Wenn mir die Sprache fehlen würde …
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… könnte ich dann wenigstens schreiben?
… wüßte ich mich nicht verständlich zu machen.
… fehlten mir die Untertöne und verschiedenen Betonungen?
… könnte ich niemanden mehr anschreien.
… telefonierte ich nicht täglich zwei Stunden.
… verlernte ich vielleicht auch das Hören?
… bräuchte ich niemanden mehr anzuschreien.
… könnte ich der Liebsten nicht mehr sagen “Ich liebe Dich”.
… wäre ich nicht mehr ich.
Aber wer wäre ich dann?
Der Verfasser des Blogs schleicht davon und dankt für’s Lesen.
P.S.: Positiv am 25. Januar 2012 waren nette Kontakte ohne Tonaufnahmen.
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Bei jedem, dem „etwas“ fehlt, bildet sich alles andere um so mehr aus, um auszugleichen.
Vielleicht ein Sprachloser, der sich mit oder durch Gefühl ausdrücken kann, was aber nicht am Telefon geht, das ist eigentlich auch gar nicht so wichtig, kannst SMS senden und die Sprache des Herzens versteht jeder!
GLG Marianne ♥
DU BLEIBST
IMMER DU
UND ES IST GUT
SO!!!
Oh, Du könntest der Liebsten schon sagen „Ich liebe Dich“. Selbst ich kenne dieses Zeichen der Gebärdensprache 😉 Ganz davon abgesehen, gibt es 1000 andere Möglichkeiten, dass auch ohne Wort zu sagen. SPRACHLOS wärst Du keinesfalls, und das Hören würdest Du ganz sicher nicht verlernen sondern ein noch besserer Zuhörer werden, der auch die leisesten Untertöne versteht
Ich kenn die nicht …
Aber mal weiterdenken: Wenn nicht nur die Sprechfähigkeit/Schreibfähigkeit fehlte, sondern überhaupt keine Sprache (wie bei einem tauben Kleinkind – das war der Auslöser für diese Gedanken) vorhanden wäre …
Ich glaube, Sprache ist viel mehr als „nur“ Worte. Auch jemand, der nicht hören kann, nicht sehen kann, muss nicht allein im Dunkeln sitzen. Es gibt so viele Möglichkeiten der Kommunikation. Wenn es alle wollen.
Taube Kinder lernen doch aber auch sprechen! Es dauert nur etwas länger und bedarf besonderer Förderung. Und, wie Gudrun sagt; sprachlos bits Du nie, weil Sprache nicht nur Sprechen ist. Sprachlos bist Du erst, wenn Du emotionslos und gefühlslos in einem Dämmerzustand dahinsiechst, vielleicht auch noch bewegungslos bist. Obwohl ich mir nicht sicher bin, ob das Problem dann eher bei den Zuhörern liegt, die Deine Sprache in diesem Fall nicht verstehen.Sprachlosigkeit ist also vermutlich eher eine Problem des nicht Verstandenwerdens
Da muß aber erstmal erkannt worden sein, daß kein Hören möglich ist … Lange Geschichte.
Ich gestehe, daß ich das Nachdenken jetzt aufgegeben habe. Es ist einfach zu unvorstellbar für mich, ohne Sprache, ohne Kenntnis der Buchstaben und Worte zu leben. Dazu reicht meine Phantasie wirklich nicht aus … Auch wenn ich erst vor kurzem wieder einen Filmbeitrag über das «Locked in»–Syndrom sah.
Da muß ich mal drüber nachdenken …
spontan fällt mir dazu folgendes ein:
ich war bei Dialog im dunkeln
http://www.dialog-im-dunkeln.de/
dort habe ich gemerkt, wie schnell, als ich nicht mehr sehen konnte, sich die anderen Sinne geschärft haben und trotz „Blindheit“ ein „Sehen“ möglich war.
Ich denke, das ist mit der Sprache ebenso, wenn ich nicht mehr sprechen kann, dann kann ich vielleicht schreiben, oder malen, oder tanzen
Jemand, der nie sprechen konnte, drückt sich sicher ganz anders aus.
Lieber Emil, ein sehr interessantes Thema für einen gewöhnlichen Donnerstag 🙂
Grüßle
SK
Du bringst mich da grad auf Ideen … Tanzen, Malen, Photographieren, Pantomime. Japp!
Mich erinnert das an Tim Bendzko’s „Wenn Worte meine Sprache wären“: http://www.youtube.com/watch?v=RsZvjqG2lec
… obwohl das natürlich nicht das Gleiche ist, was Du ausdrücken wolltest.
Schön, Deine Worte zu lesen 🙂
Lieber Emil,
du hast ja nun auch schon oft genug erlebt, dass ich nicht nur wenig sondern nix heraus bekomme, dass auch über längere Zeit. Auch dann habe ich es geschafft auf mich aufmerksam zu machen und das rüber zu bringen was ich wollte. Sei es durch pfeifen, Zeichensprache (ich erinnere an die Bäckersfrau, bei der ich nen Berliner extra wollte, also der nicht auf meinem Zettel stand, da gab es sehr viel zu lachen), per SMS oder wie ich dann häufig zu dir Kontakt aufnahm, per Skype.
Es findet sich immer wieder eine Möglichkeit sich auszudrücken.
Und das dann das Hören ausfällt, kann ich bestätigen, trifft NICHT zu.
Aber wie du ja weißt, hat sich seit ich nicht mehr richtig reden kann meine Einstellung zu mir selbst und anderen gegenüber sehr verändert. Ich denke nun viel mehr an mich. Das klingt sicher für alle hier egoistisch, nur war ich vorher nie für mich selbst da.
Auch meine Sprachlosigkeit verändert mich und auch meine Umwelt.
Nun muss ich auch genau darum auch noch umschulen. Nen bissl Angst hab auch ich davor. Bin ja keine 25 mehr.
Also denk Du mal nicht so sehr drüber nach.
Auch du wirst immer wieder Wege finden um zu kommunizieren.
Nen guter Zuhörer bist ja schon jetzt.
Und mein allerallerallerbester Freund <3
Anstoß zu diese Gedanken gab, daß ich über einen Jungen sprach, der erst mit über drei Jahren als taub erkannt wurde, bis dahin als geistig behindert galt und einfach keine Ahnung hatte, was Sprache ist!
Es geht hier mitnichten (nur) um mich, sondern eben um die Vorstellung eines Lebens ohne Sprache in gesprochener oder geschriebener oder gehörter Form. Schwierig? Ja, deshalb hab ich hier “laut” nachgedacht …
Fühl Dich mal umärmelt, und zwar heftig – ach, ich mach das mit Dir gleich in echt.
… Dann würde dir doch das unermessliche Reich der wortlosen Töne bleiben… 😉
Sieh dir doch nur einmal an, was alleine Mozart in seinen wenigen Lebensjahren an wortlosen Kompositionen geschaffen hat!…
Womöglich eine person ohne Stimme, aber man kann sich auhc anders kundtun 🙂
Nicht sprechen können bedeutet nicht, auch sprachlos sein. Kennst Du diese Filme? „Jenseits der Stille“ oder „Gottes vergessene Kinder“ oder „Mr.Holland´s Opus“?
Das ist die Grundlage des Menschen Seins seine Stimme zu gebrauchen und diese zu erheben (Für Taubstumme anstelle der gesprochenen Worte die Schrift als „Stimme“) zur Artikulation!