    Ja. genauso! Im jetzt und hier sein… z.B. ein Steinmännchen bauen… so versuche ich eigentlich fast alles zu tun… tut mir auch immer gut.
    Vielleicht finde ich heute auch wieder Steine? Ist gar nicht so leicht, gibt kaum Steine, alles zu aufgeräumt hier.
    LG, Petra

    • Der Emil sagt:

      Da, wo ich Männchen baue, ist eine aufgeschüttete Fläche mit Flußkieseln. An anderen Stellen wird es in der Stadt auch eher schwierig.

      Aber mit dem „im Hier und Jetzt“ klappt es bei mir noch nciht zuverlässig.

  6. Deine Konzentration und Ruhe hast Du aber echt gut rübergebracht, lieber Emil 🙂 . Ich kenne das vom Fotografieren, da bin ich auch ganz selbstvergessen und das tut sowas von gut 😉 . Ein schöner Steinmann, mit Hut! LG und einen schönen Sonntag wünsch‘ ich Dir Anja

    • Der Emil sagt:

      Das ist ein wunderschönes Wort und auch ein wunderschöner Zustand kann es sein: selbstvergessen. Nur nicht zuviel davon – das gäbe eine böse Depression …

  7. Eine wirklich tolle Art, seine Gedanken und seine Seele zur Ruhe zu bringen.

  8. klasse, es funktioniert 🙂
    drop your thoughts … und dann kommt der „flow“

  9. Der Emil sagt:

    Nicht immer – aber immer öfter 😉

  10. Gabi sagt:

    Ich hab nun auch Lust bekommen mal zu versuchen, Steinmännchen zu bauen. Ob ich wohl die Ruhe dazu hätte.
    Ich wüsste nur im Moment nicht genau, wo ich das tun könnte. Aber vielleicht ergibt sich ja mal was diesbezüglich.
    LG Gabi

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