Ein Traum von einem Festmahl
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Mir träumte, ich wäre auf Anordnung der Bürgermeisterin in ein Restaurent gegangen zu einem Festmahl, daß die Stadtkasse für uns – wir waren zu acht, doch die anderen Menschen kannte ich nicht – bestellt hatte und bezahlen würde.
Aber was war das für eine Kaschemme! Die Tische hatten alle nur drei Beine, das vierte fehlte jeweils. Und die Hocker konnte ich mitsamt ihrer Lehne unter die Tische stellen, denn sie waren nicht mehr als ein wenig zu hoch geratene Fußbänke.
Das einzige Licht strömte von den draußen auf den Fensterbänken stehenden Petroleumlampen durch die glaslosen Fenster herein. Auf den Tellern und Gläsern, ja sogar auf dem Besteck waren in feinen Schriftzügen die Namen der besten Hotels der Stadt zu lesen.
Unser Bier könnten wir selbst zapfen, sprach der Wirt und zeigte auf eine Tanksäule. Doch als ich mir ein Herz faßte und es versuchte, tröpfelte aus der Zapfpistole saure Milch, die nach Gewürznelken roch. Auch die anderen sieben unserer Gesellschaft fanden nichts, das den Durst löschen konnte.
Derweil brachten vier Ziegenböcke und zwei meiner besten Freundinnen unser Mahl herein. So stand vor jedem von uns eine Blechschüssel voller Sand und Brennesseln, die mit Krähenfedern garniert war. In den Dessertschalen wimmelten Maden durch eine rosa schillernde Flüssigkeit. Und in winzigen Kaffeetäßchen schäumte etwas Grelloranges vor sich hin.
Keiner traute sich, von den Speisen und Getränken zu probieren. Und als mir übel wurde und ich den Abtritt aufsuchte, fand ich hinter dem giftgrünen Duschvorhang, der als Tür diente, nur zwei Eimerchen, wie sie die Kinder in den Sandkästen haben.
So wartete ich mit all den anderen auf das versprochene Festessen und die dazugehörigen Getränke, bis daß der Wirt uns aus seinem Etablissement hinauskomplimentierte. Mir drückte er dann noch die Rechnung in die Hand, die ich der Bürgermeisterin überbringen sollte. Hungrig und durstig und müde machten wir acht uns auf den Weg zum Rathaus. Und unterwegs siegte die Neugier:
Wir schauten nach, was der Stadt in Rechnung gestellt wurde. Acht Tassen Mocca double, acht Flaschen Meißner Wein, acht Spargelcremesüppchen mit Croutons, acht Rebhühner mit Spinat an Erdäpfelschaum, acht Erdbeersoufflés und 24 Flaschen vom besten Bier. Und unter dem Endbetrag stand: “Betrag im Voraus per Überweisung dankend erhalten.”
Nach Aktenlage waren wir acht verwöhnt worden vom Feinsten und jetzt satt.
Der Verfasser des Blogs schleicht davon und dankt für’s Lesen.
P.S.: Positiv am 6. September 2012 war die gelungene Sendung.
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Den Zuschlag für das Festessen bekommt der, der so ganz ohne Anspruch ist. Hauptsache, es sitzt da einer ganz brav am Tische, denn sitzt er da, kann man ihn wo anders nicht erfassen.
Stell dir mal vor, man hätte deinen Anteil an der Rechnung als Büchergeld gezahlt. Was wäre das für ein „Festessen“ geworden.
Wow – ich neige meinen Kopf vor dir!
Wieso schreibst nicht mal ein Buch?!!!! Du machst das hier immer sooo gut!!!!!
Wenn Du mir als Muse „zur Seite“ stehst … ?!?
😉
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Mein Kompliment. Eine tolle Geschichte!
lg Gabi