2023/155 – Schlüssel


Eine kurze Fiktion mit gutem Ausgang.

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Die Tür ächzt leise, als sie sich langsam schließt. Der durch­ge­gangen ist durch diesen Ausgang verschwand schon längst um die Hausecke, als sie endlich ins Schloß fällt. Wenn wir jetzt hin­durchsehen könnten durch diese Tür, so sähen wir innen im Schloß einen Schlüssel stecken, und wir sähen einen ganzen Schlüsselbund. Wir würden uns auch fragen, ob der Bund dem Weggegangenen gehört und ob sein Fehlen schon bemerkt wurde. Weil die Tür aber sehr alt aussieht und aus Holz ist, können wir den Schlüssel von außen nicht sehen und brauchen uns in dem kurzen Text, den wir über die sich schließende Tür schreiben, nicht darum und auch nicht um die möglichen, durch jenen innen an der nun geschlossenen Tür verbliebenen Schlüsselbund verursachten Folgen zu kümmern. Und so kann ich meinen Text hier ohne Probleme enden lassen.

 

 

Ich schleiche mich davon und sage Danke fürs Lesen.

Der Emil

 

P.S.: Am 4. Juni 2023 war ich zufrieden mit den zum Wegbringen bereit­ge­leg­ten Büchern (solche, die ich nicht lesen werde), mit dem Mittagsschlaf, mit den Numiroso.

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Über Der Emil

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13 Kommentare zu 2023/155 – Schlüssel

  1. Nati sagt:

    Dein zweiter Satz lässt einem arg stolpern.

    • Der Emil sagt:

      Okay, die Formulierung ist für heutige Verhältnisse durchaus ungewohnt, aber doch korrekt, oder?

    • Sofasophia sagt:

      Fehlt da nicht ein Komma nach Ausgang (sind zwei Halbsätze mit je einem Verb)?

      • Der Emil sagt:

        „Der durchgegangen ist durch diesen Ausgang“ ist ein zwar sehr komplexes, aber eben das Subjekt des Satzes …

        Deshalb setzte ich da kein Komma.

      • Nati sagt:

        Laut Emil nicht.
        Da lernen wir bei ihm noch etwas über alte Schreibweisen.

      • Der Emil sagt:

        „Der durch diesen Ausgang Durchgegangene verschwand …“ wäre eine andere Konstruktion, und auch „Der, der durch diesen Ausgang durchgegangen ist, verschwand …“ oder gar „Der verschwand, der durch diesen Ausgang durchgegangen ist, schon längst …“

        In moderner (Schrift-)Sprache wäre wohl die erste dieser drei Varianten zu bevorzugen, oder?

        • Sofasophia sagt:

          Ich könnte mich auch schwer entscheiden, ich finde deine Version voll in Ordnung. Aber eben … ich würde ein Komma setzen, nicht nach Gefühl, sondern nach Kommaregeln. Wie das früher war mit den Kommaregeln, weiß ich leider nicht.

  2. Nati sagt:

    Nach ist und Ausgang würde ich gefühlt ein Komma setzen.
    Da man den Satz auch ohne ‚durch diesen Ausgang‘ schreiben könnte.
    Deshalb war er für mich schwer lesbar und ich musste mehrere Anläufe nehmen. 🙈

    • Der Emil sagt:

      Hm. Für mich gehören da keine Kommata hin. Kann aber sein, daß das durch meine derzeitige Lektüre beeinflußt ist (eher von der Romatik inspirierte Bücher aus der Zeit um 1900).

      • Nati sagt:

        Vielleicht dann doch nur gewöhnungsbedürftig. Grins…
        Alte Texte sind anfangs ja doch eher schwierig, bis man sich eingelesen hat.

        • Der Emil sagt:

          Ich … Ich liebe alte Literatur, vor allem alte deutsche Bücher. In denen wird noch aus dem Vollen geschöpft, was typisch deutsche Semantik und Syntax betrifft.

          Moderner (aber immer noch altmodisch) hätte ich schreiben können: „Der durch diesen Ausgang Durchgegangene verschwand schon längst …“ – ohne Kommata.

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