Lektion fürs Leben (#186)

Päuschen (Päus-chen, kleine Pause)

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Viel zu oft lebe ich viel zu hastig. Viel zu oft will ich, wollen Menschen eine Unmenge von Dingen in einer Zeit vollbringen, in der die Hälfte der Vorhaben nicht vernünftig zu realisieren ist. Wenn ich an meine Hausarbeit gestern denke … Und nebenbei konnte ja der Computer noch ein paar Dinge erledigen.

Klar war ich müde, weil ich bei diesem Wetter auch schlecht schlafe. Es ist zwar kühler geworden, aber es ist noch immer diese drückende Gewitterstimmung. Aber ich kann doch jetzt keine Pause machen? Ich werde doch wohl erst … noch schaffen, zuendebringen?

Nein, es ging nicht. Und so lag ich dann für eine halbe Stunde zu einem Mittagsschläfchen. Obwohl ich dazu keine Zeit hatte.

Danach stand ich wieder auf, gönnte mir einen frischen Kaffee und Schokoladenkekse dazu, rauchte noch eine und schrieb mir – wiedereinmal – eine Lektion auf:

Päuschen – Lehrsatz

Päuschen – Lehrsatz

«Wenn ich nicht genug Zeit zu haben glaube für ein Päuschen, dann ist’s wohl gerade die rechte Zeit dazu, mir eine Pause zu gönnen.
 
Und damit meine ich nicht meinen Blog, sondern mein “normales” Leben.»

(Fällt es eigentlich auf, daß das in alter deutscher Schrift verfaßte Wort Päus-chen mitten im Wort mit einem Schluß-S geschrieben wurde, wie es richtig ist?)

Nach der Pause hatte ich genug Kraft, meine Hausarbeit zu erledigen und ich war sogar noch in der Stadt, eine schwarze Jeans für mich besorgen. Nun muß ich nur öfter auf den Zettel schauen, und schon sollte es mir in Zukunft besser gehen.

Der Verfasser des Blogs schleicht davon und dankt für’s Lesen.

P.S.: Positiv am 3. Juli 2012 war die um 23.30 fertiggestellte Sendung.

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186 / 366 – One post a day 2012 (WP-count: 331 words)

Über Der Emil

Not normal. Interested in nearly everything. Wearing black. Listening. Looking. Reading. Writing. Clochard / life artist / Lebenskünstler.
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0 Kommentare zu Lektion fürs Leben (#186)

  1. Follygirl sagt:

    Es geht mir manchmal ähnlich… vielleicht sollte ich mir auch so einen Merkzettel schreiben?
    LG, Petra

    • der_emil sagt:

      Mit dem Zettel ist es doch wie mit dem Einkaufszettel: den schreib ich und laß ihn dann irgendwo liegen. (Jedenfalls meistens.) Ich hab zwar heute wieder ein Mittagsschläfchen gemacht, aber mit den Pausen, das ist echt schwierig.

  2. Frau Blau sagt:

    die alte deutsche Schrift… die sieht man fast gar nicht mehr und viele können sie auch gar nicht mehr lesen- ich habe sie mir als Kind einmal beigebracht und profitiere davon bis heute, aber sie mal eben so zu schreiben, kann ich heute nicht mehr- schade eigentlich…

    und ja Pausen… unbedingt und immer wieder soooo wichtig, ich sollte mir auch mal einen solchen Zettel machen, danke für die Anregung

  3. Ich habe vor langer Zeit, die alte Deutsche Schrift in der Schule gelernt und habe mich eben gefreut, das ich sie noch lesen kann.
    Pausen sind so wichtig. Leider, leider halte ich mich oft nicht daran. So ein Merkzettel wäre nicht schlecht.

    • der_emil sagt:

      In der Schule? Ui. Ich habe keine Ahnung, wo wielange noch Sütterlin die Schulausgangsschrift war … Wir benutzten sie an der EOS (1978-1982) in Mathematik für Vektoren und Tensoren (ab 1981 allerdings waren die lateinischen Buchstaben mit dem Pfeil darüber üblich).

      • Anfang der 70er Jahre gab es in meiner Schule mal einen Halbjahreskurs, an dem ich teilgenommen habe. Lesen klappt noch, ist zwar mühsam, aber es geht. Schreiben geht gar nicht mehr.

  4. M. sagt:

    Ein Like für deine tolle Schrift! Und für deine Gedanken natürlich auch.

  5. Elvira sagt:

    Meine alltäglichen Pausen lege ich zwar ein, nur will es mir nicht gelingen, die Dinge, die sich so langsam aber sicher als Zwänge einschleichen, zeitweise ruhen zu lassen. Ein Arzt fragte mich letztens, was ich denn zur Entspannung täte. Dann nähe ich, war meine Antwort. Er wiederum wollte aber wissen, was ich für meine körperliche Regeneration tun würde. Darauf blieb ich die Antwort schuldig. Das Nähen ist meine Art der Entspannung. Ich muss mich natürlich konzentrieren, dennoch bleibt, wie beim Qilten mit der Hand, ausreichend Freiraum für fliegende Gedanken. Ist das nicht auch eine Pause für den degerinierten Körper? So wie Dein Mittagsschläfchen?
    Liebe Grüße von Elvira

    • der_emil sagt:

      Zur körperlichen Regeneration würde mir der Nachtschlaf einfallen …

      Ich bin mittags neuerdings richtig müde. Das Phänomen hatt ich schon in der Tagesklinik, und ich weiß nicht, was mich zum Aufgeben der Schläfchen brachte. Hinlegen oder im bequemsten Sessel fläzen, alles hängen lassen und Augen zumachen … Heute wirds nicht gehen, bin unterwegs.

  6. Schwanger mit 40 sagt:

    Oh, du kannst Sütterlin schreiben! Das sieht sehr schön aus.

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