ErzgebirgsWeihnachtsBergMundArtGedicht
To get a Google translation use this link.
Wiedereinmal ist Adventszeit, Weihnachtszeit, und wiedereinmal denke ich an die im Erzgebirge üblichen Weihnachtsberge. Zu diesen hat Werner Kempf, «dr gruuße klaane Mah», auch ein Gedicht hinterlassen. Versucht es einmal selbst zu lesen, und danach hört es euch – von mir gesprochen – an.
Werner Kempf (* 1925 – † 1999)
Is Lied von unnern Weihnachtsbarg
Ach gruße Fraad, ach gruße Lust, de schönste Zeit is do,
dr Voter hult de Mannlekist, vun Öberbuden ro.
An Mannlezeig, schie zammgeschlicht, in Holzwoll gut verstaut
do hobn mir jeds Gahr unner Fraad, wenn werd dr Barg gebaut.
Eija of unnern Weihnachtsbarg
is allerhand schu drauf,
un jedes Gahr kimmt meh drzu,
viel breng mr nemmer nauf!
An Zainel führt dr Haierstaag, zum Pucherich dingsnaus
un do marschiert de Bargkapell, blöst ball de Lung sich raus.
Un hinnerhaar in Bunterie, ach, is eich dos es Staat,
do kimmt dos ganze Haiervolk marschiert zr Bargparad.
Eija of unnern Weihnachtsbarg
is allerhand schu drauf,
un jedes Gahr kimmt meh drzu,
viel breng mr nemmer nauf!
Un über daare Barparad, rauscht unner Haamitwald
dr Ferschter schießt gerod enn Hirsch, när schod das dos net knallt,
un Schwarzbeervolk un Schwammeleit, sei dorten aah ze saah,
un hinnern Preißelbeergestrüppbückt sich e Reisigfraa.
Eija of unnern Weihnachtsbarg
is allerhand schu drauf,
un jedes Gahr kimmt meh drzu,
viel breng mr nemmer nauf!
Zeunnerscht is dr Barg schie grie, nooch ubn zu werdr weiß
mit Gips werd afach Winner draus, is flimmert Schnee un Eis.
De Kinner ruscheln rauf und roh, zwee Bossen und drei Maad,
die baue grod enn Schneema sich, ach, is dos ene Fraad.
Eija of unnern Weihnachtsbarg
is allerhand schu drauf,
un jedes Gahr kimmt meh drzu,
viel breng mr nemmer nauf!
Wenn dies Gahr halt schu dodrmiet dr Weihnachtsbarg ze End
do kimmt halt nächstes Gahr gewiß noch ne Feierwehr gerennt.
Dr Vater baut e Ferschterhaus, donei schlägt grod dr Blitz,
dos Feier aber werd gelöscht mit Feierwehr und Spritz.
Eija of unnern Weihnachtsbarg
is allerhand schu drauf,
un langt emol dr Platz gar net
dann stock mr afach auf!
Mei Schneebarg. Gedichte von Werner Kempf. S. 148
Br. Fr. Goedsche’s Buchhandlung OHG, Schneeberg
Druckerei & Verlag Mike Rockstroh, Aue, 2002
«Hah, aarzgebirgisch is fei net aafach – ’swerd ja aah in geden Dorf eh annersch geredd.»
Diesmal allerdings werde ich keine Übersetzung liefern. Nein.
Ich wünsche euch eine besinnliche und friedvolle Zeit.
Der Verfasser des Blogs schleicht davon und dankt für’s Lesen.
P.S.: Positiv am 5. Dezember 2012 war der Besuch der Weihnachtsaustellung in der Neuen Residenz.
341 / 366 – One post a day 2012 (WP-count: 454 words)


Das muß ich mir mal in Ruhe durchlesen und dann gucken, ob ich irgendetwas verstehe. Im Moment verstehte ich jedenfalls nix.
Oh wie schwierig.
Aber es fühlt sich schön an.
Mit Herz & Segen!
M.M.
Pingback: 6. Türchen: Zum Hören (#341) | Germanys next Kabinettsküche
Reblogged this on N'achACHTcafé und kommentierte:
«Hah, aarzgebirgisch is fei net aafach – ‘swerd ja aah in geden Dorf eh annersch geredd.»
Wie wahr !!!!
Also ich muss sagen, auch wenn ich vielleicht nicht jedes Wort kenne, verstehe ich es doch recht gut. Sehr hilfreich die Kombination „hören“ und dabei mitlesen.
lg Gabi
Da kummts fei!
Klasse und vielen Dank.
Oh, Mundart ich hab’s einigermassen verstanden, finde ich gut,sher gut sogar!!!! Also 7 Sternchen fuer den dichter & fuer Dich!!!!
Hach, da hab ich es gut. Altenburg ist nicht allzu weit weg von deiner Mundart. Ich kann’s verstehen. 😀 (Weihnachten ohne erzgebirgsche Musik und Mundartgedichte gab es bei uns nicht.)
Sag mal, lieber Emil, hast du nicht manchmal Sehnsucht nach deinem Erzgebirge?
Iech verstieh fei jedes Woord.
Ich liebe es dir zuzuhören! Hat was heimatliches!
Ich habe den Kempf Wern persönlich gekannt. Was für ein großartiger Mensch mit einem großartigen Humor!
Klingt gut. Eine Idee vom Inhalt habe ich auch bekommen.