Probleme mit dem Zeitverlauf.
To get a Google translation use this link.
Ein Buch. Zeitbezogen. Zeitgestört. Genial.
Die Gegenwart war immer die gerade unter der Lok verschwundene Markierung. Sie war der Floh in der Haarwolle des Heraklit, immer schon davongesprungen, ehe die Philosophenfinger ihn zerquetschen konnten, der eben verklungene Ton, das vom Schatten des Sekundenzeigers verlassene haarfeine Segment des Zifferblattes, der unwiederbringliche Milimeter, Pikomerter, Nanometer im Zählwerk der Atomuhren, nicht zu erwischen auf der Flucht in die Vergangenheit, die es selbst doch schon nicht mehr gab, während uns die Zukunft stets noch fehlte. Was war, ist nicht mehr; was ist, ist schon gewesen; was sein wird, ist immer noch nicht da. So rasch ging uns einmal die Zeit aus, wenn wir an sie dachten.
Thomas Lehr: 42. S. 78 (Hervorhebung: Der Emil)
2. Auflage 2007; © 2005 Aufbau-Verlag GmbH Berlin.
ISBN 978-3-7466-2342-9
Ach, CERN, ach Higgs-Boson. Ach, Albert und Stephen und all ihr Physiker und Kosmologen und Chronotypisten!
Ich schleiche mich davon und sage Danke für’s Lesen.
P.S.: Positiv am 10.05.2018 waren der Nachmittag mit der allerallerallerbesten Freundin, Bilder im Kopf, Freiberger Pils am Abend.
Die Tageskarte für morgen ist sie Sieben der Stäbe.


Das Buch habe ich vor ein paar Jahren auch gelesen. Er versteht es, das Schreiben, so, dass es einen packt!
Für mich ist es … eine Offenbarung.
Zeit ist flüchtig und doch so zäh. Zeit ist für jeden anders.
Aber wahrscheinlich habe ich mal wieder nicht die kryptische Idee verstanden.
Diesmal steckt keine kryptische Idee dahinter, sondern meine Begeisterung für dieses Buch. (In dem werden bei einem Experiment am CERN wenige Personen aus dem normalen Zeitablauf herausgelöst: Während die gesamte Welt in einer ganz bestimmten Sekunde eingefroren scheint, leben sie Jahre mit verschiedensten Schwierigkeiten …)