Wie ich mir heute selbst ein Rätsel bleibe.
Huch! Es ist schon 19 Uhr und ich habe heute noch keinen Gedanken an den Blog hier „verschwendet”. — Nun denn, auf geht's.
Beim Sortieren von Papier fand ich einen Zettel, auf dem selbst für mich sonderbare Wortreihen untereinander stehen. Ich weiß nicht, wann und wo ich das geschrieben haben könnte, geschweige denn erinnere ich mich an den Anlaß. Vielleicht, nein, sicher nur etwas Zusammenphantasiertes:
es bringt die sonne nichts neues
emotionslos etwas betrachten
die abscheu ignorieren
auf die eigene traurigkeit warten
dem anderen vollständig vertrauen
mich der eigenen obsession widersetzen
alle lust miteinander ausleben
sonnenbrand zwischen den beinen
das mondlicht wie erwartet genießen
Kurrent ohne Großschreibung. Ohne irgendwelche weitere Notizen dazu. Sonderbar. Weil es meiner Mainung nach aus der Zeit stammt, in der ich jedes bißchen Niedergeschriebenes zumindest mit dem Datum versehe.
Ich saß am Nachmittag also vor diesem Zettel und versuchte, den Sinn darin zu entdecken, den darin verborgenen Sinn zu finden. Ergebnislos. Zumindest auf diesem Zettel, mit diesen Worten bleibe ich mir selbst ein Rätsel. Das Ganze erscheint mir zusammenhanglos – ob es ein Traumnotat war? Aber die sehen normalerweise anders aus, da finde ich regelmäßig mehrere ganze, zusammenhängende Sätze, die Handlung und/oder Beschreibungen von Orten, Gebäuden und Gegenständen sind. Orten, die ich in vielen meinerTräume immer und immer wieder sehe. Gegenstände, die ich immer und immer wieder benutze (ZIL-135; eine Fernbedienung, die einen Saugroboter steuern kann; eine Kalaschnikow mit klappbarer Schulterstütze). Sogar Personen, denen ich im realen Leben begegnete, tauchen in Träumen immer wieder auf und verhalten sich da meiner Phantasie entsprechend. Manchmal ist das für mich, der ich das träume, wirklich gruselig. Heute aber kam ich, diesen Zettel betreffend, zu keiner verwertbaren Erkenntnis, zu keinem versöhnenden Schluß.
Und weil ich mit der Denkerei „Zeit verschwendete”, hatte ich noch einiges zu erledigen und darüber fast das #onepostaday vergessen.
Puh. 19.35 Uhr. Geschafft.
Heute weggegeben bzw. entsorgt:
Vom sortierten Papier wurden etwa vier Fünftel durch den Reißwolf geschoben und in die Altpapiertonne gebracht.
Mit einem Danke fürs Lesen schleiche ich mich davon.
P.S.: Am 26. August 2025 war ich zufrieden mit den Honigbrötchen zum Frühstück, mit der im Nachdenken verbrachten Zeit, mit dem noch geschafften Blogtext.
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(Namensnennung, keine kommerzielle Verwertung, keine Veränderung).

