Slow down – langsamer werden (Nº 32 #oneaday)

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Für das Jahr 2011 wollte ich keine Vorsätze fassen. Ich habe es auch nicht getan.

Trotzdem führe ich einige Dinge fort, die ich mir aus verschiedenen Gründen angewöhnt habe.

Seit einiger Zeit nämlich achte ich wesentlich mehr auf das, was ich esse. Vor allem: wo ich esse. Prinzipiell setze ich mich zuhause nämlich an meinen Eßtisch und nasche nicht mehr “nebenbei” zum Beispiel vor dem PC.

Dort nehme ich deutlicher wahr, was ich in mich hineinstopfe und wieviel. Und ich nehme mir die Zeit nur für’s Essen, mache nichts anderes nebenbei (manchmal telefoniere ich noch, ja …).

Den Fahrstuhl lasse ich immer mal wieder stehen und gehe die Treppe hoch bis in den neunten Stock. Zuwenig Bewegung habe ich nämlich auch, mir fehlt im Winter die Lust, auf’s Fahrrad zu steigen.

Zwischen zwei Terminen lasse ich mir immer genug Zeit für den Ortswechsel und wenigstens 30 Minuten Zeitreserve. Und ich mache Pausen.

Am deutlichsten merke ich den Nutzen der Verlangsamung, die doch eher eine Nichtteilnahme an der täglichen Hatz nach mehr, schneller und besser und billiger ist, wenn ich zu Fuß gehe.

Für einen Weg, den ich mit dem Bus in drei Minuten und zu Fuß in zehn Minuten schaffen könnte, lasse ich mir 20 Minuten oder gar eine halbe Stunde Zeit. Ich achte auf kleine Dinge am Wegrand: Pflanzen, Fensterschmuck, Briefkästen und deren Farben.

Besonders in der Altstadt, also im Stadtzentrum suche ich mit dem Blick nach Besonderheiten. Das können die Kunstwerke von «Kachel-Gott» (mal suchen: +"Kachel-Gott" +MDR), Steinmetzzeichen, Tiere, sonderbare Schilder oder ähnliches sein. Die Wahrnehmung der Umwelt braucht Zeit!

Das ganze Leben braucht Zeit. Und die ist immer im Jetzt, im Augenblick. Nicht im Nachher. Und so nehme ich mir auch für diesen Blog hier Zeit, indem ich nämlich die Texte mit Stift und Papier verfasse – und sie nicht wie manch anderer «live in die Tastatur hacke».

Wie haltet ihr es mit der Hektik? Nehmt ihr (noch) freudig daran teil? Oder seid ihr davon auch genervt, wollt auch aus der Hektik aussteigen, wenigstens für ein paar Minuten am Tag?

Dann tut das doch einfach – einmal in der Woche sollte es jedem möglich sein, sich zu verlangsamen. Und für ein paar Minuten kann jeder das Leben einfach so genießen

Der Verfasser des Blogs schleicht langsam davon und dankt für’s Lesen.

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© 2011 – Der Emil

032 / 365 – One post a day

Über Der Emil

Not normal. Interested in nearly everything. Wearing black. Listening. Looking. Reading. Writing. Clochard / life artist / Lebenskünstler.
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0 Kommentare zu Slow down – langsamer werden (Nº 32 #oneaday)

  1. Bine sagt:

    Hey Emil,
    du schaffst es immer wieder deine Leser zum nachdenken zu animieren. Ich finde es wirklich beachtlich wie du das immer wieder schaffst, Hut ab!
    Nun, seit ich krank bin und somit auch mehr Zeit für mich habe, nehme ich mir auch mehr Zeit für Blickwinkel die ich nie sah als ich am arbeiten war.
    Den allergrößten Nutzen von meiner Mehr-Zeit haben allerdings noch meine Kuschelmonster (für alle die nicht wissen was ich meine, ich habe einen Kater der mich auf Schritt und Tritt verfolgt und eine kleine Angstkatze), die aber jetzt auch deutlich öfter in den Kuschelgenuß kommen.

    Allen Lesern wünsche ich eine zauberhaften Dienstag.

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  3. frizztext sagt:

    richtig, immer schön jenseits der hektik bleiben …
    http://www.flickr.com/photos/frizztext/2814509358/

  4. Bianca Lein sagt:

    Hallo Emil,

    dein Text hat mich sehr zu nachdenken angeregt.Du hast vollkommen Recht man sollte sich viel mehr zeit nehmen und nicht durch das Leben hetzten.Die schönen Dinge wieder mehr wahr nehmen wie Blumen,einen warmen Sonnenstrahl und so vieles mehr.
    Es grüßt dich ganz lieb Bianca ( die Wölfin von Myspace 😉 ).

  5. Mieze sagt:

    Ja, langsamer werden. Das versuche ich mir auch sehr viel bewusster zu machen. Wenn ich die Bahn nicht schaffe, muss ich wohl die nächste nehmen. Warum also stressen? Boah, es ist so anstrengend geworden, dass sich in mir manchmal die Furcht im Magen zusammenknäult. Und dieses Bewusstwerden zeigt mir deutlich, dass ich so nicht weitermachen kann. Also brauche ich Entschleunigung…Aber das ist verdammt schwierig für mich. Ein harter Kampf!

    • der_emil sagt:

      Hm. Ich ecke mit meinem fast spanisch zu nennenden Zeitmanagement (Mañana, más tarde!) zwar oft an, aber ich lasse mich davon nicht beirren.

      Ich lebe in meiner Zeit. Dazu gehört auch, daß ich eine sogenannte Nachteule bin. Also keine Termine vo 10.00 oder 11.00 (und ich kann es sogar begründen 🙂 ). Alles andere ist wiedereinmal nur die Überwindung des inneren Schweinehundes. Vielleicht half mir dabei, daß mir eine Zeitlang egal war, was andere über mich dachten.

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