Das "Halle-Lujah" vom "Traumtänzer"
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Auch das ist wieder handgemachte Musik, die am besten live zu genießen ist. Schon im vergangenen Jahr verweigerte ich mich der Teilnahme am Hupfdohlen-Hype um LMR und besuchte statt dessen das Konzert. Und deshalb präsentiere ich heute hier:
Jan Preuß und die geheime Gesellschaft der melancholischen Kompanie – ein kleiner Konzertbericht vom 29.05.2010
Oh! Da steht Jan und lauscht – es sieht sehr nach Soundcheck aus. Ja, ich bin eine Stunde zu früh im "Papa Dula", einer kleinen Kneipe im Zentrum von Halle (Saale). Aber ich habe diesmal lang genug vorher geplant und mir jede Störung des Abends verbeten.
Ich sitze bei einem Bier und lausche den Vorbereitungen, warte auf den Beginn des Konzertes. John Banse (der Meister der A-Saite!) spielt uns warm. Ich warte auf Jan Preuß und seine Band.
Etwas verspätet setzt sie dann ein: eine Stimme, die ein wenig rauchig klingt, sich manchmal zu überschlagen droht und dann doch zurückfindet in ein Lied. Manchen Song hab ich schon gehört. Manches ist mir neu. Vieles bringt meine Knie zum wippen, die Finger zum schnipsen und den Kopf zum wackeln. Ich nenne es "gemäßigtes Sitz-Pogo", dem das vorhandene Publikum mehrheitlich anheimfiel.
Von mir mit besonderer Spannung erwartet wurden Leonard-Cohen-Songs mit deutschen Texten. Ich habe bis zu diesem Moment nicht geglaubt, daß es funktioniert. "Halle-Lujah"! Unauffällig steht er am Mikrofon, sitzt dann wieder auf seinem Barhocker. Die Stimme ist einfach da, kratzt durch den Raum, klettert weit nach oben, kreist über den Tönen von Bratsche, Hammond und Gitarre, setzt sich in mir fest.
Nach zwei Stunden will Jan aufhören, sitzt mitten im Publikum und unterhält sich zur Entspannung. Aber er muß wieder nach vorn, wurde ja schließlich singenderweis zu einer weiteren Zugabe gebeten. Und weil immer mehr Gäste erscheinen, wird das halbe Programm nochmal gespielt.
Klar habe ich jetzt viel weggelassen, zum Beispiel Akis Gastspiel mit dem Baß. Und die hinreißende Interpretation von "Der Turm stürzt ein". Und die lobende Erwähnung von Steffen Rose an der Hammond, Andreas Lilie an der Gitarre und Anja Hawlitzki mit der Bratsche (die ich mangels Größen- und Tonlagenvergleich für eine Geige hielt).
Aber von halb elf bis zwei haben mich Jan Preuß und die geheime Gesellschaft der melancholischen Kompanie (gehört das noch zum Namen dazu oder nicht – auch eine Frage, die nicht abschließend geklärt wurde) in ihren Bann geschlagen. Am Tag danach hörte ich mir ihren Besuch im Lokalradio an. Mir gefällt diese Art von Musik besser als die unseelig gehypte Hupfdohlenszene des "Grand Prix de la Chanson d’Eurovision" – ‚tschuldigung, heißt ja jetzt "Eurovision Song Contest".
Bei ihrem nächsten Besuch hier in der Gegend bin ich wieder dabei … Zum Nachhören oder Reinschnuppern und für zwischendurch gibt es die Myspace-Seite.
Und noch bin ich auf der Suche nach einem kleinen, feinen Konzert, daß ich dieses Jahr zum Hupfdohlencontest in zehn Wochen und sechs Tagen besuchen kann.
Der Verfasser des Blogs schleicht "Halleluja"-summend davon und dankt für’s Lesen.
Dieser Blog wurde zuerst am 30. Mai 2010 im damaligen sozialen Netzwerk Myspace veröffentlicht und leicht angepaßt. Die zum Ursprungspost vorhandenen Kommentare habe ich aus urheberrechtlichen Gründen nicht hierher transferiert.
Der Emil
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