Ein Unterschied (Nº 121 #oneaday)

Über die Wahrnehmung der Wahrnehmung

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Ich bin erstaunt.
 
Ehrlich erstaunt.
 
Über mich.
 
Über meine Sprache.
 
Die gesprochene.
 
Die Sprechweise.
 
Muttersprache und Fremdsprache.

Denn die wird von mir und von anderen unterschiedlich wahrgenommen.

Zum Beispiel die Rezitation von gestern.


 

Für mich klingt der englische Teil nicht so gut wie der deutsche. Die Stimme ist gepreßter, in einer “falschen”, erzwungenen und anstrengenderen Stimmlage. Dabei ist diese Aufnahme schon ausgesucht aus ungefähr zwei Dutzend Versuchen.

Bei allen diesen Aufnahmen habe ich den deutschen Text recht konstant intoniert. Der fremdsprachige Teil gelang mir nie so gut. Daran hatte ich immer etwas zu bemängeln. Und so blieb mir nur die Auswahl des am wenigsten schlecht klingenden Stückes.

Ja, ich weiß; ich hätte weitere Sprachdateien mit dem Text, und das solange, bis ich zufrieden gewesen wäre, aber ich und wirklich zufrieden, das ist wie Ostern und Neujahr, die passen auch nicht unter einen Hut — oder so … Außerdem stand ich unter Zeitdruck, denn um 00.15 Uhr sollte der Blog fertig sein. Zurück zum Thema.

Nicht zum ersten Mal gefällt aber den Zuhörern genau der in meinen Ohren schlechtere, englische Teil besser als der in meinen Ohren bessere deutsche. Fremdwahrnehmung . ⁄. Selbstwahrnehmung (oder Eigenwahrnehmung)?

Zusätzlich sind der englische und der deutsche Text nicht identisch. Nachdichten ist ein verdammt hartes Brot, das merke ich heute. Das Thema kann ich beibehalten, muß aber durch Umstellung in der Abfolge schon einige Veränderungen des Sinngehaltes hinnehmen. Das ist ja auch bei Redewendungen so, wie Irmi in ihrem Blog gerade aufzeigt.

Und nun denke ich darüber nach, ob es nur an der Sprache, also der Sprechweise, oder etwa auch an der Sprache, also am Englisch und am Deutsch liegt. Ob wirklich von mir schon zwei völlig unterschiedliche Textchen – mehr sind die Senryū ja nicht – geschaffen wurden …

Und wie mach ich jetzt weiter? Mit weniger Zeitdruck, mit mehr feilen am Text.

Auf alle Fälle aber täglich.

Der Verfasser des Blogs schleicht davon und dankt für’s Lesen.

© 2011 – Der Emil CC by-nc-nd der_emil(at)arcor(dot)de

121 / 365 – One post a day (WP-count: 345 words)

Über Der Emil

Not normal. Interested in nearly everything. Wearing black. Listening. Looking. Reading. Writing. Clochard / life artist / Lebenskünstler.
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0 Kommentare zu Ein Unterschied (Nº 121 #oneaday)

  1. Die Hellwache sagt:

    Lieber Emil … hmmm, schwer zu sagen, weniger Zeitdruck wäre schon von Vorteil, aber eher schwierig beim täglichen bloggen?! Aber ich gehöre ja auch zu den Lesern, die sich einfach gerne von Dir vorlesen lassen, grins! Somit; ja es klingt auf Englisch ein wenig „gezwungener“, aber eben trotzdem sehr gut … Lies ja weiter vor ;-)))!!! LG

  2. Follygirl sagt:

    Ganz ehrlich, ich weiß einfach nicht was ich dazu schreiben könnte…???
    Ich wünsche Dir eine gute Woche, vielleicht schreibst Du ja in diesem Monat bei uns mit?
    Liebe Grüße, Petra

  3. Ilona Form sagt:

    Lieber Emil, sagt man denn umsonst „Muttersprache“?? Können wir da unsere
    Gefühle,Gedanken nicht besser ausdrücken??? Ich weiss nicht,was da stimmt….
    Viele Grüsse von Illo.*****

  4. ich finde es immer interessant, wenn zwei solche texte beeinander stehen – und wenn sie unterschiedlich wahrgenommen werden, hat das seinen reiz, auch deine lesarten. eigen- und fremdwahrnehmung klafft doch oft auseinander im leben.

    ich kann nicht viel schreiben, hab mir den arm gebrochen gestern :0(

    grüße

  5. Ich zucke immer zusammen, wenn ich meine eigene Stimme aus einem Aufzeichnungsgerät höre. Sie ist mir dann so fremd. Fremd- und Eigenwahrnehmung klaffen wohl immer etwas ausinander, zu denken geben braucht einem das eigentlich nur, wenn, Freund und Feind und uninteressierte übereinstimmend etwas anderes wahrnehmen als man selbst.

    Übrigens: n a c h d e m ich deine Stimme das erste mal gehört habe, dachte ich mir, genauso habe ich mir die Stimme vorgestellt.

  6. mayarosa sagt:

    Lieber Emil, ich sag‘ dir einfach mal, was ich glaube, gehört zu haben – allerdings erst nachdem ich deinen Text gelesen habe. Das kann es dann auch wieder verfälschen. Also im Deutschen, da siehst du beim Sprechen die Hexe und den Vollmond vor deinem geistigen Auge. Beim Englischen konzentriest du dich auf die Aussprache (die ist aber gut), nicht auf die Wortbilder.
    Und ja, unterschiedliche Sprachen fordern eine andere Sprache. Als ich letzte Woche versuchte, meinen Brief ins Französische zu übersetzen, habe ich ein paar Sätze geändert, weil die auf Französisch total bescheuert klangen. Irgendwie forderte die Sprache von mir eine andere Ausdrucksweise (wobei mein Französisch so schlecht ist, dass ich gar nicht weiß, ob ich das gesagt bzw. gschrieben habe, was ich wollte …) Und es gab Stellen, die habe ich gar nicht übersetzt, weil jede Übersetzung irgendwie falsch oder blöd wirkte.

    • der_emil sagt:

      Danke. Ja klar hab ich vor meinem Auge, was ich deklamiere. Aber auch in der Fremdsprache, ich muß da glücklicher weise nicht auf Aussprache achten. (Leider kann ich nur leidlich englisch und mein russisch ist mir mangels Übung abhandengekommen.)

      Hach, ist die Sprache kompliziert …

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