Unerwartet, ungeplant, unwahrscheinlich erfreulich
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Na, liebe Leser (ich bleibe beim generischen Maskulinum), wie steht es denn bei euch um die Weihnachtsgeschenke?
Nein, nicht die, die ihr verschenken wollt. Die anderen. Die, die ihr erhalten habt oder erhalten werdet.
Wie ich auf diese Frage komme? Ganz einfach, ich habe schon einige. Und zum ersten gibt es eine Vorgeschichte:
Am Mittwoch bekam ich die “mit Freuden” erwartete Jahresabrechnung meines Stromlieferanten. Während ich mit dem Fahrstuhl nach oben fuhr, brach mir ganz dezent der Angstschweiß aus. Und auch als ich in meiner Wohnung war, machte ich den Brief nicht gleich auf. Nein, erst war noch dies und jenes zu erledigen; und das da konnte ich ja auch noch schnell tun … Allerdings ließ sich der auf dem Tisch liegende Brief nicht so recht ignorieren.
(Mit dem Ignorieren von Post hatte ich es schoneinmal so übertrieben, daß ich von Amts wegen aus einer Wohnung abgemeldet wurde – das war eine böse Zeit damals.)
Schließlich setzte ich mich mit einem Kaffe an den Tisch, holte tief Luft, nahm all meinen Mut zusammen, öffnete den Brief und las. Ja, die Abrechnung. Aha, die wollen mir etwas über 10 Eu auf mein Konto … Moment. Nochmal. “Nach Verbrauchsabrechnung … Guthaben … Überweisung auf ihr Konto …” Huch! Und abgebucht wird der Betrag in diesem Monat auch nicht? Aber ein Zahltermin ist für den Dezember vorgesehen.
Es ließ mir keine Ruhe, denn die Abschlagszahlung wurde auch noch heruntergesetzt (dazu muß ich sagen, daß ich sehr viel Strom verbrauche, als Alleinstehender etwas über 2.500 kWh). Also rief ich an. Ja, ich hatte meinen Verbrauch gesenkt. Ja, es wird im Dezember nicht abgebucht. Und die Abschlagshöhe wird auch für’s kommende Jahr beibehalten. Und mir wird auch noch ein Rest erstattet.
Also habe ich mir ein kleines finanzielles Weihnachts- oder Silvesterpolster geschaffen?! Ein 1. Geschenk von mir an mich.
Ein 2. Geschenk bekam ich schon im Oktober von einem Unbekannten – allerdings kann ich diese Geschichte hier nicht erzählen. Nur das Resultat trage ich immer mal wieder schon seit dem 23. Oktober, an diesem Tag nämlich bekam ich eine neue, wunderbare Übergangsjacke.
Es gibt (oder gab? Aber nein, es existiert ja noch) noch ein 3. Geschenk, das ich schon bekommen habe: Zum Nikolaustag erhielt ich doch die Post von Irgendlink.
Und das 4. Geschenk gibt es auch: aus einem halben Versprechen wurde ein ganzes Versprechen. Es ist ein wunderbares und sehr, sehr persönliches Geschenk. Über das ich hier aber nichts sagen werde. Über das ich nirgends etwas sagen werde – denkt euch euren Teil.
Übrigens kann ich diesen Text hier auch als 5. Geschenk, als eines von mir an mich betrachten: Jetzt weiß ich nämlich, daß ich auch dieses Jahr wieder täglich einen Post schaffe. Schließlich sind 350 schon veröffentlicht.
Euch allen wünsche ich einen geruhsamen drittletzten Sonnabend des Jahres und daß ihr auch schon vilele solcher unerwarteten, ungeplanten und unwahrscheinlich erfreulichen Geschenke habt.
Der Verfasser des Blogs schleicht davon und dankt für’s Lesen.
P.S.: Positiv am 14. Dezember 2012 war mein Einsatz bei der Radio-Corax-Fete zum Jahresabschluß.
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350 / 366 – One post a day 2012 (WP-count: 539 words)


Soviele schöne positive Dinge. Ich bekam die letzten Tage vom Arbeitgeber ein Riesengeschenk. Damit habe ich dann ab Januar ganz viel Freude. Diese Briefaktion, mach ich auf, oder lieber nicht, kenne ich nur zu gut. Angstschweiß, Herzklopfen und dann doch oft die Erleichterung und Freude. Aber nicht immer. Ich werde den heutigen Tag in Kassel verbringen. Hab einen schönen Tag. Bis morgen.
LG Gabi
Mir geht es bei manchen Postsendungen auch so, dass ich sie lang nicht aufmachen mag. Z.B. bei den Kontoauszügen.
Freue mich für Dich über Deine Geschenke. Auch ich erhielt eine nette, kleine Überraschung von weit her, nämlich von meiner Bloggerfreundin aus Australien.
LG Gabi
Pingback: 15. Türchen: Weihnachtsgeschenke (#350) | Germanys next Kabinettsküche
Schön das zu lesen..möge es nun immer so erfreulich weitergehen..!
(Ich kann da allerdings nicht mithalten..eher in der anderen Richtung zur Zeit..)
LG und einen schönen AventSonntag, Petra
Genau, bester Emil, jetzt nach zwei Stunden weiß ich, warum mich obiger Text madig zurücklässt. Es ist dies hier: „Und das 4. Geschenk gibt es auch: aus einem halben Versprechen wurde ein ganzes Versprechen. Es ist ein wunderbares und sehr, sehr persönliches Geschenk. Über das ich hier aber nichts sagen werde. Über das ich nirgends etwas sagen werde – denkt euch euren Teil.“
Es ist Deinem beseelten Mitteilungsdrang nachzusehen, dies zu schreiben. Des Herz voll ist … Und ja, ich freue mich für Dich, auch wenn ich gar nicht weiß, ja nie wissen werde, worüber ich mich mit Dir freue. Es ist ja so, ich würde gerne wissen, was das ist, bin aber zu höflich zu fragen, was das ist, weil ich ja lese, Du wirst nie und nirgends etwas darüber sagen, also ist fragen ohnehin zwecklos. Ja, nun … wenn es so persönlich ist, dann frage ich mich, warum man – ganz allgemein gesagt – darüber schreibt. Mit dem Schreiben ist ja immer ein Akt der Entäußerung verbunden. Und nun hocke ich hier vor meinem Monitor und fühle mich … denk Dir Deinen Teil …
Ach, solches kann sicher jedem mal zustoßen. Aber ich habe auch nur eine Ahnung, wie ich hätte meine tatsächliche Freude beim 4. Geschenk anders ausdrücken können: Nur erwähnen, daß aus einem halben Versprechen ein ganzes, erfülltes geworden ist!?
Mich deucht, ich muß, um solche groben Fehler zu erkennen und zukünftig zu vermeiden, noch viel lernen und viel schreiben.
Danke für Deine Anmerkung.
Ja, so ist es. Des Herz übervoll von Freude ist … Ich weiß es gerade auch nicht. Ich würde wohl gar nicht darüber schreiben, denn was hier nicht geschrieben ist, dringt auch nicht nach Außen, bleibt also bei Dir. Mein leserliches Informationsbedürfnis und meine Teilhabe an Deinem Leben wird doch schon durch die ersten drei Präsente gestillt, die schon für sich genommen Anlass zu großer Freude sind. So in etwa jedenfalls.
Nun steht’s da, nun bleibt’s auch da. Fürs nächste Mal ist’s vorgemerkt.
Ja, klar. Jetzt bleibt’s auch da.
Die völlig unerwarteten Geschenke sind doch immer die schönsten, oder?
Ich wünsche dir einen schönen 3. Advent, lieber Emil.
Lieber Emil, zuallererst wünsche ich Dir einen besinnlichen 3. Advent.
Ich habe mir heute mein Weihnachtsgeschenk abgeholt. Die Goldschmiedin meines Vertrauens hat mir Ohrhänger gebaut. Oder auch designt. Egal. Und sie hat sie gefertigt aus Ostseeglas. Von mir eigenhändig am Strand von Kühlungsborn gesammelt. Wunderbar matt geschliffen in unregelmäßigen Formen. Und wir haben zusammen aus einem mittelgroßen Haufen zwei Stücke gefunden, die annähernd die gleiche Form haben und nun schmücken sie mich … wie schön.
Dein 5. Geschenk stupst mich an. Ob ich so was auch schaffe? Mit einem anderen Medium. Meinen Fotos. Auf flickr gibt es 365 Tage-Projekte. Ich werde es mal überschlafen. Und vielleicht kann ich dann in einem Jahr freudig verkünden: Ich habe jeden Tag ein Foto gemacht und zur Diskussion gestellt.
So ähnlich hab ich begonnen – und jetzt das zweite Jahr durchgehalten …
Bei mir war das tägliche Schreiben auch Teil meiner Therapie gegen die Depressiom.
Bei mir ist das so eine Sache, Namenstag, Nikolaus, Geburtstag, Weihnachten, alles in diesem einen Monat. Da gibt es wohl zum Namenstag und Geburtstag Geschenke, nicht aber zu Weihnachten. Doch, einen wunderschönen Kalender habe ich gestern bekommen, sozusagen gewonnen, nur weil ich einen Kommentar geschrieben habe. Glück gehabt, lach. Den werde ich bald in meinem Blog zeigen, den Kalender. Ob es zu Weihnachten Kleinigkeiten geben wird, keine Ahnung. Eher nicht.
Dir einen wundervollen, ruhigen, lichtvollen dritten Advent ♥
Bärbel
deine Freude lese ich und da kann ich mich nur einfach mitfreuen
herzlichst Ulli
Schöne Geschichten sind das…herzerwärmend, egal, wie viel davon oder wie wenig verraten wird, lieber Herr Intimemil- lach….
Gruß von Sonja
Mein größtes Geschenk kam schon im November….. mein neuer Job.
Einmal keinen Strom zahlen und dann noch was zurück kriegen. Auf das Geschenk bin ich total neidisch