China ist überall (#116)

Auch in Halle (Saale) zu finden

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Halle (Saale) war einmal und ist auch noch eine Stadt der Brunnen. Der Göbel-Brunnen, die Goldsole, der Nasreddinbrunnen, der Brunnen vorm Opernhaus, der Taubenbrunnen, der Eselsbrunnen, der Brunnen am Steintorplatz, der Tulpenbrunnen, der Frauenbrunnen, der Meeresbrunnen usw. usf. Heutzutage allerdings müssen private (ha, ha, ha!) Sponsoren dafür sorgen, daß sie sprudeln können, denn die Stadt hat kein Geld dafür (siehe z.B. Halle-Forum).

Einer der wirklich schönen Brunnen, den früher auch viele Gäste der Stadt sahen, führte längere Zeit ein Schattendasein. Während des Umbaus des alten Trafohauses zwischen Hallmarkt und Marktkirche wurde nämlich der Eingang zur Kirche zeitweilig an die Längsseite verlegt – und der Drachenbrunnen geriet aus dem Blickfeld.

Dabei ist der 1983 aus Bronze und Sandstein gefertigte Brunnen von Peter Michael tatsächlich ein Kunstwerk. Die Drachen im chinesischen Stil schauen den Betrachter ziemlich grimmig an. Aber: Man muß sie, die vom Markt aus gesehen hinter der Marktkirche auf einen Besuch warten, erst einmal finden, um sie dann ansehen zu können.

Drachenbrunnen “hinter” der Marktkirche in Halle (Saale)

Drachenbrunnen “hinter” der Marktkirche in Halle (Saale). Geschaffen aus Bronze und Sandstein im Jahr 1983 von Peter Michael.

Dieses Bild ist aus dem Jahr 2009 und zeigt das Oberteil des Brunnens, vom Haupteingang der Marktkirche aus aufgenommen. Heute sieht es dort anders aus. Ganz anders.

Drachenbrunnen “hinter” der Marktkirche in Halle (Saale)

Drachenbrunnen “hinter” der Marktkirche in Halle (Saale). Geschaffen aus Bronze und Sandstein im Jahre 1983 von Peter Michael.

Das ist der Zustand jetzt. Natürlich weiß ich, daß Bauen, Umbauen und Handel und Gastronomie und Friseure gebraucht werden. Das moderne Stahl-Glas-Ensemble findet bestimmt auch Liebhaber seiner chemielaborähnlichen Ästhetik. Aber mir fehlt der alte Hintergrund, das Ambiente, das ich dort 2009 noch vorfand, auch wenn es nicht so sauber und steril wie das jetztige war.

Falls sich mal jemand nach Halle verirren sollte, so empfehle ich einen Blick auf den Drachenbrunnen – und auch auf die vielen anderen Brunnen der Stadt. Es gilt, so manche Überaschung und so manches Kleinod zu entdecken.

Der Verfasser des Blogs schleicht davon und dankt für’s Lesen.

P.S.: Positiv am 24. April 2012 war die Gesprächsrunde im Sender.

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Über Der Emil

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0 Kommentare zu China ist überall (#116)

  1. die luzie sagt:

    Das ist ja ebenso schrecklich, wie der Glasbau auf der Schönburg … zum Heulen!

  2. Inch sagt:

    Äh, das mit dem Glas… Das ist ja mal wieder ein schreckliches Beispiel für… also mir fällt dazu gar nichts ein. Wieso müssen sich Architekten eigentlich nicht vor den Menschen, denen sie das antun, verantworten?

  3. M. sagt:

    Lieber Emil, soll ich dir mal sagen, was ich eben als Erstes gesehen habe? Den Froschkönig mit der großen goldenen Kugel ;-).
    Irgendwie passt das Gebäude oder der Brunnen nicht zum Gebäude. Da widerspricht sich etwas in meinem Ästhetikempfinden. Gruselig….

    Für dich habe ich liebe Grüße!

    • der_emil sagt:

      Den Brunnen könnte ich auch anders ablichten – aber glaub mir, der steht da ganz passend zur alten Gestaltung des Trafohauses und der Kirche. Der Glaskasten paßt nicht dazu …

  4. Dina sagt:

    Mit Interesse gelesen!
    Liebe Grüße
    Dina

  5. Herbstbaum sagt:

    Ich werde ihn mir bestimmt anschauen, wenn ich mal nach Halle komme.
    Zu dem modernen Zweckbrauch brauche ich wohl nichts zu sagen …
    Liebe Grüsse – Uta

  6. Follygirl sagt:

    Oh, wie schade!
    Mich macht das immer traurig…so seelenlos heute. Mag das MODERNE sowieso nicht sehr und schon gar nicht in diesem Fall.
    LG, Petra

  7. Amelie sagt:

    Lieber Emil,
    so schön die historische Aufnahme aus 2009 aussieht, so schön hat es dort aber nie gerochen. Und ehrlich, haben sich die Touristen dann zu diesem wunderschönen Brunnen „verlaufen“ ? ich bin auch kein Fan der cleanen Glas-Beton-Architektur, aber wenn es dadurch eine begehbare Ecke geworden ist … der Zweck heiligt die Mittel. Manchmal.

    • der_emil sagt:

      Es verirrt sich noch immer niemand hin – der Eingang zur Marktkirche ist weiterhin an der Längsseite. Und der Geruch hat sich nicht verbessert. (Daran ist die Stadt meiner Meinung nach nicht ganz unschuldig.)

  8. Gabi sagt:

    Ich war noch nie dort und ich schätze, das wird sich leider auch nicht ändern, aber an Deinen Bildern sieht man, dass hier viel vom Flair abhanden gekommen ist. Mich machen solche baulichen Veränderungen immer recht traurig, jedoch hält sich das Verständnis meiner Mitmenschen dafür meist sehr in Grenzen.
    LG Gabi

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