“Schlachtfeld” und Idylle.
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Niemand muß mehr in die Kirche gehen am Sonntag. Und auch die Sitte des Frühschoppens ist beinahe ausgestorben. Auf den Sportplätzen allerdings kämpfen allerorten die Mannschaften der unteren Ligen und die der Alten Herren und der Jugend um Tore und Punkte, als ginge es um Leben und Tod. Welch dramatische Szenen sich da wöchentlich abspielen! Und die andern, die einfach nur spazierengehen im Wald oder zwischen den Feldern, die sind wohl “nur” unterwegs, miteinander redend, schweigend, Hunde ausführend. Das nachmittägliche Kaffeetrinken ist kein Pflichttermin mehr bei Oma und Opa, bei Onkel und Tante. Der Sonntag hat sich sehr gewandelt.
Doch noch immer sitzen Ältere – und andre Menschen auch – auf den Bänken am Wegesrand, das Gesicht mit geschlossenen Augen der Sonne zugewandt, und lächeln dabei sichtlich entspannt und beseelt vor sich hin.
Ich schleiche mich davon und sage Danke fürs Lesen.
P.S.: Am 10.10.2021 waren positiv geleistete Hilfe beim Möbeltransport, ein paar Minuten Sitzen in der Sonne, ein paar erledigte Vorarbeiten für dies und jenes.
Die Tageskarte für morgen ist die Königin der Schwerter (von veralteter Sicht der Dinge befreien, ohne Zweifel und lähmende Gefühle weiter).
© 2021 – Der Emil. Text unter der Creative Commons 4.0 Unported Lizenz
(Namensnennung, keine kommerzielle Verwertung, keine Veränderung).


„Niemand muß mehr in die Kirche gehen am Sonntag“
Hier in den USA braucht man wirklich nicht mehr ueberall zur Kirche zu GEHEN, denn es gibt ja auch schon „drive-in“ Gottesdienste. Auch die beichte kann man schon per „drive through“ ablegen.
Hab‘ einen feinen Sonntagabend,
Pit
Some things the Americans in the USA actually exaggerate IMHO. Still missing is the drive-in birth or the drive-in tooth extraction …
By the way: Do you also have drive-in toilets? 😉
LOL
„beseelt“
ja, dies schöne Wort passt zu dem goldenen Licht, das noch hinter die Augen scheint und seine ruhige Freude zurücklässt.
Eines der verschwindenden Wörter, aber hier notwendig passend.
In die Kirche musste ich noch nie, allerdings sind wir früher zumindest auf dem Dorf als Nicht-Kirch-Gänger schon schief angeguckt worden. Hier in der Stadt gibt es diese soziale Kontrolle schon lange nicht mehr.
Inzwischen gehe ich ja ganz gerne mal rein, allerdings selten am Sonntag.
Ach ja, beseelt in der Sonne sitzen, das habe ich am Samstag auch getan. Gestern ging es leider nicht, weil ich mich gerade kaum bewegen kann.
Gute Besserung. Und auch ich mag die Orte der Ruhe, der Stille und der Kraft, die Kirchen oft sind. (Ebenso wie Friedhöfe.)
Manchmal bin ich beseligt ob deiner Einträge…
Ach …
Lieber Emil,
hier in unserem englischen Dorf geht fast niemand mehr in die Kirche, naja, höchstens fünf Leute inklusive Pfarrer. Wir sind hier meist Rentner und die wollen von der Kirche gar nichts wissen, für sie ist der Gootesdienst die funny hats and costume Veranstaltung. Wir benutzen unser schönes Kirchengebäude für alle möglichen kulturellen Veranstaltungen.
Allerdings gibt’s hier viele, die Innehalten, die einmal am Tag und nach der Arbeit am Stand sitzen und ruhig übers Meer schauen.
Wir wünschen dir eine tolle Woche
The Fab Four of Cley
🙂 🙂 🙂 🙂
Ich schrieb ja: Der Sonntag hat sich verändert. Selbst in der DDR, als ich noch Kind war um 1970 herum, gingen die Leute am Sonntag noch in die Kirche (erst viel später wurden es immer weniger Menschen, die sich diesen Traditionen/Ritualen noch verpflichtet fühlten).