Anruf, morgens halb zehn (Nº 243 #oneaday)

Planung? Wozu denn …

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Grad war ich wach, hatte die Liebste an dem einen Telefon – da klingelte ein zweites. Und die Nummer kannte ich.

Seit einiger Zeit plane ich ja wieder. Und so hatte ich auch geplant, daß ich nach Auskunft der Klinik in Bälde dort einreiten soll. Bis dahin sollte auch noch viel passieren. Da war dies noch zu erledigen, das noch vorzubereiten, jenes abzuschließen. Alles sauber durchgeplant, mit genügend Reserven.

Auch genug Zeit zur mentalen Vorbereitung auf die Therapie. Zwar weiß ich wirklich nicht, was dort geschehen soll, aber irgendwie wollte ich mich darauf vorbereiten. Bis zum vereinbarten Datum.

Dann war da gestern früh der Anruf. Und nun ist die ganze Planung hinfällig.

Viel früher nämlich habe ich mich um 8 Uhr anzumelden.

Das wird die Zeit vorher noch sehr stressig. Hausarzt vorziehen, Papiere schneller besorgen und Bürokratiewust fertigmachen (nicht für die Klinik, sondern für was anderes). Herzflattern inklusive. Da hilft auch kein autogenes Training – mir fehlen jetzt sieben Tage. Zur Vorbereitung. “Man” zwingt mich, mein Tempo zu verlassen, sozusagen in einen Schweinsgalopp zu verfallen.

Und das hasse ich. (Davon kann jemand ein Lied singen.)

Denn lange Zeit habe ich jetzt versucht, mein eigenes Tempo zu finden. Ich habe es auch gefunden. Und nun: Erster Schritt der Therapie ist das Herausfallen, das Herausgestoßenwerden aus diesem Tempo. Verwirren, vernichten(?), ganz nach unten abrutschen (nein, nicht wirklich; ich weiß mich aufzufangen, auffangen zu lassen). Und dann von ganz unten wieder mühsam nach oben krabbeln – anfangs auf allen Vieren?

Jedenfalls habe ich jetzt Angst vor dem, was da auf mich zukommt. Bisher hatte ich diese Angst nicht, jetzt schlägt sie zu.

Ich liebe es, wenn ein Plan funktioniert. Allerdings scheine ich neuerdings Egon Olsen zu heißen …

Der Verfasser des Blogs schleicht davon und dankt für’s Lesen.

P.S.: Positiv am 30. August 2011 war – trotz des damit verbundenen Streß' – die feste Terminzusage.

P.P.S.: Aber ab 20.50 Uhr war der Abend absolut beschissen. Ich werd's überleben.

© 2011 – Der Emil CC by-nc-nd der_emil(at)arcor(dot)de

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Über Der Emil

Not normal. Interested in nearly everything. Wearing black. Listening. Looking. Reading. Writing. Clochard / life artist / Lebenskünstler.
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0 Kommentare zu Anruf, morgens halb zehn (Nº 243 #oneaday)

  1. Himmelhoch sagt:

    Versuche es auf die Reihe zu bekommen – ich denke, es lohnt sich sehr, was du dir vorgenommen hast.

  2. Follygirl sagt:

    So ein bißchen kann ich das nachvollziehen… ich hasse Streß… und habe mich auch so schlön eingerichtet, das ich alles schön gemütlich erledigen kann… (und habe immer viel Zeit für all die anderen Sachen, die ja so viel wichtiger sind).
    Hoffe trotzdem, daß Du alles gut auf die Reihe bekommst (na kar, wirst Du das!) und das Deine Therapie dann für Dich gut läuft.
    LG, Petra

  3. eremitin sagt:

    Ich hoffe und wünsche dir, dass du das schaffst. Alles erledigt und auf die Reihe zu bekommen. Und ich hoffe und wünsche dir, dass dir die Therapie gut tut und du das erhoffte Ziel erreichst.
    Herzliche Grüße und alles Gute für dich

  4. Gudrun sagt:

    Dass du jetzt arg leiden musst, wirst du überstehen. Ich weiß es einfach. Und all das, was du dir vorgenommen hast, ist ein lohnenswertes Ziel. Ich drück dir die Daumen, lieber Emil.

  5. Gisi sagt:

    Kann ich gut nachvollziehen, ich mag Stress und Druck auch nicht,
    aber irgendwie klappt es dann doch alles,
    Lieber Emil, für deine Therapie wünsche ich dir den Erfolg
    den du dir erhofft, laß dich nicht klein kriegen, auch wenn alles
    manchmal trostlos erscheint, es geht weiter!

  6. fudelchen sagt:

    Du schaffst das alles…ich glaub daran 😉

  7. anniefee sagt:

    „“Man” zwingt mich, mein Tempo zu verlassen, sozusagen in einen Schweinsgalopp zu verfallen. “
    –> das klingt ja albtraumhaft. Aber zumindest ist es ein umso schnelleres Hintersichbringen des Bürokratie und Vorbereitungswustes. Es nützt ja nix, die Pläne sind mitunter größer als man selbst.

  8. Nun, dass das zur Therapie gehört, wage ich zu bezweifeln. Es wird jemand ausgefallen sein, oder eine/r hat abgebrochen. Nimm es locker! Kontrolle abgeben zu können, ist eine tolle Sache – alles kontrollieren wollen, nur ein Bremsklotz in unserem Leben. Vorbereiten kannst Du Dich eh nicht, es kommt doch anders.
    Alles Gute!
    Elvira

  9. nextkabinett sagt:

    Ach, das ist das Leben! Eine Therapie ist ja einerseits eine Ausnahmesituation, andererseits wird man während einer Therapie auf’s nackte Leben gestoßen. So ist das, alles völlig normal. Und eine Therapie funktioniert dann, wenn sie ins Leben integriert ist und nicht das Leben in die Therapie. Mach Dir keinen unnötigen Stress, was Du schaffst, schaffst Du, was nicht, halt nicht. Das machst Du dann eben nach dem 5.9. in aller Ruhe. Es wird schon. Ich bin übrigens zurück aus der Sommerpause.

  10. colorsigns sagt:

    ich glaube auch das du das schaffst leise nachdenklich christin

  11. freidenkerin sagt:

    Du schaffst das, lieber Emil! Da bin ich ganz, ganz sicher!

  12. der_emil sagt:

    Also: Das wird ja “nur” Tagesklinik – von morgens (sehr früh zeitig für meine Begriffe) bis nachmittags. Ich hatte mir Zeit gegeben, um mich mental tatsächlich drauf einzustellen – da fehlt mir eben jetzt Zeit.

    Die Bürokratioe ging gestern besser und schneller als gedacht.

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