Über ein Problem der Öffentlichkeit (oder des Alleinseins?)
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In der letzten Zeit war ich ja sehr oft an der Saale oder gleich hier hinterm Haus in einem Stück gestalteter Natur unterwegs. Ich saß dann da und schaute, schrieb oder photographierte, ich fütterte Enten und Schwäne und Bleßhühner. Und immer hatte ich auch Gelegenheit, Menschen zu beobachten.
Da waren die alten Leutchen (meist Frauen, die aber auch wie alte Frauen aussahen, einige wenige Männer und Paare) von etwa 65 und mehr Jahren. Da waren die zwanghaft auf Teenie gestylten Youngters um die 70 (nur Frauen). Da waren Paare und Frauen in meinem Alter (manchmal mit ihren Enkeln). Da waren ganze Familien mit einem oder fünf Kindern (irgendwas zwischen 20 und 35 Jahren). Da waren auch Hunde aller Größen und Rassen.
Und da waren Pärchen, eindeutig Liebespärchen. Alle Altersstufen waren vertreten, von den gerade so am Beginn der Pubertät stehenden zwölf- bis 13jährigen, über 20er, 30er und 40er bis zu den 50ern und solchen, die noch älter waren.
Die “ganz Alten”, die immerwieder anhielten und sich anblickten und bei den Händen hielten waren ebenso selten wie die sehr Jungen, die Hand in Hand durch die Gegend tollten. Nur selten und nur in wirklich gefährlichen Situationen wurde mit den Kindern geschimpft, was ich sehr gut finde.
Beim Entenfüttern am letzten Freitag oder Sonnabend allerdings gab es auch ein besonders verliebtes Paar mit Kinderwagen. Die drehten erst engumschlungen eine Runde um den Teich und saßen dann auf einer der Bänke in meinem Sichtfeld. Ich bekam also sehr wohl mit, was dort an Verliebtheit wie ausgelebt wurde.
Irgendwann war das Stimmchen eines Babys zu hören, das nur aus dem Kinderwagen dort drüben kommen konnte. Aus dem engumschlungenen Liebespaar wurden plötzlich fürsorgliche Eltern: Erst versuchte er durch “Schuckeln” am Wagen zu beruhigen, dann nahm sie den winzigen Menschen auf den Arm. Doch das Kind machte weiter mit diesem nicht-weinenden Weinen, mit dem Säuglinge ihre beginnende Unzufriedenheit verkünden.
Dann saßen sie wieder auf der Bank. Sie lehnte sich – ja, ich würde es sogar lasziv nennen – an ihn, das Kind noch immer halb auf ihrem Arm, halb auf ihrem Bauch liegend. Doch auch nach zwei oder drei Minuten kehrte keine Stille ein.
Die junge Frau setzte sich auf, gab das Kind dem Mann. Sie zog das T-Shirt über den Kopf, hakte den BH vorne auseinander und entblößte ihre vollen Brüste. Dabei hielt sie kurz inne und lachte mich direkt an …
… und ich wußte, daß sie wirklich mich anlachte.
Während sie das Baby wieder in ihre Arme nahm, sich wieder zurücklehnte an ihren Mann und das Kind zu stillen begann, wurde mir zweierlei bewußt:
Erstens hatte ich die drei angestarrt, seit das Kind aus dem Wagen genommen wurde und zweitens war ich feuerrot geworden.
Ich fühlte mich (hauptsächlich von mir selbst) ertappt.
Von diesem Moment an bemühte ich mich krampfhaft, nicht mehr zu den Dreien zu schauen. Und auch ihren Zuruf “Tschühüß! Auf Wiedersehen!” habe ich nicht erwidert.
Noch habe ich die Drei nicht wiedergesehen …
Der Verfasser des Blogs schleicht davon und dankt für’s Lesen.
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Ich beobachte auch sehr viel
und gerne, oft huscht mir ein Lächeln durch’s Gesicht,
eine Freude für die, die Zufrieden und Glücklich sind,
eine heile Welt!
Du hast mit Wehmut beobachtet, sie schleicht sich ein
wie eine würgende Schlange!
Ich denke an deinen Eintrag von Gestern,
über die Liebe, vielleicht sollte ich hier jetzt gar nicht schreiben,
weil ich viel zu Emotional bin.
Dennoch möchte ich dir sagen,
du bist für mich einwundervoller, liebeswerter, gedankenvoller Freund und Schreiber!
Ich persönlich umarme dich, vielleicht bin ich irgendwann Mal in
deiner Gegend, dann möchte ich dich auch real Umarmen!
Danke, ich habe gerne bei dir gelesen!!!
Danke, Gisi.
Eigentlich ist alles ganz natürlich.
Die Gebärden des sich liebhabens und dabei das geliebte Kind nicht zu vergessen. Das Stillen in aller Öffentlichkeit, all das ist heute kein Tabuthema mehr.
Vielleicht begegnest du ihnen wieder und vielleicht siehst du es dann mit anderen Augen….es ist schön und ich freue mich immer, solche glücklichen Menschen zu sehen.
Soviel Glück wünsche ich dir von Herzen ♥
Ja – aber das ich mich trotzdem von mir so ertappt fühlte …
Die drei hatten kein Problem mit deinem Hinsehen, also wurdest du wohl kaum als Beobachter im negativen Sinne verstanden. Ich hätte übrigens auch hingesehen und mich dabei an die Zeit erinnert, wo ich mit meinem Kind stillend im Park gesessen habe, und der eine hat so geguckt und der andere vielleicht anders, aber ob das die Hormonlage macht oder etwas anders – es macht einfach nichts, solange es dabei bleibt. Und eine gewisse Sehnsucht, die man als Beobachter hat, ist nichts Negatives.