3. Das Glück lag schon da (Nº 170 #oneaday)

To get a Google translation use this link. But it won’t work …

 
Zu meinen Füßen das Glück
 

D urch Wände kann ich gehen
a n manchem Tag,
s cheinbar …

L eichtfüßig flieh ich über-
a ll wieder hin;
g lücklos …

S tolz leide ich an jenem
c haotischen Berg
h erzzerreißender Gefühle,
o hne
n eue Wunden?

D arf ich mich weiter vorwagen,
a m Abgrund balancierend?
 
 

Unten auf dem Boden der Schlucht
vor meinen Füßen liegt
zerschmettert das abgestürzte Glück.


 
Aber: Das lag schon da.
 

 

Der Verfasser des Blogs schleicht davon und dankt für’s Lesen.

© 2011-06-17 – Der Emil CC by-nc-nd der_emil(at)arcor(dot)de

170 / 365 – One post a day (WP-count: 112 words)

Über Der Emil

Not normal. Interested in nearly everything. Wearing black. Listening. Looking. Reading. Writing. Clochard / life artist / Lebenskünstler.
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0 Kommentare zu 3. Das Glück lag schon da (Nº 170 #oneaday)

  1. gisi sagt:

    Traurige Lyrik, sehr traurig…verfaßt in
    allem was es aussag!

    Es lag schon da!

  2. puzzle sagt:

    sehr bildlich vorstellbar, erinnert mich an das herzzerreissende > Video vom Kiwi …

  3. Follygirl sagt:

    Schicke mal liebe SonntagGrüße.. und Du hast mich zu einer neunen Fotoserie animiert—„Gefundenes /Vergänglichkeit“…hab Deinen Gedanken mit dem „Es lag schon da“ ganz wörtlich genommen… und da ich ja immer nach unten gucke und….
    kannste dann ja in der Photoworld sehen.
    LG, Petra

    • der_emil sagt:

      Danke, Petra, für die Grüße. Wörtlich nehm auch ich das noch, daß es schon da lag …

      Einen schönen Sonntag wünsch ich Dir – und allen anderen, die hier vorbeilesen.

  4. wie schön das ist emil, ich danke dir. die steff

  5. Ilona Form sagt:

    Moin Emil,lese JEDEN Tag Deine Seite. Manchmal fällt mir was ein,oft nicht. Nee nee das war nicht
    Dein Glück, ES LAG DOCH SCHON DA !!!!!!
    Ich wünsche dIr Glück und weiter so tolle Ideen…….
    Grüsse von Illo.********

  6. Synapse sagt:

    Bin gerade sehr ergriffen und zugleich erstaunt. Solche Worte hätte ich von dir nicht erwartet.

    Nachdenkliche Grüße. Mandy

  7. Hm…das abgestürzte und zerschmetterte Glück lag also schon da….das lässt ja die interpretatorische Möglichkeit, dass dein empfundenes Leid entweder absolut persönlich oder aber so gar nicht persönlich ist.
    Egal , was Dir widerfuhr, wo du töricht handeltest, wo deine Aussagen schief und voller Wankelmut waren, Deine Begierden vielleicht sogar eitel und aggressiv, dein Glück lag schon lange bevor Du auf den Plan tratest unten in der Schlucht, geschunden und zerschmettert.
    Menschen, die das Glück nur sehen, wenn sie derart hinab blicken, fahren wohl am besten, wenn es ihnen gelingt aufzugeben, denke ich. Aber nicht im Sinne von Verzweiflung und Lebensmüdigkeit, sondern einfach den Kampf einstellen. Wenn es eh schon da unten lag, dann kann da niemand was dran ändern, dann ist dem so und der erste Schritt zu einer gelösteren Existenz ist vermutich der, jener bocksbeinigen Halsstarrigkeit selbsternannter Glücksritter zu widerstehen, die denken, einem das Glück auf tumben Wegen aufschwatzen zu können.
    Mein eigenes Glück ist auch unten in der Schlucht und seitdem ich akzeptiert habe, dass es zu meiner Persönlichkeit einfach dazu gehört, dass es da unten liegt, ja ich vielleicht sogar ein sonderbares Problem bekäme, würde es sich bekrabbeln und emporsteigen, ja seitdem geht es mir fast, ja fast sowas wie gut.

    • der_emil sagt:

      Hm. Ich seh das anders. Das Glück da unten (im Abgrund, in der Schlucht) ist eben nicht meines, sondern: es lag schon da. Meines begleitet mich noch, denn ich balanciere weiter direkt am Abgund entlang, ohne vollständig abzustürzen – auch deshalb kann ich noch Fragen stellen z. B.

      Daß mein Glück allerdings nicht so riesengroß und makellos ist, wie viele es gerne hätten, das habe auch ich akzeptiert. Und so genieße ich meist – oft – manchmal – selten, daß ich fliehen kann und daß mir manche herzzereißenden Gefühle eben keine Wunden zufügen.

  8. Über Glück stolpern zu können ist doch aber nicht die schlechteste Aussicht, oder?

    • der_emil sagt:

      Wenn ich, um darüber stolpern zu können, aber zuerst in den Abgrund stürzen müßte, und wenn es, das da liegende Glück, nun überhaupt nicht meines ist?

      • Du erkennst aber immerhin das Glück. Lieber Emil, das allein ist schon deutlich mehr, als viele andere Menschen von sich behaupten können. Dann dürfte es doch normalerweise nur noch eine Frage der Zeit sein, bis Du Deinem eigenen Glück begegnest. Dein Sinne sind zumindest geschärft. Und die Symbolik mit dem Abgrund mag dahingehend zu deuten sein, dass es einfach eines bisher unbekannten oder anderen Weges bedarf, um das eigene Glück zu finden.

        • der_emil sagt:

          Vielleicht sollte ich auch fliegen lernen? (Uhm – und das mit meiner Höhenangst!)

          • puzzle sagt:

            fällt mir gerade so und etwas zusammenhanglos ein: was sagt eigentlich der Physiker in dir zur Höhenangst?

            • der_emil sagt:

              Der berechnet Fallgeschwindigkeiten, Aufprallenergie (105 kg Der Emil fallen 25 m ungebremst nach unten. Welchen Durchmesser hat der resultierende Breihaufen? Hat die Auftreffreihenfolge der Körperteile Einfluß auf den Tensor des übertragenen Impulses?) usw. – ich kenne auch die Wahrscheinlichkeit dafür, daß sich mein Körper ohne eigenes Zutun über eine Brüstung schwingt, die ist etwa halb so hoch wie die, daß ich spontan zu schweben beginne …

              Aber Angst ist etwas Irrationales. Ich bekomm weiche Knie und ein schwummeriges Gefühl im Kopf

  9. Irmi sagt:

    Lieber Emil,
    für mich ist es ein kleines Glück/Wunder, dass ich wieder auf Dein Blog gelange.
    Wenn ein Glück schon am Boden liegt, dann war es kein Glück – oder es ist lange vorbei.
    Schauen wir nach einem neuen aus – und sei es noch so klein.
    Einen frohen Sonntag wünscht
    Irmi

  10. Ich finde dieses Stück so wunderschön. Ich haben einen Faible für traurige Stücke. Auch ich kann nicht anders als immer nur traurig zu schreiben.

  11. mayarosa sagt:

    Lieber Emil,
    ein schönes Gedicht. Mir fällt es allerdings schwer, mir Glück zerschmettert vorzustellen. Glück ist ja nix Ganzes oder Halbes. Wenn man Glück teilt, wird es mehr. Glück kann da sein oder weg. Man kann das kleine Glück in den Alltagsdingen sehen oder die Augen davor verschließen. Glück ist nichts, was dir, mir oder wem auch immer gehört. Insofern ist das Glück, das bei dir im Abgrund liegt nicht deines und auch nicht das von irgendjemand anderem. Und es ist doch beruhigend zu wissen, dass du selbst, wenn du in den Abgrund stürzen solltest, dass da unten dann immer noch Glück liegt, über das zu stolpern kannst 🙂

  12. colorsigns sagt:

    danke , Christin

  13. freidenkerin sagt:

    Glück ist irgendwie schon wie ein Bumerang – es kann sich von Neuem mit Leben füllen und zurück kehren – zu dir – zu wem auch immer… 😉

  14. anniefee sagt:

    sehr leichtfüßig geschrieben, das imponiert mir.
    Finde das gar nicht so traurig, wie es viele anscheinend interpretieren. So eingezwängt durch diese Anfangsbuchstaben, aber doch wieder zwangslos im Jonglieren der Silben, da musst du ordentlich inspiriert gewesen sein 🙂

    das meint
    A., Ex-Lyrikerin

    • der_emil sagt:

      Danke sehr!

      Manchmal funktioniert es einfach. Leider viel zu selten. (Ich hab das Ding in 5 min runtergeschrieben … Diese Produktivität bräuchte ich täglich.)

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