Wie so ein Gespräch wohl abliefe.
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“Eine Geschichte zu schreiben ist doch einfach”, sagt er. Ich frage mich, ob es ihm mittlerweile zu einfach geworden ist, schließlich hat er seit Monaten nicht ein einziges Wort abgeliefert. “Aber es ist eine große Kunst – und damit extrem schwierig – mich für ihr erstes Wort zu entscheiden.” Ich schaue von meinen Notizen auf. Er hat die Augen geschlossen. “So ein erstes Wort, das ist der Einstieg in ein Höhlensystem, das Portal in ein großes Hotel, der in einen Regenwald führende Trampelpfad. Das erste Wort ist Einladung, Versprechen und Verpflichtung zugleich. Das erste Wort einer Geschichte entscheidet darüber, ob sie angenommen wird oder nicht.” Wieder macht er eine längere Pause. Nichts ist zu hören als nur das Kratzen meines Stiftes auf dem Papier; dann ist sein Satz notiert und vollkommene Stille herrscht. Vollkommen ist die Stille, weil wer genau hinhört leises Ticken einer Uhr vernimmt.
Seine Hand gleitet vom Tisch, er ist sonderbar still. Ich beuge mich zu ihm hinüber, berühre ihn: keine Reaktion. Und auch kein Puls zu spüren. Ist er wirklich jetzt gerade vor meinen Augen gestorben, dieser wortgewaltige Greis? Auf dem Tisch liegt das Papier, auf dem seine Hand ruhte. “Weltende. Weltende wird es nur für mich sein, wenn ich gestorben bin.”
Heute kurz nach Mitternacht saß ich mit ihm herum, mit ihm in meinem Kopf. Mit Kladde und Stift fing ich ein, was da geschah. Und ich verstand seine Qual bei der Wahl des ersten Wortes …
Ich schleiche mich davon und sage Danke fürs Lesen.
P.S.: Positiv waren am 27.01.2020 eine Geschichte, der nicht aufgetauchte Kammerjäger, ein sehr leckeres Abendessen.
Die Tageskarte für morgen ist die Drei der Stäbe.
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