Begeisterte Gänsehaut in einer Kirche
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Obwohl mir die Ruhe zu solchen Dingen gerade fehlt, wollte ich unbedingt mit meiner allerallerallerbesten Freundin ein Konzert besuchen gestern Abend. Im Vorübergehen war mir vor einigen Tagen ein einziges Plakat am Kirchenaushang aufgefallen:
Andere Werbung hab ich leider nicht gesehen, und auch ich selbst kam erst sehr spät auf die Idee, Werbung dafür zu machen. Schade. Gut, es gibt mindestens eine Website, auf der diese Veranstaltung beworben wurde (und von der ein Snapshot dort zu sehen ist.
“Pipe meets Organ – Königin trifft Spielmann” lautet das Motto des Eröffnungskonzertes einer ganzen Reihe von Veranstaltungen. Also ein Konzert für Dudelsäcke und Orgel – welch ein Zufall, daß ich beide Instrumente liebe. Die Propsteikirche St. Franziskus und St. Elisabeth wollte ich ja sowieso nocheinmal besuchen, wie ich in dem Beitrag Sonnenorgel auf meinem Blog mit Bildern aus Halle (Saale) schrieb.
Gegen 19.45 Uhr war ich schon dort. Bis etwa 21.30 Uhr saß ich mit etwa 50 oder 60 Leuten (ich habe nicht gezählt) in der Kirche und lauschte. Und war begeistert. Und abgelenkt von den Sorgen, die ich zur Zeit habe. Es fühlte sich wie ein kleiner Urlaub an. Viel zu selten habe ich mir in den letzten Jahren echte Kultur gegönnt, stellte ich fest.
Nach der kurzen Vorstellung und der unglaublichen Geschichte über die Voraussetzung ihrer Zusammenarbeit gingen Sebastian Schmoock (Orgel) und Christian Lontzek (Dudelsäcke, Flöten und Gesang) auf die Orgelempore.
“Königin trifft Spielmann”, das Motto des Konzerts, war auch der erste Titel. Im darauffolgenden, wohl jedem bekannten Menuett von Johann Sebastian Bach dann fand ich den Zusammenklang von Dudelsack und Orgel schon genial. Die voluminöse, kraftvolle Baritonstimme Christian Lontzeks konnte sich im Lied “Die Suche” gegenüber einer sehr zurückhaltend gespielten Orgel behaupten. Die “Himna de Alegria” – der Schlußchor aus Beethovens 9. über Schillers “Ode an die Freude” – kam danach gewaltig dahergebraust.
Es folgte eine wohl in jedem Mittelalterkonzert auf dem Dudelsack gespielte Melodie, “Die Rabenballade”. Lontzek trug den Text langsam, getragen, andächtig vor. Schmoock zelebriert dazu an der Schuster-Orgel eine wunderbare Unterstützung für den Sänger.
So ging es weiter, mit wechselndem Tempo und wechselndem Temperament. Auch sehr zärtliche Töne perlten aus der Königin der Instrumente (bei “Terra” von Carlos Nunez), die gleich darauf den marschierenden Grundton der “Highland Cathedral” hervorbrachte.
Nach drei weiteren faszinierenden Stücken ertönte ein Lied, das ich über alle Maßen liebe. Und auch hier gewannen die Künstler meine ganze Sympathie für ihre Interpretation von Leonard Cohens “Halleluja”.
Ein Stück noch, und es kam zum fulminanten Schlußpunkt des Konzertes. In einer ungeahnt sich steigernden Klangfülle, mit einer Dynamik, die mich vorantrieb, mir Gänsehaut sonder gleichen verschaffte, erklang “Soleil”. Dieses Stück kenne ich in vielen Varianten, unter anderem auch in der von Komponist Holger Funke und seiner Band Poeta magica. So hatte ich es noch nie gehört.
Endlich, endlich erklang auch Beifall. Wie immer habe auch ich mich in einer Kirche zwischen den Stücken nicht zu klatschen getraut. Und die Gäste klatschten, bis – ja, bis Sebastian Schmoock und Christian Lontzek keine Zugabe, sondern einen Abschiedssegen spielten: “Amazing Grace” …
Sackpfeifen und Orgelpfeifen klingen wirklich gut zusammen, auch wenn der Dudelsack manchmal fast verschwand unter dem grandiosen Lautteppich der Schuster-Orgel. Ich wäre zu dem einen oder anderen Stück gerne durch die Kirche getanzt – zum Beispiel bei “Clumsy Grace”. Ich kann es aber heute und immer wieder tun, tanzen zur Musik von “Pipe meets Organ” auf der von mir natürlich gekauften CD.
Mein Dank gilt der Propstei und ihren Helfern und Mitarbeitern, die das Konzert veranstalteten, und den Künstlern Sebastian Schmoock (Orgel) und Christian Lontzek (Dudelsäcke, Flöten und Gesang) für ihre mit- und hinreißende Darbietung.
Auch meiner allerallerallerbesten Freundin danke ich für ihre liebreizende Begleitung. Und ich danke auch mir selber, daß ich mir einen schönen Abend gegönnt habe, der mich völlig begeistert zurückläßt.
Der Verfasser des Blogs schleicht davon und dankt für’s Lesen.
P.S.: Positiv am 3. Juli 2011 waren die Ankündigung eines Besuches und das soeben beschriebene Konzert.
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Also lieber Emil,
zuerst herzliches Dankeschön das du mich mitgenommen hast. Obwohl ich noch heute Nachmittag nicht so recht raus wollte, weil es mir gesundheitlich nicht ganz gut geht. Aber der Ruck, doch mitzukommen hat sich sowas von gelohnt.
Ich war…. äääh, neee bin sowas von begeistert. Es war der absolute Wahnsinn. Ich hatte einige male Pipi in den Augen. Ja, auch ich hab mir eine CD gekauft, die werd ich im Auto richtig laut hören (in der Wohnung beschweren sich sonst die Nachbarn).
Als ich “Amazing Grace” hörte war es total um mich geschehen. Die beiden Herren haben es wirklich geschafft, dass ich mehrmals an diesem wundervollem Abend Gänsehaut hatte.
Wenn ich ehrlich bin hätte ich diesem Spiel und Gesang bis in die Morgenstunden lauschen können. *träum*
Ich find jetzt keine Worte der Begeisterung mehr.
Besten Dank auch an Sebastian Schmoock und Christian Lontzek von mir.
So… dann hat es also gelohnt. Ja, wäre ich gerne mit dabei gewesen…
Liebe Grüße, Petra
Lieber Emil, ich war am Samstag auch in der Kirche und war total begeistert von der Musik. Sie hatten einen Trompeter engagiert der mit einer ganz kleinen Trompete gespielt hat abwechselnd mit einer normalen als Begleitung zu der Orgel. Es war wunderbar. Auch das beten hat mich gerührt und mcih an meine Kindheit erinnert. 😉 Ich glaube ich werde jetzt öfter gehen. Ein Schritt mehr vor die Tür bedeutet einen Schritt weiter vom Computer entfernt und das ist gut. Nein sogar sehr gut. Wir alle verbringen zu vieil Zeit in der virtuellen Welt. ;(
einen schönen Tag, die Steff
Mööööönsch, das hätte ich zu gerne auch gehört, denn auch ich liebe sowohl Orgel als auch Dudelsack!
Als wir Freunden vot Jahren erzählten, dass wir eine Platte geakuft haben auf der Dudelsack und Kirchenorgel gemeinsam zu hören sind, zeigten die uns einen Piep. Nachdem sie die Musik gehört hatten, waren sie sprachlos. Es ist ein grandioses Zusammenspiel. Und völlig logisch!
Schön, dass ihr einen so wunderbaren Konzertabend hattet!
Uuih, jetzt hast Du mich neidisch gemacht! Deine Beschreibung klingt wirklich, als hättest Du einen wunderbaren Abend und ein phantastisches Kulturerlebnis gehabt.
Schön finde ich auch Deine Idee, im Ps. Deine postiven Erlebnisse aufzuschreiben
@ Alle: Ja, das war fast eine Musikalische Offenbarung. (Und am meisten freut mich, daß es meiner allerallerallerbesten Freundin gefallen hat …)
Tach Emil, ich glaube,da hab ich was sehr Schönes verpasst !!!!
Gruss Illo.*******
Hallo Emil, die Musik klingt auch in Deinen geschriebenen Worten durch. Es ist egal, welche Musik man gerne hört, aber nix geht über „Musik erleben“ – finde ich. Lieben Gruß Eva
Ja, hab ich gemerkt. Muß ich mir viel öfter gönnen …
Nochmal der Hinweis auf die Hörproben von Pipe meets Organ ..