Ein Anflug von Herbst (Nº 285 #oneaday)

Ich bin im (Vor-)Advent.

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Vorm Fenster rauscht der Wind sehr laut vorbei. Hier oben im neunten Stock höre ich deutlich den Herbststurm, der unten am Boden, zwischen den Häusern kaum in der Lage ist, ein paar Blätter aufzuwirbeln.

Das Rauschen sagt auch, daß “meine” Fenster doch nicht ganz dicht sind. Gut so, finde ich, denn ich möchte nicht hermetisch abgeschottet wohnen. Ja, Wärmeverlust usw. Alles verstanden, nur: Früher waren alle Fenster ohne Dichtgummi.

Damals™ wurden im Herbst vielerorts die Doppelfenster aus dem Keller oder vom Boden geholt und wieder eingehängt. Verbundglas- oder Isolierglasfenster? Fehlanzeige. Solchen neumodischen Schnickschnack gab es nicht.

Undichte Fenster waren zu den Zeiten, da jedes Zimmer noch einzeln mit einem Kohleofen beheizt wurde oder ein großer Verbundkachelofen als Kochherd und Heizstätte für Küche und “Gute Stube” diente, überlebenswichtig. Sie ließen ausreichend Sauerstoff in den Raum.

Auch die Doppelfenster taten dies, selbst wenn, wie so oft, zwischen deren äußere und innere Flügeln unten eine Decke gelegt wurde, um den Zug etwas zu vermindern. Sie waren trotzdem niemals ganz luftdicht. (Gab es damals so viel Schimmel wie heute in den Häusern und Wohnungen?)

Jedenfalls waren die eingesetzten Doppelfenster auch ein Zeichen dafür, daß der Winter nicht mehr allzuweit entfernt ist. Als Kind wußte ich, daß nun bald in dem Raum zwischen Innen- und Außenfenster Engel und Bergmänner und Nußknacker und Schwibbögen und und und aufgebaut werden würden.

Ja, meist wurden die Fenster zum Ende der Herbstferien (3. Oktoberwoche?) eingesetzt, es blieben also noch sechs Wochen bis zum Beginn der herbeigesehnten Winter- und Weihnachtszeit.

Heute höre ich den Sturm draußen rauschen und weiß: es ist Herbst. Doppelfenster kann ich nicht einhängen. Und es sind auch noch mehr als sechs Wochen bis zur Adventszeit.

Aber ich, ich bin schon mittendrin im Advent: Ich schreibe Geschichten für (m)einen Adventskalender. Und so zünde ich mir jetzt, kurz nach 18 Uhr, ein Räucherkerzchen an, um mich in die richtige Stimmung zu versetzen.

Und in sechs Stunden werde ich tief und fest schlafen, hoffentlich einen schönen Text mehr fertighaben. Und dieser Beitrag geht automatisiert online.

Der Verfasser des Blogs schleicht davon und dankt für’s Lesen.

P.S.: Positiv am 11. Oktober 2011 war mein Erfolg bei der Pastorin und der Besuch bei meinem Grüppchen.

© 2011 – Der Emil CC by-nc-nd der_emil(at)arcor(dot)de

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Über Der Emil

Not normal. Interested in nearly everything. Wearing black. Listening. Looking. Reading. Writing. Clochard / life artist / Lebenskünstler.
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0 Antworten zu Ein Anflug von Herbst (Nº 285 #oneaday)

  1. Himmelhoch sagt:

    Kommen die Adventsgeschichten hier online?

  2. sucherin sagt:

    Auch wenn ich absolut lieber die warme Jahreszeit mag, kann so ein um das Haus heulender Herbststurm schon recht gemütlich sein. Bei Deiner Beschreibung fing ich fast an, den Winter (zumindest in der warmen Stube) doch ein bisschen zu mögen.LG

  3. sweetkoffie sagt:

    Das mit den Doppelfenstern kenne ich auch noch aus meiner Kindheit, also von gaaaanz früher 🙂

    Was, lieber Emil, Du bist schon bei der Gestaltung des Adventskalenders?
    Und ich habe noch nicht einmal die Winterreifen aufziehen lassen …
    Nee, also wirklich … nun muß ich aber los 😉
    Grüßle
    Sweetkoffie

  4. fudelchen sagt:

    Adventskalender…den gibt es dieses Jahr bei mir nicht, das nimmt in den Blogs überhand. All die schönen Geschichten kann man gar nicht lesen. Schade drum

    GLG Marianne ♥

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