Wer war's? (Nº 252 #oneaday)

Nur ich selbst?!

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In meinen Texten geistert immer wieder das Wort Versager herum.

Zumindest fühle und fühlte ich mich oft als einer.

Wer aber – außer einer Person oder zweien – hat mir dieses Wort ins Gesicht gesagt?

«Nichts hält er durch, nichts bringt er zuende.» Das ist ein wörtliches Zitat aus ihrem Munde.

Aber hat sie mich je Versager genannt?

Eine meiner Ehefrauen tat es, mehrfach, um mich zu verletzen.

Aber sonst?

Sonst scheine immer nur ich selbst es gewesen zu sein …

Das Stigma des Versagens – selbstzugefügt.

Die selbsterfüllende Prophezeiung?

Wenn ich mich nur endlich wieder an alles würde erinnern können …

Aber ehrlich: Ich glaube nicht, daß ich, nur weil ich mich Versager nenne …

Oder doch: Nur ich selbst?!

Nein. Ich vielleicht auch …

Der Verfasser des Blogs schleicht davon und dankt für’s Lesen.

P.S.: Positiv am 8. September 2011 war fast nichts – ich habe meine Wut, mein Unverständnis und meine Agression gezügelt, verzögert und dann kurz und schmerzlos sie alle ihres Druckes beraubt. Und meine allerallerallerbeste Freundin holte mich ab. Danke auch für's Zuhören!

P.P.S.: Morgen gibt es wieder “Normaltext”.

© 2011 – Der Emil CC by-nc-nd der_emil(at)arcor(dot)de

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Über Der Emil

Not normal. Interested in nearly everything. Wearing black. Listening. Looking. Reading. Writing. Clochard / life artist / Lebenskünstler.
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0 Kommentare zu Wer war's? (Nº 252 #oneaday)

  1. Himmelhoch sagt:

    An einer „selbsterfüllenden Prophezeiung“ ist wirklich was dran. Einer sagte mal: „Nach einiger Zeit nimmt die Seele die Farbe deiner Gedanken an“ – schwarze Versager-Gedanken, schwarze Kummerseele oder so!
    Lieben Gruß!

  2. Follygirl sagt:

    „Like“ ist nur um zu zeugen das ich da war…
    Der Text/Inhalt ist heute schwirieg. Hoffe, es klärt sich alles Für Dich und das dieser Begriff dann auch „verschwindet“
    LG, Petra

  3. Dr. Manhattan sagt:

    Wir werden zu dem, wovor wir uns am meisten fürchten, denn es ist das, auf was wir am meisten fixiert sind.

    Menschen neigen dazu manches zu wörtlich zu nehmen und sich selbst irgendwann in eine Schublade zu stecken, in die sie eigentlich gar nicht wollen und wohl auch nicht gehören. Wenn man also ein Leben lang eingetrichtert bekommt, dass man z.B. ein Versager ist, wie es wohl bei Dir geschehen ist, dann übernimmt man das irgendwann. Man sagt es sich selbst, glaubt daran und wird in den eigenen Augen auch dazu, weil man sich so hinein steigert. Wichtig ist nur die Lüge irgendwann zu erkennen und den Kreis zu durchbrechen..

    Ich wünsche Dir, dass Du es schaffst aus „Deinem“ Kreis auszubrechen.

  4. fudelchen sagt:

    Solche Worte können treffen und verletzlich sein, anmaßend wer sich so äußert.
    Denke immer von dir, dass du ok bist und du bist es tatsächlich.

    Herzlichst ♥ Marianne

  5. Gudrun sagt:

    Mein Vater war Musiker. Ein guter. Aber nach dem Krieg konnte er seine Familie nicht ernähren. Musiker bekamen die niedrigsten Lebensmittelzuteilungen. Während mein Vater am Radio saß und die Noten einer ganzen Bigband mitschrieb, klaute meine Mutter Briketts von den Kohlezügen, die gleich nebenan das Werk verließen, um sie bei den Bauern einzutauschen. Wenn sie nach Hause kam, nannte sie meinen Vater einen Versager. Ich habe damals noch nicht gelebt, aber mein Vater hat manchmal darüber sprechen müssen.
    Seinen Beruf hat er an den Nagel gehängt, damals. Und ich glaube, das hat ihm das Herz gebrochen. Man darf so etwas einfach nie aussprechen, und man darf es sich auch nie, nie annehmen.

    Liebe Grüße an dich

    • der_emil sagt:

      … man darf es sich auch nie, nie annehmen.

      Aber gerade dieses Wort (im entsprechenden Tonfall ausgesprochen) frißt sich im Hirn fest und sitzt da und lauert auf jede noch so kleine Gelegenheit vor, das innere Auge zu springen; und wenn es einmal drin ist, geht es nur ungern wieder weg …

      • Gudrun sagt:

        Ja, das ist ganz bestimmt so, und genau deshalb sollte man sich seine Worte überlegen. Wenn irgend etwas zu Ende ist, dann muss eben jeder seinen eigenen Weg gehen, aber nachtreten – das muss man nicht. Leider höre ich so etwas öfter.
        Ich wünsche dir Kraft, lieber Emil.

  6. freidenkerin sagt:

    *Nichts hält sie durch, nichts bringt sie zustande!“ Den Spruch kenne ich nur zu gut! Meine Mutter pflegte ihn sehr häufig in Bezug auf mich zu äußern!

    • der_emil sagt:

      Ich habe mit Freuden und Begeisterung Dinge versucht, ausprobiert – und als ich es zu oft gehört hatte, ging ich … leider zu spät.

      • Gudrun sagt:

        Warum nicht wieder mit Freuden und Begeisterung Dinge versuchen? Eigentlich ist es doch nicht schlimm, wenn man merkt, das es nicht der letzte Schrei war. Na und? Da wird eben weiter probiert. Und wenn man nicht mit aller Konsequenz versuchen würde dieses Ausprobieren zu verhindern und in Abrede zu stellen, wären da wahrscheinlich auch keine Altersgrenzen gesetzt.

  7. Elvira sagt:

    Weißt Du, Emil, dieses Wort muss nicht einmal irgendwann gefallen sein, um sich so zu fühlen. Das fängt schon bei ganz kleinen Kindern an. Stolz kommt ein Kind mit seinem ersten gemalten Strichmännchen zur Muttr, zum Vater oder sonst wen. Statt sich zu freuen – dabei ist das nicht einmal böse gemeint, nur einfach dumm! – wird dem Kind gesagt, dass am Kopf die Ohren fehlen oder an einer Hand sechs Finger sind, oder die Beine zu lang oder die Arme zu kurz oder, oder, oder. Das könnte man an einem anderen Tag in einem anderen Kontext spielerisch korrigieren. Oder es pflückt Löwenzahn und Gänseblümchen und Klee. Kluge Eltern freuen sich und stecken die Blümchen irgendwie in ein passendes Gefäß – dumme Eltern weisen darauf hin, dass die Blumen schon vertrocknet sind, zu kurze Stiele haben, Unkraut sind. Verstehst Du, Emil? Das summiert sich. Und eines Tages erscheint das Wort „Versager“ im Kopf und nistet sich ein.
    Du hast eine geniale Ader für Sprache! Daraus solltest Du einige Begriffe einfach löschen. Gut, aus dem letzten Satz sollte das Wörtchen „einfach“ gestrichen werden. Denn das ist es sicher nicht!
    Liebe Grüße,
    Elvira

    • der_emil sagt:

      Erstmal danke, Elvira.

      Und dann greife ich mir noch eine Sache heraus, die … naja:

      «Du hast eine geniale Ader für Sprache!» Das ist zwar etwas, das mir runtegeht wie Öl, mich erröten läßt, aber: Das ist doch nur etwas, das zu der Rolle gehört, die ich spiele … Denn ich kann das doch garnicht. Ich kann ja garnichts …

      So war die Denke bisher. Ist sie noch zum Teil. Aber ich arbeite daran.

  8. Frau Momo sagt:

    Mir stellt sich da die Frage, wer setzt denn die Maßstäbe? In vielerlei Hinsicht bin ich sicherlich auch eine Versagerin, wenn man gesellschaftliche Normen zugrunde legt. Aber muß ich mir die zu eigen machen? Wenn das Versagen darin besteht, etwas nicht zu Ende gemacht zu haben (trifft auf mich und meine Ausbildung zu), dann kann ich dem nur entgegenhalten, lieber die Richtung wechseln, als auf Biegen und Brechen etwas zu Ende zu machen, was gar nicht mehr meins ist.
    Jemand anderes hat überhaupt kein Recht, meine Leistungen und Nichtleistungen zu kategorisieren. Das reicht schon, wenn das im Job passiert.
    Und was ich mache, wie oft ich Umwege einschlage, die Richtung wechsel, ist allein meins, ergo auch die Einordnung dessen als Erfolg oder Nichterfolg.
    Ich merke gerade, das Versager so gar nicht in meinen Wortschatz gehört, egal wie weit „unten“ jemand ist oder zu sein scheint.

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