Unterschiede feststellbar?

Handschriftlich. Schreibmaschinisch. Computerisiert.

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Es war bei mir – früher ™! – so, daß ich alle Texte vollständig in meiner Kladde formulierte. Und sie dann von der Kladde beinahe eins zu eins abgetippt habe, eben nur Links und Bilder usw. noch einfügte. Irgendwann, genauer gesagt, mit Beginn des BFD änderte sich das. Jetzt stehen oft nur Ideen, Skizzen, Wortgruppen darinnen, und ich versuche daraus erst am Rechnerlein einen runden Text zu feilen. Aber ich habe das Gefühl, daß der Unterschied feststellbar ist.

Dieser Text hier, der entsteht zum Beispiel direkt am Gerät. Weil ich glaube, nach meiner Sendung keine Zeit mehr zum Abtippen zu haben. Weil ich die Kladde erst aus dem Rucksack holen müßte und das Rechnerlein direkt vor mir steht. Und ich weiß, daß ich nachher auch keinen Bock habe, den Text in die Kladde abzuschreiben. Er wird dort fehlen …

Werde ich etwa faul?

Oder habe ich zuviel anderes zu tun?

In der Kladde ist ein Anfang, den ich beenden muß. Den ich durchdenken, niederschreiben muß. Aber dazu brauche ich eben Ruhe, Muße, die ich im Moment der Entstehung dieses Textes nicht habe. (Ich weiß bzw. kann mir vorstellen, daß ich meine Leserinnen und Leser gerade langweile mit dieser Selbstbetrachtung. Alter Egozentriker, der ich gerade bin!)

Ach so. Ich schweifte ab. Oben bemerkte ich, daß ein Unterschied zwischen papiernen und rein elektronischen Texten feststellbar scheint. Wie ist das bei all den anderen Schreibenden, bei denen, die auch mit verschiedenen Medien arbeiten, ihre Gedanken und Ideen festhalten? Gibt es Unterschiede zwischen Texten, die handschriftlich, mit der Schreibmaschine, am Computer entstehen? Sind sie, diese Unterschiede für Leser ersichtlich, erfahr- oder erspürbar? Ja, das interessiert mich wirklich …

 

(Bei mir sehe ich tatsächlich Unterschiede, auch bei älteren Texten, wo ich ganz sicher nicht mehr um die Entstehungsgeschichte weiß.)

 

Der Emil

Der Verfasser des Blogs schleicht davon und dankt für’s Lesen.

P.S.: Positiv am 2. Mai 2014 waren der ruhige Morgen und der gelungene Buchfink.
 
Tageskarte 2014-05-03: Ritter der Münzen.

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Über Der Emil

Not normal. Interested in nearly everything. Wearing black. Listening. Looking. Reading. Writing. Clochard / life artist / Lebenskünstler.
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0 Kommentare zu Unterschiede feststellbar?

  1. Faktoid sagt:

    Ich meine, dass es mit der Übung, der Routine, zu tun hat.
    Dass sich der Ansatz ändert, weil man sich selbst ändert.
    Stellst Du eine qualitative Veränderung fest, dass die Texte schlechter werden, obwohl du sie “direkt” schreibst?
    Ich habe manchmal, wenn ich im Café sitze, eine Kladde, schreibe ganze Texte oder nur Fragmente, manchmal spreche ich, wenn es zur Hand ist, leider zu selten ins Diktaphon.
    Mir ist jedes Mittel recht.
    So gut wie nie schreibe ich direkt nach WordPress. Das dauert mir zu lang.
    Ich schreibe lieber “offline” in den Computer und kopiere den Text dann.
    Grüße
    Oliver

  2. Ulli sagt:

    ich bemerke vor allen Dingen beim schreiben selbst einen Unterschied, am PC habe ich immer wieder ein “getriebenes” Gefühl, frage mich oft, ob es vom rauschen im Hintergrund kommt, Sensibelchen, die ich bin. In der Kladde habe ich mehr Musse (mein neuer Lappi hat kein Eszett, was doch irgendwie nervt)- und genau das wirkt sich auf den Text aus, aber ob das andere auch wahrnehmen vermag ich nicht zu beantworten …
    herzlichst Ulli

    • Der Emil sagt:

      (Im WordPress kann ein ß als &.szlig.; – von & bis ; ohne die Punkte- eingegeben werden.)

      Getrieben … nein getrieben fühl ich mich nicht. Das Ergebnis kommt mir nur anders vor.

      • Ulli sagt:

        das habe ich jetzt nicht kapiert oder sage ich es so, wenn ich esmache, wie ich dich verstehe, klappt es nicht mit dem eszett …

  3. Myriade sagt:

    Hmmm, also für mich ist der Unterschied einerseits das haptische, es ist doch ein großer Unterschied ob man einen Stift in der Hand hat oder gar eine Füllfeder und das Papier angreifen kann und kritzeln und was dazuzeichnen …….da gewinnt eindeutig das Papier! und andererseits die Möglichkeiten des problemlosen Korrigierens und Strukturierens und noch einmal Umschreibens …… da ist der PC unschlagbar. Ob das dem Text anzumerken ist ? Tja, gute Frage, ich habe keine Ahnung ….

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