2025 – 101: Ideenklau

Die zweite mögliche Variante: Schuhe II.

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Natürlich fragte ich die Mützenfalterin, ob ich den Satz „klauen” darf.

 

 

Neben der Bank im Park steht ein Paar Schuhe, mit den Spitzen zum Gehweg, ordentlich parallel ausgerichtet. Und diese Pumps aus tannengrünem Veloursleder wirken hier völlig depalziert. Was machen solche Schuhe an diesem Platz, wie kamen sie hierhin? Kann jemand einen guten Grund gehabt haben, sie hier genau so abzustellen?

Da war gestern dieser Jungesellinnenabschied da drüben am Spiel­platz. Mehrere junge Frauen versuchten in leicht angetrun­ke­nem Zustand, die Vorübergehenden zu sonderbaren Spielchen zu bewegen oder zu einer Geldspende für das Paar, dessen Braut peinlich berührt in ihrer Mitte saß. Doch sie alle trugen Sneaker, Turnschuhe, vielleicht auch Ballerinas. Jedenfalls nicht so festliche Pumps. Keine von ihnen hatte so elegante Schuhe an. Und in der Kneipe vorne an der Kreuzung gab es auch keine „geschlossene Gesellschaft” – auf einer solchen könnte ich mir diese edlen Teile vorstellen oder in der Oper. Hier in der Stadt gibt es keine Oper, und auch ein Theater existiert nicht mehr.

Wie kann ein Mensch übrigens mit so hohen Absätzen unfallfrei gehen? Schuhgröße 42, schätze ich. Fast neu, wirklich sehr elegant. Und diese wunderbare satte Farbe! Aber ich möchte nicht einmal versuchen, ob ich mit den Schuhen wenigstens stehen könnte; und an mir fände ich ihren Anblick lächerlich. Ich gehe weiter, mit einem Kopfschütteln und unbeantworteten Fragen. Noch immer steht neben einer Bank im Park ein paar Schuhe, mit den Spitzen zum Gehweg, ordentlich parallel ausgerichtet. Elegante Pumps aus tannen­grünem Veloursleder mit ziemlich hohen Absätzen. Und das könnte auch der Anfang eines Krimis sein …

 

 

Es wird noch mindestens ein weiteres Textlein dazu entstehen, ein erstes zeigte ich vor vier Tagen. Danke für die Erlaubnis, diesen Satz zu verarbeiten. Ach, und ehe ich es vergesse: Die Mützenfalterin hat auch ein sehr empfehlenswertes Blog.

 

Heute weggegeben bzw. entsorgt:
Sechzehn Festplatten, die in meinem Schrank lagern, habe ich begonnen zu untersuchen; zwei drei sind jetzt sicher gelöscht.

 

Mit einem Danke fürs Lesen schleiche ich mich davon.

Der Emil

 

P.S.: Am 11. April 2025 war ich zufrieden mit der begonnenen Datenträgerarchäologie, mit dem Wohlfühlen beim Lümmeln auf der Couch, mit vielen gegessenen Mandarinen.


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Über Der Emil

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