Normalerweise spricht er nicht über Sexuelles.
Ganz so einfach ist es dann doch nicht. Und leider stellt man das immer erst fest, wenn man schon angefangen hat – oder verwirklicht hat, was man sich so völlig wunderschön vorstellte … Mein Bekannter wirkte ziemlich niedergedrückt und verunsichert, als er zu sprechen begann.
Denn diesmal war das Ganze etwas … heikel, schlüpfrig sogar. Er hatte seine Freundin – eine sexuell sehr aufgeschlossene Person, eine, die sozusagen die Erfüllung seiner Träume war – zu ihrem Geburtstag überraschen wollen. Nun ja, und so kaufte er ihr einen sehr großen Dildo. Einen wirklich großen. (Sie hatte einmal kurz erwähnt, daß sie so ein Ding gern mal probieren würde.) Er war ja selbst neugierig, ob „das” passen könnte. Also ja, es paßte. Ihr sogar noch besser als ihm. Denn seit ihrem Geburtstag kam er selbst sich deshalb ziemlich klein vor. Bis vor drei Tagen, als sie zu ihm in die Zwei-Zimmer-Wohnung zog, bemitleidete er sich selbst. Seither hat er kaum noch eine Viertelstunde Zeit für sich allein.
Das jedoch ist eine ganz andere Geschichte, meint er. Trinkt sein Bier aus und geht nach Hause. Schweren Herzens. Zu ihr. Als mein Bier dann auch leer ist, geh ich die paar Schritte bis zu meiner Wohnung, in der nur mein leeres Bett und der Computer auf mich warten.
Mit einem Danke fürs Lesen schleiche ich mich davon.
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(Namensnennung, keine kommerzielle Verwertung, keine Veränderung).

