All Hallows‘ Eve (#306)

Nein, dieses Fest ist nichts für mich

To get a Google translation use this link.

Gestern war Halloween – wie man den «All Hallows‘ Eve(ning)» heute nennt. Der Abend Allerheiligen, am Tag vor Allerheiligen. Was von seinen Volksbräuchen aus ursprünglich katholischen Regionen Britanniens und vor allem Irlands übrigblieb, frage ich mich allerdings jährlich wieder. Feuer auf Bergen und Hügeln hab ich noch nie gesehen, Verkleidungen besonders von Kindern allerdings schon oft. Doch all der Süßkram, die Gespensterei, die Bettelei der Kinder – nur kommerziell künstlich erzeugtes “Brauchtum”?

Halloween geht aller Wahrscheinlichkeit nach auch nicht auf Samhain (von den Iren übrigens wie “Sa-wAhn” gesprochen) zurück. Das ist eine Zuschreibung, die erst um die Mitte des 19. Jahrhunderts populär wurde. Samhain ist unzweifelhaft eines der vier großen keltischen Feste, und seine Feiern wurden oft schon am Vorabend des 1. November begonnen. Der “richtige” Zeitpunkt ist für Neuheiden, im Neopaganismus erst der elfte Neumond des Kalenderjahres. Meiner Meinung nach wurde Samhain vor seiner Festlegung auf den 1. November ziemlich sicher zu einem Neumond begangen.

Samhain ist auch ein wichtiger Termin in der irischen Sagenwelt, haben doch an diesem Tag die Túatha Dé Danann in der zweiten Schlacht von Mag Tuired die Fomori besiegt. Deshalb dürfen die vom “Volk der Danu” an diesem Tag ihre Feenhügel (die Sídhe) verlassen, in die sie Jahre nach dieser Schlacht verbannt wurden. Vielleicht kommt aus dieser Legende auch die Annahme, daß an diesem Tag, also an Samhain oder Halloween der Schleier zwischen den Welten besonders dünn ist und man mit Geistern, Feen und anderen Wesen kommunizieren, manchmal den Schleier sogar selbst durchschreiten kann.

Aber zurück zu Halloween. Es tut mir leid, aber ich gebe an diesem Tag nichts Süßes, nein. Die neuen Bräuche mache ich nicht mit, ganz besonders dieses “Fest” mag ich nicht. Da bin ich und bleibe ich ein wunderlicher alter Kauz.

Denen, die erst heute Feiertag haben, wünsche ich einen schönen solchen. Allen anderen wünsche ich einen angenehmen Donnerstag.

Der Verfasser des Blogs schleicht davon und dankt für’s Lesen.

P.S.: Positiv am 31. Oktber 2012, dem Reformationstag, war, daß ich beinahe im Alleingang die Sendung fertiggeschnitten habe und dabei sogar recht gut war.

© 2012 – Der Emil. Text & Bilder stehen unter der Creative Commons 3.0 Unported Lizenz
CC by-nc-nd Website (Namensnennung, keine kommerzielle Verwertung, keine Veränderung).

306 / 366 – One post a day 2012 (WP-count: 389 words)

Über Der Emil

Not normal. Interested in nearly everything. Wearing black. Listening. Looking. Reading. Writing. Clochard / life artist / Lebenskünstler.
Dieser Beitrag wurde unter Erlebtes, Gedachtes, One Post a Day, postaday2012 #oneaday abgelegt und mit , , , , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

0 Antworten zu All Hallows‘ Eve (#306)

  1. Himmelhoch sagt:

    Ich denke, Halloween hat die Zahnarztinnung gesponsert, damit sie was zu tun bekommen.

  2. Frau Momo sagt:

    Da bist Du nicht alleine. Ich boykottiere Halloween auf und ich finde es auch nicht lustig, wenn wie vor zwei Jahren mein Moped von oben bis unten mit irgendso einem Klebekram beschmiert wird.
    Aber hier, in einer Gegend mit vielen Migranten, hat Halloween jedenfalls bei uns im Haus gar nicht statt gefunden.
    Feiertag haben wir eh keinen, weder gestern noch heute.

  3. Ich habe gestern keinen Feiertag gehabt und heute auch nicht. Berlin hat bei der Verteilung immer gerufen, nein, nein nur keinen Feiertag. 🙂
    Ich halte es so wie du . Ich habe gestern abend meine Ohren zugeklappt und auf kein klingeln reagiert. Ich kenne den Tag als Reformationstag und das bleibt er auch für mich. Halloween brauche ich nicht und mag ich nicht.
    LG Gabi

  4. Anna-Lena sagt:

    Auch ich boykottiere Halloween und halte davon gar nichts. Wir hatten gestern in Brandenburg einen Feiertag, Reformationstag und die wenigsten wissen, was es mit diesem Tag eigentlich auf sich hat.

  5. Der Emil sagt:

    Als in der DDR alles aus der UdSSR nachgemacht werden sollte (und manches wurde tatsächlich gemacht), war das gaaaaaaaaaanz böse.

    Heute wird jeder Sch… aus „Amerika“ freiwillig übernommen … 🙁

  6. Elvira sagt:

    Ich muss gestehen, dass ich da gespalten bin. Als meine Kinder klein waren, gab es das noch nicht. Und anfangs fand ich es schon niedlich, wenn die Kleinsten etwas verkleidet mit ihren Eltern vor den Türen standen. Da habe ich immer etwas gegeben. In einem Jahr, als unser Hund ganz neu bei uns war, habe ich ein großes Schild mit der Bitte rausgehängt, des Hundes wegen nicht bei uns zu klingeln. Ein Körbchen mit Bonbons hatte ich rausgestellt. Alle hielten sich daran. Leider hat dieser Brauch heute einen unangenehmen Beigeschmack. Denn die schon großen Kinder kennen keine Rücksichten wenn es ums Saure geht.Gestern klingelte es überhaupt nicht, obwohl wir ein einer kinderreichen Siedlung wohnen.
    Auch dem Reformationstag stehe ich mit gemischten Gefühlen gegenüber. Denn MArtin Luther war ja nicht gerade ohne, besonders was seinen Antisemitismus betraf.

  7. Follygirl sagt:

    Das Ganze ist mir relativ egal… wer Spaß dran hat soll es doch feiern.. Kinder hab ich nicht, hier draußen findet es überhaupt nicht statt. Nur bei mir auf dem Blog stelle ich gern ich mal was ein… das wars dann aber auch… Feiertag heute, JA..aber trotzdem zur Maloche..
    LG, Petra

  8. nextkabinett sagt:

    Reblogged this on Germanys next Kabinettsküche und kommentierte:
    Hier in der next Kabinettsküche hat’s ja ordentlich gegeistert. Ich wollte mal ein bischen Klarheit über dies alles haben. Auch den Refomationstag habe ich hier ernst genommen. Wie bei allen Geistesreformern gilt es auch bei Martin Luther zu differenzieren, seine Leistungen als Religionsreformer sind das eine und seine antisemitische Haltung das andere. Judenfeindlichkeit war zu seiner Zeit völlig normal. Nun ja, es ist ein schwieriges Kapitel, genau wie Martin Heideggers Verstrickungen mit dem Nationalsozialismus. Auch hier die Frage, ob man seine philosophische Leistung von seiner politischen Haltung abtrennen kann. Manche sagen, ja, andere sagen, nein. So ist es auch bei Luther. Persönlich habe ich zu Halloween auch keinen Draht, aber das Rübengeistern war für mich eine wirkliche Wiederentdeckung, habe ich mich doch als Kind tatsächlich am Schnitzen von Dickwurzmännern versucht. Ich erinnere mich, dass es mir nie so recht gelungen ist.
    In diesem Sinne … morgen dann nach Mexiko zum Tag der Toten

  9. Dina sagt:

    Bei einer langen Fahrt im Auto heute habe ich eine Nachricht nach der anderen gehört,; die Bilanz bezüglich die gestrigen „Halloween-Zwischenfälle“ löst bei mir nur Kopfschütteln aus, dieser Tag wird in meinem Kalender auch in Zukunft keine Rolle spielen.
    Liebe Grüße dir
    Dina

  10. eija, als gestern die Nachbarskinder bei mir vor der Tür standen, war ich einfach nicht vorbereitet, und sagte nur: Sorry, ich hab nix!! Die Enttäuschung stand ihnen in der Gesichtern geschrieben. Tja, da hatt ich dann heut nach Feierabend schnell was vom Kiosk an der Ecke geholt und liebevoll in 2 kleine Plastiktütchen verteilen lassen.

    Oh, jetzt kriegen sie aber was Süßes + Saures auf die Zähne. (H)

  11. Sofasophia sagt:

    ich auch nicht, das kürbisbettelfest ist nicht meins … ich gedenke der ahnen und vor uns gegangenen. damit hat es sich auch schon.
    samhain ist ein anderes paar schuhe, genau.

  12. M. sagt:

    Ich kann mir an solchen Sachen auch nichts abgewinnen. Ebenso mag ich den ganzen Faschingskram auch nicht. Bös Zungen behaupten, ich sei in der Beziehung ein oller Muffel. Na und? Bin ich es eben. Geklingelt hat es bei uns übrigens auch an der Tür, aber es gab nüscht…

  13. Gabi sagt:

    Ich seh das auch alles mit gemischten Gefühlen. Schon als es „Halloween“ bei uns noch nicht gab, fand ich den Brauch in Amerika etwas befremdend, weil doch bei uns Allerheiligen doch eher als ein ruhiger und besinnlicher Tag galt, an dem man auf den Friedhof geht und der Verstorbenen gedenkt. Dann kam Halloween auch zu uns und ich weiß genau, wäre ich noch jung gewesen, hätte ich da sicher mitgemacht, schon alleine deswegen, weil ich mich immer gerne verkleidet habe. Jetzt ist mir das jedoch relativ egal. Wer mitmachen will – warum nicht? So lange es nicht zu „unguten“ Szenarien kommt. Und dass heute alles „vermarktet‘ wird, ist ja leider auch schon normal.
    LG Gabi

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.