Fear (Nº 309 #oneaday)

Aushalten werd‘ ich

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Angst habe ich. Angst vor Jemandem und Angst um Jemanden. Begründete Angst.

Für mich ist das ein ziemlich beschissenes Gefühl. Wie für jeden. Oder?

Nun frage ich mich gerade, wie ich damit umgehen kann. Ignorieren? Richtig tief reinfallen lassen in die Angst? In diesen grauen, dunkelgrauen Matsch? Gibt es Strategien und Taktiken, mit Angst dieser Art umzugehen?

Davon nämlich habe ich keine Ahnung. Angst lähmt mich einfach. Macht mich hilflos. Sagt mir immer wieder, daß ich wohl irgendwo versagt haben muß. Hätte ja das eine oder andere früher oder anders machen können!

Daß ich mit dem Wissen von heute nicht Entscheidungen von gestern prüfen und bewerten darf, das ist mir auch klar. Jedenfalls vom Vestand her.

Trotzdem haben (auch) meine Entscheidungen noch heute Folgen, aus denen meine Angst entsteht. Und eben mit dieser Angst weiß ich nicht umzugehen.

Deswegen, weil ich Angst um und vor Jemanden habe, habe ich gestern diesen seltsamen Eintrag verfaßt. Und meine Angst ist auch heute noch sehr präsent.

Normale Dinge werden von ihr sehr schwergemacht. Einfache Dinge werden kompliziert. Angst wirkt bei mir auch körperlich (die Einzelheiten allerdings erspare ich der Öffentlichkeit).

Aushalten werde ich sie müssen. Noch eine ganze Weile. Vielleicht auch sehr lange. Aber ich will es schaffen, will es überstehen und danach: Danach will ich ohne diese Angst leben.

Ich kann es. Ich werde es tun.

Der Verfasser des Blogs schleicht davon und dankt für’s Lesen.

P.S.: Positiv am 4. November 2011 war, daß ausgerechnet diese eine Person mich tröstete und daß ich lange mit der Liebsten sprechen konnte.

© 2011 – Der Emil. Dieser Text steht unter einer creative common license für Deutschland 3.0
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Über Der Emil

Not normal. Interested in nearly everything. Wearing black. Listening. Looking. Reading. Writing. Clochard / life artist / Lebenskünstler.
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0 Kommentare zu Fear (Nº 309 #oneaday)

  1. Elvira sagt:

    Besser, Du hältst diese Angst jetzt aus, stehst sie durch. Denn noch schlimmer ist die Angst vor der Angst! Da gerätst Du in eine Spirale, aus der zu entkommen sehr schwierig ist. Und Du wirst sie aushalten, bist ja schon dabei gegen sie anzugehen. Es sei denn, Du hast Angst vor Dir selber.
    Ich lese da nur wieder etwas von „Versagen“. Warum denkst Du, Dass DU versagt hast? Vielleicht kannst Du das einmal auf jemand anderen projizieren? Denn Fakt ist, lieber Emil, in der einen oder anderen Sache, zu dieser oder einer anderen Zeit, haben wir alle, und ich meine wirklich alle, schon mal versagt.
    Liebe Grüße,
    Elvira

  2. Es ist schwer, dazu etwas zu schreiben. Denn welche Situation es genau ist, die Dir Angst bereitet, schreibst Du nicht. Das geht die Öffentlichkeit auch nichts an! Dennoch ist es unmöglich, auf dieser Grundlage darauf einzugehen, zu beschwichtigen, zu trösten, zu beruhigen oder zu wasauchimmer.

    Vor wenigen Tagen erhielt ich eine schlimme Nachricht, die einen Ex-Partner betrifft, mit dem mich über Jahre viel verbunden hat. Ich habe Angst um ihn und doch weiß ich, dass ich nichts tun kann. Außer vielleicht für ihn da zu sein, wenn er es möchte … zulässt. Und diese Angst lässt mich ebenfalls nicht los. Sie begleitet mich Tag und Nacht. Auch wenn ich weiß, dass es nicht in meiner Hand liegt, etwas an seiner Situation zu verbessern.

    Manchmal muss man loslassen, um wieder handlungsfähig zu sein. Und dann geht die Angst mitunter von ganz allein. Ich drücke Dir auf jeden Fall unwissend die Daumen, lieber Emil!

  3. anniefee sagt:

    Wenn du der Person nicht helfen kannst und auch niemanden durch das Mitteilen deiner Befürchtungen dazu motivieren kannst, Hilfe zu leisten – ist es vielleicht ratsam, sich zu überlegen:
    Was ist der worst case ? Wie lange wird die jetzige Situation dauern, hat das Fürchten quasi eine Deadline (durch ein bevorstehendes Ereignis z.B.) ? Und wem hilft es, wenn du (zusätzlich zu der betreffenden Person) leidest ?
    Es ist wirklich schwierig, so abstrakt etwas zu empfehlen. Deshalb Fettnäpfchen und Fehleinschätzungen bitte nicht übel nehmen.

    • der_emil sagt:

      Worst Case ist bekannt, läßt sich mit ziemlicher Sicherheit vermeiden, ist aber genau das, was mir soviel Angst machte.

      Eine Deadline gibt es auch, das entsprechende Ereignis ist eingeleitet, aber sein Ende zeitlich noch nicht bestimmbar.

      Hmpf. Es muß sich jemand selbst helfen, anders geht das Ganze nicht. Und ich kann dazu wirklich nichts tun als nur meine Unterstützung anbieten, aus der Ferne.

  4. M. sagt:

    Ich habe auch manches Mal Angst. Wahnsinnige Angst. Nur ist diese vom Ursprung wahrscheinlich anders, als deine Angst. Ich kann mich den Ausführungen von Tina nur anschließen. Alles andere wären nur gedankliche Vermutung, die auf Irrwege führen kann. Ich wünsche dir den Tag X, an dem du über der Angst thronst.

  5. minibares sagt:

    Vielleicht versuchst du mal, dich körperlich anzustrengen, mit Schattenboxen, also einfach in die Luft boxen. Mit Laufen auf der Stelle. Damit kannst du dich ablenken.

    • der_emil sagt:

      Ich habs (auch) etwas anders gemacht: Hab seit über zwei Jahren mein Katana und mein Wakizashi mal wieder ausgegraben … Schattenboxen konnte ich auch damit üben 😉

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