Flatterhaft (#150)

Die falsche Kamera

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Pfingstmontag wars, und schönes Wetter war noch dazu. Also war ich wieder draußen.

Ich schlich mich am Grund der Saale entlang – wirklich! Einer der Seitenarme führt so wenig Wasser, daß eine Kiesinsel trockenen Fußes zu erreichen ist. Dann stand ich dort und beobachtete winzige Fischlein.

Aus den Augenwinkeln nahm ich etwas Schwarzes, Taumelndes über dem Gras wahr. Wie ein Schmetterling bewegte es sich auf und ab. Doch als ich mich umdrehte, war das Tier verschwunden.

Einmal umrundete ich die Insel auf der Suche nach dem Schmetterling. Dann sah ich ein schwarzes Tier auf einem Halm sitzen:

Libelle-1

«Gebänderte Prachtlibelle» (Calopteryx splendens), männlich

Ach, und dann habe ich die Zeit vertrödelt. Über 250 Bilder versuchte ich von dem und anderen Insekten zu machen. Zwei Stunden bin ich auf dem Inselchen herumgehüpft. Und dabei mußte ich feststellen, daß die Digitalknipse nicht wirklich für solche Bilder brauchbar ist.

Der Autofokus stellt scharf auf irgendwas. Könnte ich manuell einstellen, hätte ich eine kleine Blende (f/16) mit großer Tiefenschärfe eingestellt. Meine Samsung ES-28 stellte zwischen f/3,6 und f/5,9 ein: wenn ich die Kamera still genug hielt, so wehte der Wind die Tiere heftig hin und her und immer aus dem Schärfebereich heraus. Mit der Sigma DP2 wäre ich bestimmt zufriedener gewesen.

Libelle-2

«Gebänderte Prachtlibelle» (Calopteryx splendens), männlich. Zum Vergrößern anklicken.

Es gab noch andere Libellen. Diese beiden Bilder allerdings sind die einzigen zwei, die auf der Insel halbwegs geraten sind. Dann verließ ich die Insel. Im Gebüsch sah ich sie dann halbtot, festgehalten von diesem unsäglichen Unkraut:

Libelle-3

«Gebänderte Prachtlibelle» (Calopteryx splendens), männlich. Zum Vergrößern anklicken.

Und von einem Schild am Wegrand weiß ich sogar, daß dies die «Gebänderte Prachtlibelle» (Calopteryx splendens) ist, deren Weibchen ich auch gesehen habe.

Dann habe ich hier noch ein Bild, extrem unscharf, ja, aber da wüßte ich doch gern, was das für eine Libelle ist, so groß (5 cm bis 7 cm) und fett und gelb:

Libelle-4

Unscharf. Das Tier hat die Größe einer “normalen” Zigarette.

Genug geflattert für diese Pfingsten.

Der Verfasser des Blogs schleicht davon und dankt für’s Lesen.

P.S.: Positiv am 18. Mai 2012 war die Ruhe an der Saale.

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Über Der Emil

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0 Kommentare zu Flatterhaft (#150)

  1. GG sagt:

    Und später im Jahr findest du dann auf großen trockenen Steinen am Wasser die blauen Flügelchen. Warum das so ist, weiß ich nicht. Mein Kind klein sammelt sie dann ein und bewahrt sie auf.

  2. Follygirl sagt:

    Toller Ausflug.
    Mit was für einer Kamera bist Du denn unterwegs?
    LG, Petra

    • der_emil sagt:

      Ich hatte eine Samsung ES-28 mit. Naja, so ein vollautomatisches Ding eben, mit dem ich wirklich zufrieden war bisher. Ob bei der Reparatur was verschlimmbessert wurde? Ich weiß es nicht. Die Möglichkeiten zur manuellen Einstellung fehlten mir noch nie so sehr wie gestern.

  3. Gudrun sagt:

    Ich finde deine Entdeckungen interessant. Gut, dass du „auf dem Inselchen herumgehüpft“ bist.

  4. colorsigns sagt:

    wunderschön, dein Ausflug und das Eingefangene, eine gute Woche wünsche ich dir herzlichst Christin

  5. Herbstbaum sagt:

    Ja, es ist eine Herausforderung mit Vollautomatik kleine Objekte zu fotografieren. Meine Libellenblider von gestern sind auch nur zum Teil geworden. Bei der gelben (beigen?) Libelle kann ich auch nicht weiterhelfen. Mein erster Gedanke bei der Farb- und Größenbeschreibung war: Keiljungfer (Gomphus). Gut beschrieben in http://www.libelleninfo.de. Leider fehlen dort weitere Artbeschreibungen. Es könnte auch ein unscheinbares Weibchen einer anderen „hübschesMännchenArt“ sein. Liebe Grüsse!

  6. Amelie sagt:

    Gebänderte Prachtlibelle heißt sie also. Ich war am Samstag in Dessau und bei einem tagbeschließenden Spaziergang an der Mulde waren sie auch zu sehen. Doch bevor ich mit meiner Kamera so weit war, waren sie weitergeflattert. Und ich habe mich entschlossen, sie ’nur‘ mit den Augen zu beobachten.
    Ach, so ein flatterhaftes Leben.

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