Ich staune über mich selbst.
To get a Google translation use this link.
Schreib ich was zu den heutigen Wahlen? In Thüringen und hier in der Stadt die Oberbürgermeisterstichwahl? Ach nein, ich würde mich nur zu sehr aufregen und sicher zuviel herummeckern.
Ich habe im Oktober Erwin Strittmatters “Der Wundertäter” angefangen. Einen von den drei Bänden habe ich ausgelesen, den zweiten heute begonnen. Die “geplanten” Bücher lese ich wesentlich langsamer als meine sonstige Lektüre, ich bin um einiges aufmerksamer im Text, habe mich sogar schon dabei ertappt, daß ich nach der Nacht morgens eine Seite zurückblättere und dort das Weiterlesen beginne. Ja, ich möchte so lesen, wäre aber mit mehr Seiten pro Tag zufriedener. Irgendwie fühle ich mich aber tatsächlich heimisch in Strittmatters Sprache, in seinem Klang, seinen Gefühlen. Und erkenne, daß ich ähnlich wie Stanislaus ziemlich lange herumirrte während meines Erwachsenwerdens und -seins. Nur, daß ich keine solchen Wunder wie ebenjener tun konnte und kann.
Die Kriegsszenerien – etwas, das ich nie wirklich lesen mochte, nicht lesen kann, behaupte ich sogar – sind von Strittmatter … Ist das überhaupt Krieg, in welchem Stanislaus so lange ohne Feindberührung … Und ist es zulässig für den Schriftsteller, Krieg so … so nichtvorhanden, nichtstattfindend zu behandeln? — Egal, Strittmatter tat es so, es war gut so. Vielleicht wäre es jemandem, der nicht wirklich einen Armeedienst absolviert hat, überhaupt nicht so aufgefallen wie mir, der ich drei Jahre NVA hinter mich brachte, mit späterem Reserve-Lehrgang. Keine Ahnung.
Da ich den Band zwei nun erst angefangen habe, werde ich am Wundertäter noch ein Weilchen lesen. Hätte ich nicht gedacht, ehrlich nicht gedacht, daß ich dafür so lange benötige (sonst schaffe ich fünf Bände diesen Kalibers in einem Monat, allerdings aus der Ecke der wissenschaftlich-phantastischen Literatur).
Ich schleiche mich davon und sage Danke fürs Lesen.
P.S.: Am 27.10.2019 waren positiv die Rückkehr zur Normalzeit MEZ, Sauerkrautaardäppln, erledigte Hausarbeit.
Die Tageskarte für morgen ist die Drei der Schwerter.
© 2019 – Der Emil. Text unter der Creative Commons 4.0 Unported Lizenz
(Namensnennung, keine kommerzielle Verwertung, keine Veränderung).


Den Wundertäter kenne ich nicht, aber den restlichen Strittmatter schon. Ich hab ihn sehr gern gelesen.
Deswegen hol ich den Wundertäter grad nach … (Und Eva Strittmatter: Kennst Du ihre Gedichte?)
Ja die kenne ich. Sie sind wunderbar