350 – Advent 2024: 3. Advent

 
Das ist der 15. Adventskalender hier. Ich widme ihn allen, die krank sind oder Unterstüt­zung benötigen, allen, die einsam oder allein sind. Möge allen Menschen eine im wahrsten Sinne des Wortes wunder­volle Weihnachtszeit beschieden sein. Meine Kerzen brennen wieder für alle Menschen und Tiere, vor allem für die, die Hoffnung und Trost brauchen.

 
 

Mansfällisch über die Adventskerzen. Oder so.

To get a Google translation use this link.

 

Zur Einstimmung auf das folgende Gedicht könnt ihr euch gerne ein paar Werke der Kulturgruppe „Elsterglanz” in einem Video- oder Musikportal eurer Wahl anhören. Da wißt ihr, wie das zu klingen hat:

 

 
Wie ä kläines Bärkmannslicht
Gisela Hutschenreuther

 

Wie ä kläines Bärkmannslicht
brennt in'n Advent de Kärze.
Langsam treckt, wer spiert's wohl nicht,
de Wärme nein ins Härze.

So brachte äinst 's Bärkmannslicht
tief Ungene forr Orte
inn Dunkeln Mut un Zuversicht,
janz läise, ohne Worte.

Da wark doch su ä kläines Licht
wie ä Gruß von ohm,
erhellte aa de schwerste Schicht,
drum tat's dr Bärkmann lohm.

Wie äinst das kläine Bärkmannslicht
brennt heit so hebsch de Kärze.
Un bäi dähn warmen Schäin kämmt mich
Friede in mäi Härze.

Gisela Hutschenreuther: Mannsfäller Weihnachtsbüchlein S. 27
© 2017 https://www.epubli.de ISBN 978-3-7450-3668-8

 

 

Das Mansfeldische ist schon ein merkwürdiger Dialek, gehört nirgendwo so recht dazu (obwohl: Wikipedia nennt es „Nordostthüringer Mundart auf niederdeutschem Substrat”). Und wenn ich nicht einige Leute aus der Region kennen würde und nicht (ganz heimlich) Fan von Elsterglanz wäre (ich gestehe, ich liebe den Unfallbericht, obwohl der nun wirklich nicht bolliddiggl korräckt ist), dann hätte ich das schmale Bändchen im Öffentlichen Bücherschrank stehengelassen. Zudem hat das Mansfel­der Land etwas mit dem Erzgebirge gemeinsam: Den Bergbau und die Bergleute, im Mansfeld auf Kupfer, im Erzgebirge auf Silber, Zinn, Kobalt, Wolfram und Uran.

Jedenfalls sitze ich heute im Zelt, eine Kerze brennt, es ist schon dritter Advent. Ich werde einige Mundarten hören, einige Fremdsprachen auch sprechen. Aber abends, zuhause, da ziehe ich mich in die Heimat, ins Dorf am Fuße des Steinbergs zurück. Wenn is Raachermaannl naablt …

(Wer Elsterglanz ohne Hilfe nicht finden konnte: Elsterglanz offiziell, leider nur auf Youtube.)

 

Ich schleiche mich davon und wünsche eine schöne Advents- und Weihnachtszeit.

Der Emil

 

P. S.: Zufrieden war ich gestern, am 14. Dezember 2024 mit dem langen Schlaf, mit vielen Lachern, mit heißem Met.


© 2024 – Der Emil. Eigener Text unter der Creative Commons 4.0 Unported Lizenz
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Über Der Emil

Not normal. Interested in nearly everything. Wearing black. Listening. Looking. Reading. Writing. Clochard / life artist / Lebenskünstler.
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2 Kommentare zu 350 – Advent 2024: 3. Advent

  1. Es klingt ein kleines bisschen vertraut, das mag der thüringische Anteil sein, der wiederum mit meinem eigenen Nordhessisch entfernt verwandt ist.

  2. Gudrun sagt:

    Mensch, Emil, Meiner. Danke für den Lacher an frühen Morgen, für einen Elsterglanz-Fan. Sie haben jedes Jahr in der Rotunde des Alleecenters einen Auftritt und jedes Jahr verpasse ich das. (so wie auch das Salinenfest)
    Mit den Mundarten ist es in der Gegend, in der ich aufgewachsen bin, so ein Ding. Es gibt ordentlich viele davon und viel Mischmasch. (Thüringen an der Grenze zu Sachsen und Sachsen-Anhalt). Hier schwappte vieles zusammen.
    Einen gemütlichen dritten Advent wünsche ich dir.

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