Selbstdenken (Nº 81 #oneaday)

Medien und Menschen

If you want to try Google translations of this blog use this link.

Nun habe ich wiedereinmal etwas im Fernsehen gesehen (ich weigere mich, das ganze TV zu nennen oder gar noch in seiner Denglisch-Aussprache zu benutzen).

3sat brachte ein Gespräch von Peter Voß mit dem ersten bundesrepublikanischen Minister für Kultur und Medien.

Dr. Michael Naumann sprach zum Thema Machen Medien Politik?

Und ich finde diese Sendung leider (noch) nicht zum nocheinmal ansehen.

Naumann bezeichnete in der Sendung z.B. den Abschied von C. & P. von und zu als «unehrenhaft», denn ein Betrüger sollte sich nicht mit allen Ehren aus einem Amt verabschieden lassen.

Auch über die Medienlandschaft in Italien – wobei ich befürchte, daß die in der Bundesrepublik auch bald so sein wird – wurde kurz gesprochen, in der nur noch in ganz wenigen recht kleinen Sendern und Zeitungen die Regierung (in dem Fall Berlusconi) kritisiert werden darf.

Und er sprach darüber, daß immer mehr Nachrichten immer größeren Formats benötigt werden heutzutage, um den Medien noch die notwendige Aufmerksamkeit zu verschaffen.

Und da begannen in meinem Kopf die Fragen die Herrschaft zu übernehmen, und die Konzentration auf das Gespräch war weg (weshalb ich das gern nochmal sehen möchte):

Warum muß denn alles so reißerisch aufgemacht und mitgeteilt werden?

Würden weniger Leute das eine oder das andere Nachrichtenmagazin kaufen, wenn diese wieder zurückkehren zur unaufgeregteren, besser recherchierten Berichterstattung?

Würden die Menschen nicht wesentlich aufmerksamer den Nachrichtensendungen folgen, wenn diese wieder aus Beiträgen bestünden, in denen die Bewertung von Ereignissen auf das tatsächliche, nicht superlativierte Maß zurückgekehrt wäre?

Ja, es würde dauern, es wird dauern, bis die Bürger wieder Bürger sind, die Information verlangen. Heute sind wir Konsumenten, die "Infotainment" und "scripted reality" konsumieren sollen.

Ja, es würde ein besser unterrichteter und weit mehr auf seinen eigenen Verstand vertrauender Mensch (wieder-) geschaffen, der auch hinterfragen kann und der minutenlanges Gerede ohne Aussage wieder als genau das erkennt, was es ist. Unfähigkeit. Unwissen. Dummheit. Geschwafel.

Die Deutschen waren das Volk der Dichter und Denker.

Eine (wachsende) Anzahl der Medien haben mit Unterstützung unserer Politiker vielen hier im Lande das Denken schon abgewöhnt. Und Dichtung ist heute weit verbreitet: in den Dingen, die erstunkenen und erlogenen sind.

Ich wehre mich gegen diese Entwicklung und sage mir und euch:

«Denk selbst!»

Der Verfasser des Blogs schleicht davon und dankt für’s Lesen.

© 2011 – Der Emil CC by-nc-nd der_emil(at)arcor(dot)de

081 / 365 – One post a day (WP-count: 397 words)

Über Der Emil

Not normal. Interested in nearly everything. Wearing black. Listening. Looking. Reading. Writing. Clochard / life artist / Lebenskünstler.
Dieser Beitrag wurde unter Erlebtes, Gedachtes, postaday2011 #oneaday abgelegt und mit , , , , , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen für den Permalink.

0 Kommentare zu Selbstdenken (Nº 81 #oneaday)

  1. Wir funktionieren alle nur noch , wenige die sich dagegen wehren und sich nicht mitreißen lassen von der Eintönigkeit des Lebens.

    Die Masse an Informationen überfordert mich schon des Öfteren, da schalte ich dann ganz ab und mach die Glotze,Radio, PC mal aus.
    Plötzlich Ruhe im Raum das ist schon fast gespenstig… aber sehr erholsam und man denkt nach über sich , seine Zukunkt und über Gott und die Welt .

    Leider nehme ich mir zum Denken/ Nachdenken einfach zu wenig Zeit, man ist so in seiner stupiden Welt und findet nur schwer einen Ausgang.

    Ich nehme mich da nicht aus. Es ist viel leichter und bequemer einfach das zu tun was alle machen ^^

    LG TB 🙂

  2. Yep , THX 🙂
    den Song kannte ich noch nicht .

  3. kreadiv sagt:

    „Denke nie gedacht zu haben, denn das Denken der Gedanken ist gedankenloses Denken! Denke nie, denn wenn du denkst du denkst, dann denkst du nur du denkst, gedacht doch hast du nie!“

    Mist, auch nicht selber gedacht sondern nur faul abgeschrieben!

    Ich gebe Dir auf alle Fälle recht, man darf nicht in Gedankenkonsum und -bequemlichkeit verfallen. Für „Machthaber“ ist das allerdings das Ziel, denn so ist die Masse besser steuerbar.
    Ahoi!

  4. Ilona Form sagt:

    Leider ist es heute in der überzahl so,es muss Thrillermässig sein. Dann ist es
    spannend und viele schauen und hören hin. Boooaah was ne action.Was ist da
    wieder passiert???? Eigentlich nicht mehr,als wenn es ruhig und vernünftig
    dagestellt wird. Ist dann aber für viele langweilig..ja tatsächlich langweilig..
    Wahrscheinlich hat die Intelligenz auch damit zu tun. Emil, ich schleiche mich
    auch leise und unauffällig aus dem Kommentar !!!!!!!

  5. Die Hellwache sagt:

    … Ich muss wohl auch endlich mal anfangen, hier zu schreiben! Doch gibt es hier ja schon so geniale Blogs … ;-)))! Danke für die Medienkritik, ich empfinde es beinahe genauso! Hellwache Grüsse 🙂

  6. also, ich versteh das so: wenn ich abends meine Ruhe haben will, können höchstens noch Breaking News mich aufmerken lassen ^^

    PS: Wann waren eigentlich die Deutschen das Volk der Dichter und Denker? Das kann doch höchstens in soner revolutionären Phase während des 19. Jahrhunderts gewesen sein. oder heute im Internetzeitalter. wo immer mehr sich auch virtuelle Gedanken machen (H)

  7. Angie sagt:

    Da sprichst du mir aus der Seele. Ich will auch einfach eund sachliche Nachrichten hören!
    LG
    Angie

  8. Himmelhoch sagt:

    Eine „Bildumgebung“, in der ich mich wohlfühle und in Ruhe selbst denken kann.
    LG von Clara

Antworte auf den Kommentar von timebanditsworld Antwort abbrechen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert