Im Dunkeln
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Ringsum ist es plötzlich dunkel. Rabenschwarz. Ich bleibe regungslos stehen, lausche angestrengt. Es ist nichts zu hören außer meinem Atem und meinem Herzschlag.
Waren da Schritte? Sind da Schritte? Schleicht sich da jemand vorsichtig an mich heran? Mein Herz rast, ich halte den Atem an. Nichts. Absolute Stille. Gespenstische Stille. Nur etwas, das wie Wind klingt. Oder atmet da jemand schwer?
Ängstlich drücke ich mich mit dem Rücken an die Wand. Ich versuche, in die Wand hineinzukriechen, mich in ihr zu verstecken. In völliger Dunkelheit und Stille taste ich mich nach einiger Zeit doch vorsichtig weiter.
Meine Fußspitze tippt ins Leere.
Ein Geräusch. Direkt vor und unter mir, in der Leere vor meinem Fuß.
Da ist jemand. Da im Dunkeln muß jemand sein! Starr vor Schreck halte ich wieder den Atem an, schließe die Augen. Und so plötzlich, wie es vorhin dunkel wurde, ist es jetzt wieder hell.
«Ah, die Frau Müller aus dem fünften Stock. Jaja, die Schaltzeiten der Treppenhausbeleuchtung sind zu kurz …» Herr Weichner, zweiter Stock rechts, schließt seine Wohnungstür ab und geht vor mir die Treppe hinunter.
Der Verfasser des Blogs schleicht davon und dankt für’s Lesen.
P.S.: Positiv am 6. März 2012 war trotz “knietschiger” Kinder das Frühstück.
© 2012 – Der Emil. Text & Bilder stehen unter der creative common license für Deutschland 3.0
(Namensnennung, keine kommerzielle Verwertung, keine Veränderung):
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Man konnte sich in den ersten Zeilen eine dunkle Nebenstraße zur Nacht in einer gefährlichen Gegend vorstellen… Dann die Wendung im Treppenhaus… Faszinierend!!!
Meine Güte, Emil, nun hab ich aber Herzklopfen bekommen und einen Angstschweißausbruch … und das am frühen Morgen 😉
LG
SK
Klasse beschrieben *daumenhoch*
*puh* wie aufregend … gut geschrieben 😉
Emil, der Krimiautor. Hören wir noch mehr von dir?
Hach, hier fühle ich mich wohl bei diesen Geschichten. Habe zwar erst mal nur ein paar Artikel überflogen, aber mir kam so Vieles bekannt vor.
Aber erst mal danke für deinen Besuch auf meinem Blog. Darf ich deinen Link mitnehmen?
Tschüssi Brigitte
Ich danke euch allen fürs Lob. Naja, ich habe sozusagen die Gefühle und Gedanken beim Schreiben alle erlebt, wirklich die Luft angehalten usw. Trotzdem stammt das Textchen „nur“ aus meiner Phantasie.
Von den kurzen Dingern kommen bestimmt noch einige, aber ob da Krimis dabeisein werden?
Der kleine Text lässt den Atem stocken, kurz nur zum Glück.
Und hat mich an die Stadtwohnungen erinnert, wo solche Schaltzeiten wohl eine Rolle spielen, und knarzende Treppen und kohlige Gerüche und….
Gruß von Sonja
Ich hab richtig mitgefühlt bei diesem Text. Solch ähnliche Situationen hat ja wohl schon jeder mal erlebt. – Ich zumimdest schon, z.B. als Kind.