Pfützenphilosophie
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Miniatur 1 / 8
In der gefrorenen Pfütze spiegelt sich, was ringsum tatsächlich ist. Das gespiegelte Bild verändert sich, wenn ich meinen Standort verändere. Der Wechsel der Position bringt den Wechsel des Gesehenen mit sich.
Einmal erscheinen Bäume, einmal die Sonne, der blaue Himmel. Ich sehe in der gefrorenen Pfütze auch die vorübergehenden Menschen.
Doch das meiste ist beim Blick in diesen eiskalten Spiegel seltsam verzerrt, und die Farben scheinen blasser zu sein als in der Wirklichkeit. Selbst mein Speigelbild wird mir – je nach Beschaffenheit des Eises – nicht sehr ähnlich sein.
Aber: Beim Blick in eine gefrorene Pfütze sehe ich doch immer nur diese Pfütze an. Die gespiegelten Zerrbilder sind nicht die Wirklichkeit, verdecken diese sogar.
Ist es beim Blick in das (eigene) gefrorene Herz oder in die (eigene) gefrorene Seele nicht auch so?
(Während meiner Zeit in der Tagesklinik entstanden.)
Der Verfasser des Blogs schleicht davon und dankt für’s Lesen.
P.S.: Positiv am 16. Februar 2012 war mein Besuch bei “meinem” Doktorchen und mein Besuch bei der allerallerallerbesten Freundin.
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Gefällt mir gut..
LG, Petra
Das ist eine meisterhafte Assoziation. Ein gefrorenes Herz/ Seele nimmt nur verblasst die Farben des Lebens auf. So kann man es wirklich sehen…
Dankesehr.
Pfützenphilosophie, das ist ein sehr schöner Titel. Vielleicht klingt es ja albern, aber ich mag Pfützen sehr und die Überlegungen dazu auch. (rein literarisch würde ich den letzten Satz, diese Frage, streichen, weil die durchaus aus dem Rest herauslesbar ist, aber das ist dummes klugscheißerisches Zeug, das eigentlich gar nicht hier her gehört).
Ah – genau das ist einer von den Hinweisen, nach denen ich lechze.
Es ist ja so, daß ich diesen Satz die ganze Zeit üer mit in meinem Kopf hatte. Funktioniert der Text auch ohne ihn?
meiner Meinung nach funktioniert der Text sehr viel besser ohne diese Frage, weil der Leser sich die Frage selbst stellen soll und wird, wenn er diesen Text gelesen hat.
Hm. (Ich laß ihn jetzt durchgestrichen stehen – bin hin- und hergerissen: entfernen, jetzt schon? Odere noch Meinungen abwarten?)
letztendlich bleibt es immer deine entscheidung.
Aber nicht zu frostig kucken 😉
Niemals.
Ich würde die letzten Fragen stehen lassen; nicht jeder denkt so weit (oder so tief).
Spiegelbilder mag ich sehr und gerade solche in Pfützen finde ich faszinierend. Ich sammle die geradezu – fotografisch.
Ein Sprichwort gibt’s: Auch eine Pfütze kann den Himmel spiegeln.
Ich bin soooo hin und hergerissen.
Sammeln: Auch gefrorene Pfützen?
Nein, aus Mangel an Gelegenheit, glaube ich. Aber ich werde das mal im Hinterkopf behalten.
Ein mit Worten gemaltes Bild. Immer im Hintergrund: Anspielungen auf gesehene und gefühlte Verzerrungen von Herz und Seele, zeitweise vereist- ich dachte, Du hättest den letzten Satz durchgestrichen, weil inzwischen aufgetaut? Klingt auch in meinen „Ohren“ zu pathetisch- wäre aber in Ordnung, wenn es damalige Gefühle trifft! Dann stehen lassen.
Gruß von Sonja
Wenn der Text nur “Frostblick” hieße, frage ich mich, wäre dieser letzte Satz dann etwas, das zum Funktionieren notwendig ist? (der Nachsatz steht dann ja auch nicht dabei?)
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