Zum heutigen “Feiertag”
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«Wieder»-Vereinigung? Wieder? Wieder? Waren die BRD und die DDR schon einmal vereint? Nein? Wieso wurden sie dann vor zweiundzwanzig Jahren «Wieder»-vereinigt?
Überhaupt: Ist das denn ein einiges Land? Gibt es “Die Einheit” wirklich? In Bildung, Kultur, Sozialem, Sicherheit (nur als Beispiele genannt) wird doch noch immer Kleinstaaterei betrieben!?
Und liegen die Durchschnittseinkommen von Familien im Osten etwa nicht 29% unter denen im Westen (≈ 30.000 € gegenüber ≈ 42.000 €; gestern morgen im TV bei den öffentlich-rechtlichen gesehen zwischen 7.30 Uhr und 09.05 Uhr)? Dafür sind im Osten aber auch die Preise niedriger.
Wie bitte? Die Preise sind doch der einzige Bereich, in welchem der Osten den Westen schon lange eingeholt hat (Treibstoff, Strom, Mieten, Grundnahrungsmittel, Gebühren bei Behörden, Wasser usw. usf.)! So jedenfalls erlebe ich das.
Nein nein! Jetzt bitte nicht das Stichwort “Solidaritätszuschlag” – den zahlt der Arbeitnehmer im Osten auch (und dem Arbeitslosen im Osten wird er, wie z.B. unabhängig von einer Religionszugehörigkeit auch die Kirchensteuer, vom fiktiven Bruttoeinkommen abgezogen bei der “Berechnung” des druchschnittlichen Nettoeinkommens, aus dem sich das Arbeitslosengeld ergibt und anderes).
“Tag der Deutschen Einheit”. Kann man vielleicht in den Einsatzgebieten der Einheiten der Bundeswehr tatsächlich erleben. Dort gibt es nämlich mindestens eine deutsche Einheit. Der Truppen.
Aber hier in Deutschland? Einheit? So recht daran glauben kann ich nicht.
Zweiundzwanzig Jahre ist das jetzt schon ein Staat.
GG Art. 3 (1) «Alle Menschen sind vor dem Gesetz gleich.»
GG Art. 3 (3) «Niemand darf wegen seines Geschlechtes, seiner Abstammung, seiner Rasse, seiner Sprache, seiner Heimat und Herkunft, seines Glaubens, seiner religiösen oder politischen Anschauungen benachteiligt oder bevorzugt werden.»
Bei den Versicherungen mußten geschlechtsgerechtebedingte Tarife zugunsten gleichmacherischer Tarife (sog. “Unisex-Tarife”) aufgegeben werden.
Aber die Unterschiede West./.Ost sind noch immer gesetzlich festgeschrieben.
Wann wird die BRD wirklich ein vereinigtes Land mit einer verwirklichten Einheit sein? Wann hört die gesetzlich festgeschriebene und damit dem Grundgesetz Artikel 3 Absatz 3 widersprechende Ungleichbehandlung nach Geburtsort (Abstammung, Herkunft) endlich ebenso auf wie die nach Geschlecht aufhören soll?
Und wann hören (unwissende? ahnungslose?) Politikerdarsteller auf, mir meine eigene Vergangenheit und meine Gegenwart zu “erklären”? Ist nicht nötig, die habe ich erlebt bzw. erlebe ich gerade!
Werde ich eine Einheit des Staates noch erleben?
Der Verfasser des Blogs schleicht davon und dankt für’s Lesen.
P.S.: Positiv am 2. Oktober 2012 waren vier fertiggeschriebene Texte. Die Schreibverstopfung ist beendet, glaub ich.
© 2012 – Der Emil. Text & Bilder stehen unter der Creative Commons 3.0 Unported Lizenz
(Namensnennung, keine kommerzielle Verwertung, keine Veränderung).
277 / 366 – One post a day 2012 (WP-count: 422 words)


„Und wann hören (unwissende? ahnungslose?) Politikerdarsteller auf, mir meine eigene Vergangenheit und meine Gegenwart zu “erklären”? “ … Lieber Emil, hör doch nicht hin. Es wird noch ganz lange dauern bis jede Biographie anerkannt ist, und auch verstanden wird. Bis dahin: Mach dein eigen Ding! Ich habe dich als einen klugen, ehrlichen Menschen kennengelernt. Der braucht sich seine Vergangenheit nicht erklären lassen zu müssen. Und die Zukunft? Da ist noch ein bissel dran zu arbeiten, an den Ideen und Vorstellungen.
Ich wünsch dir trotzdem einen geruhsamen Feiertag. Ich gehe arbeiten. Und gut.
Das mit dem nicht hinhören ist verdammt schwer, weißt Du? Vor allem, wenn ich im Gesagten (Dahergesabbelten?) pralle Lügen, Herabsetzungen und wirklich vollständiges Nichtwissen ums Thema bei denen festelle …
Und ehe ich das alles in mich hineinfresse, schreibe ich lieber einen solchen Text 😉
Das ist keine Wiedervereinigung. Das war eine Annektion nach Gutdünken des Dicken und anderer, die meinten, die westliche Lebensweise sei die einzig seelig machende.
Ich finde es schier unfassbar, das überhaupt noch über die Anpassung der Löhne und Renten geredet werden muß. Für mich wäre es selbstverständlich, das das längst angeglichen ist. Ich verdiene zwar auch keine 30.000 Euro im Jahr und 42.000 Euro schon mal gleich gar nicht und ich lebe in einer der teuersten Städte Deutschlands, was auch nicht berücksichtigt wird, aber das im Osten für gleiche Arbeit immer noch weniger Geld gezahlt wird, ist einfach unglaublich.
Blühende Landschaften…. das hab ich dem Dicken schon damals nicht abgenommen. Der ist für mich auch nicht der Kanzler der Einheit. Der war nur zufällig zu richtigen Zeit im Amt. Die Weichen haben andere gestellt, die dafür bitterst angefeindet wurden (Willy Brandt u.a.).
Kein Feiertag im Hause Momo, Martin ist schon wieder bei seinen Patienten unterwegs und ich werd gleich mal versuchen, in die Stadt zu humpeln.
Bei mir war heute auch kein Feiertag. von 10 bis 17 Uhr war ich im Radiostudio, wir haben die Sendung für morgen produziert.
Und genau diese Ost-West-Ungleichbehandlung per Gesetz bei gleichzeitiger gesetzlicher Einführung der Unisextarife bei den Versicherungen (und in vielen Bereichen sind die wirklich einfach nur unsinnig; werden bald auch die Beamten- und ÖD-Tarife abgeschafft, denen nicht so eindeuutig unterschiedliche Risiken wie Männer- und Frauentarifen zugrundeliegen????) bringen mich immer wieder zur Weißglut; immer dann, wenn ich von «Tarif West» und von «Tarif Ost» lese und höre, dabei sind Gebiete Bayerns und Niedersachsens viel weiter im Osten als Teile Thüringens und Sachsen-Anhalts …
Es gibt sicher mehr Vorteile als Nachteile der deutschen Einheit – für die Gewinner. All die, die jetzt um ihre Arbeit, Wohnung, Existenz bangen müssen – und das sind nicht wenige, nicht nur im ehemaligen Osten, die bedenken die Vereinigung mit weniger freundlichen Worten. – Ob sie Recht haben mit ihrem Pessimismus, wird die Geschichte zeigen.
Mich macht dieser Tag auch immer sehr nachdenklich. Nur ich habe den Vorteil, dass ich vielleicht in der Zukunft weniger lange Jahre darüber grübeln muss, ob es ein Vorteil war. Auf jeden Fall wäre es in dem Zustand, in dem die DDR in den späten 80er Jahren war, wo alles oder vieles, was Beine und einen (materiell) eingestellten Verstand hatte, Richtung Westen via Ungarn oder Prag lief – nicht mehr weiter gegangen. Und mit diesem Wissen hört mein Latein auf und auch mein Kommentar.
Liebe Grüße von Clara
Reblogged this on Germanys next Kabinettsküche und kommentierte:
Danke, bester Emil für Deine klaren Worte.
Gut dann, lieber Emil,
mir gehen doch so einige Dinge durch den Kopf, die ich jetzt darlegen möchte.
Ich denke, es stimmt, was Du hinsichtlich der Preise sagst. Dies gilt aber auch für den Westen. Hier gibt es auch strukturschwächere Gegenden, in denen die Gehälter nicht mit den realen Preisen und Kosten mithalten. Nancy, die im Ruhrgebiet lebt, kann davon Arien singen. Und die Differenzen im Westen zwischen Ballungsräumen und ländlichen Gebieten sind nicht minder problematisch. Die Preise in den Supermärkten sind überall ähnlich hoch, das liegt an der Preispolitik der Lebensmittelindustrie und hierfür den Westen verantwortlich zu machen, ist für mich gelinde gesagt, nur dem östlichen Tunnelblick geschuldet. Kapitalismuskritik wäre hier meines Erachtens angemessener. Hinsichtlich der unterschiedlichen Löhne und Gehälter sollte man meines Erachtens auch stärker zwischen Grundgehältern und Ortszuschlägen differenzieren. Hier im Westen haben Viele gleiche Grundgehälter und verdienen absolut gesehen doch nicht das Gleiche, weil sie unterschiedliche Ortszuschläge haben. Ortszuschläge werden nach dem regionalen Mietspiegel und dem Warenkorb errechnet. Wahrscheinlich ist das noch mal anders, aber ich mag gerade nicht recherchieren.
Mit Verlaub, ich würde mir nie anmaßen, zu sagen, ich könnte die Menschen aus der früheren DDR wirklich verstehen, das kann ich nicht, obzwar ich häufig dort unterwegs war. Entsprechend möchte ich anmerken, dass einige Aufenthalte in Hamm Dir nur wenig Anschauungsmaterial sind, die Menschen und Lebensweise im Westen zu verstehen, denn diese waren in der früheren BRD schon höchst heterogen. Nicht nur haben die Menschen der früheren DDR ihren Staat verloren, die Menschen der früheren BRD haben ebenfalls ihren Staat verloren. Etwas mehr Fairness wäre meines Erachtens hier angebracht.
Es war vieles gut in der früheren DDR, es war aber auch vieles gut in der früheren BRD.
Nach Lektüre des Artikels im FREITAG möchte ich anmerken, dass ich denke, das Geschriebene dort ist wahr. Es bestehen strukturelle Ähnlichkeiten zu Immigranten und deren Problemen. Ich finde es gut, dass Menschen im Osten therapeutische Mittel nutzen. Mir war schon immer klar, dass es mindestens eine, wenn nicht gar zwei Generationen dauern wird, bis die beiden früheren Staaten zu einem Staat verschmelzen. Da die ‚Vereinigung‘ der beiden deutschen Staaten aber nicht vom europäischen Einigungsprozess abzulösen ist, wird es wohl noch weitere Generationen dauern. So ist es mit historischen Prozessen: Wir stecken stets mitten drin in diesen und würden uns wünschen, wir wären schon ganz woanders oder gar nicht dort, wo wir gerade sind.
Ich weiß, Dir geht es um etwas anderes, es geht Dir um Gerechtigkeit usw. Ich muss gestehen, mich ärgert das. Als BRD geprägt bin ich damit großgeworden, die Schuld der Nazis tragen zu müssen. Allein die Ambivalenzen hinsichtlich des Staates Israel empfinde ich als große Last. Persönlich habe ich mich mit dem Judentum stark auseinandergesetzt und empfinde die Naziverbrechen als Bürde, die es immer noch zu tragen gilt.
Ich habe mich intensiv mit der Literatur der DDR beschäftigt und empfinde zu viele Ambivalenzen diesem Staat gegenüber … nicht den Menschen, das nun wirklich nicht.
Es tut mir leid, aber ich kann nicht auch noch die Lasten der früheren DDR mittragen. Es wäre sicherlich leichter, wäre die DDR ein wirklich gerechter Staat gewesen. Indes war sie das nicht. Persönlich kann ich in keinem paranoischen Weltbild leben, ich ertrage es nicht, wenn die Generation meiner Eltern altersbedingt unreflektiert rechtslastige Gedanken kommuniziert, denen sie während der Nazidiktatur ausgesetzt war. Ebensowenig ertrage ich es, wenn Menschen, die in der früheren DDR lebten, ihr persönliches Unheil allein der Wende zuschreiben. Ich empfinde es als unfair und ungerecht, mit Vorwürfen bedacht zu werden, für die ich nun wirklich nichts kann. Ich kann nichts für das sozialistische Terrorsystem, das in den Ostblockstaaten existierte. Ich kann nicht wissen, wie es war, in einem solchen System leben zu müssen. Ich weiß, dass Begriffe wie Freiheit, Gleichheit oder Gerechtigkeit für mich als Westkind mit anderen Vorstellungen und Inhalten verbunden sind als für die Menschen der früheren DDR. So wie ich in meinem Alltagsleben Menschen ihre persönliche lebensgeschichtliche Prägung im Naziregime nicht (mehr) vorhalte, dies habe ich in jungen Jahren getan, so möchte ich auch Menschen aus dem Osten ihre persönliche lebensgeschichtliche Prägung im DDR-Regime nicht ankritteln müssen.
Es geht doch letztlich um die DDR in mir. Die Auseinandersetzung mit der DDR in mir kann den Menschen im Osten nicht abgenommen werden. Dies wusste ich schon immer.
Wenn ich mir etwas wünschen könnte, dann wäre es, nächstes Jahr zum 3. Oktober einen anderenText von Dir zu lesen. Einen, in dem Du mit Deiner Wut und Ohnmacht weiter bist, denn Wut und Ohnmacht sind die Motoren der Depression.
In diesem Sinne noch einen schönen Donnerstag, fast hätte ich geschrieben, noch einen schönen Montag, aber gestern war ja kein Sonntag,
Renate
Gute Worte, Renate.
Ich verlange nicht, daß die Lasten der DDR von Dir oder irgendjemandem mitgetragen werden. Aber ich wünsche mir – und das ist für mich der wichtigste Punkt in meinem Text –, daß die gesetzlich festgeschriebene Ungleichbehandlung West ./. Ost spätestens nach 25 Jahren Existenz in einem Staat aufgehoben wird. „Der Markt“ und das Förderalismuskonzept werden noch für genügend Ungleichheiten sorgen, das ist mir klar; aber es muß nicht per Gesetz gegen das Grundgesetz verstoßen werden in diesem Bereich (in allen Bereichen übrigens, also auch bei Migranten, sexueller Identität usw. usf.).
Ja ja, ich verstehe das. Dagegen ist ja auch inhaltlich nichts einzuwenden. Als westdeutsch geprägte Frau hätte ich auch gerne, dass Frauen den gleichen Lohn erhalten. In diesem Sinne – es leben die Partikularinteressen.
„Werde ich eine Einheit des Staates noch erleben? “
ich bin mir sicher, das wir das nicht werden und ich bin mir sicher, das dies auch nicht gewollt ist .
„früher „gabs feindbilder durch die existenz unterschiedlicher systeme ..die waren auch ein motor für die wirtschaft …gibts ja heute nich mehr,die unterschiedlichen systeme und da die menschen leider nicht ohne feindbilder auskommen…ich bin überzeugt , wenn es jemals eine wirkliche einheit geben sollte..in unserer generation nicht mehr, in der nachfolgenden vermutlich eher auch nicht ..in der generation unserer enkel vielleicht …denn , die erziehung, die (heimat)geschichte …all dies wird ja „weiter gereicht „..die verletzungen , mit /durch die wende aber auch .
nur mit einem gehörigen zeitlichen abstand KÖNNTE es eine einheit in dem sinne geben …wenn man eben die „feindbilder „nicht hegen /pflegen/umsetzen würde..auf beiden seiten .
jetzt dient der „ossi „aus meiner sicht eher als „buhmann „, als grund, für das durchschwingen der abrissbirne im sozialen bereich …als grund, warum niedriglohn /“völkerwanderng „sinnvoll /notwendig sind /sein müssen (mit den folgen und kosten )…warum im westen die öffendliche struktur verfällt (lastenausgleich )..und , es interessiert keinen , obs wirklich so ist und /oder eben nur vorgeschobene gründe, die die wahrheit vernebeln ..aber, alle „springen „auf den „zug “ auf und weisen sich die schuld zu ..zu gunsten eines „lachenden dritten „..der wirtschaft /regierung ..
Danke für deinen Beitrag, er sagt ganz viel aus. Auch das, was Frau Momo geschrieben hat, bedarf keiner weiteren Anmerkungen, denn so ist es.
Der Begriff Einheit ist eher eine Zielvorstellung, die wir aber bei uns genausowenig erreichen können, wie in anderen Ländern, in denen noch mehr Ungleichheit herrscht.
Wir selbst können die Welt nicht ändern, nicht ver-einheitlichen, sondern immer nur in unserem eigenen kleinen Universum daran arbeiten.
Die Politiker sind eher einheitlich, wenn es um die Erhöhung ihrer Diäten geht und die Streichung wichtiger sozialer Dinge, die gesellschaftspolitisch vorrangig wären.
Nun schleiche ich mich in den goldenen Oktober davon.
Herzlich,
Anna-Lena
Da sag ich jetzt mal nichts dazu! Denn es ist nicht alles schlecht im Westen und im Osten und miteinander!
So sehe ich das auch. Danke, liebe piri ulbrich. Als BRD geprägt möchte ich mich aber auch nicht immer wegen dieser Sachlagen schlecht fühlen. Ich denke, alle müssen wir gucken, wo wir bleiben und ich halte von Dauerjammern gar nichts. Ich kenne hier im Westen viele Landwirte, die wesentlich weniger Geld zum Leben haben als der normale ALG II-Empfänger. Das interessiert aber NIEMANDEN.
Ich gebe zu, daß ich ein wenig auch Frust abgelassen habe mit meinem Text zu diesem Tag. Frust über Ungleichbehandlung: in eher nebensächlichen Dingen wird die Gleichheit gleichkacherisch per Ukas durchgesetzt – nur im wichtigsten Bereich nicht.
Die Übernahme der DDR durch die BRD – ich weiß, daß der offizielle Sprachgebrauch ein anderer ist – war ganz bestimmt nicht das, was die Montagsdemonstranten, Friedensgebete und z.B. das Neue Forum ursprünglich wollten. Antrieb war zuallererst und ganz ernsthaft der Wunsch nach einer anderen DDR. Es wurden nicht umsonst Bürden auf sich genommen im Land, um dieses Land zu verändern. Nicht: um es verschwinden zu lassen und sich daran nur noch als an eine Art „Stasi-Apparat“ zu erinnern.
Und ja, es ist nicht alles schlecht in dieser BRD. Aber: Es war auch nicht alles schlecht in jener DDR – es wurde trotzdem fast alles kaputtgeschlagen, verschachert, ruiniert, dämonisiert, schlechtgeredet … Beispiele: Unser Grüner (Blech-) Pfeil, unsere Poliklinik (neu: Ärztehaus, Praxiszentrum), unsere Kinderkrippe (Das wird noch ein Drama, wenn die ersten Eltern ihren Rechtsanspruch auf diese Plätze einklagen!) etc.
Ich hinterlasse noch einen Link zu einem Artikel des «Freitag». Viele Kommentare machen mich – wie der Artikel sowieso – sehr nachdenklich, manchmal sehr wütend und zornig …
ich mag es, wie du solche heiklen themen einkreisen und benennen kannst. das ist ein talent, das nicht zu unterschätzen ist. dein hinein-blick samt auswertung …
ob du sie erleben wirst? ich hoffe es.
herzlich, soso
Lieber Emil,
Nicht alles ist wie es scheint. Manches ist sehr trefflich, manches aber auch Polarisiert. Frust gibt es auch in den alten Bundesländer. Bei meinem jetztigen Berlinaufenthalt habe ich die Preise schon um ein mehrfaches geringer erlebt, und zwar bei der Übernachtung im Hotel, bei den Preisen im Restaurant. In einem kleinen Restaurant, nur ein klein wenig Abseits vom Getümmel – haben wir zu Zweit für weniger als 10,- € gut zu Mittag gegessen. Und das auf der Friedrichstrasse. Das findest Du in Stuttgart nirgends. Selbst beim besten Italiener war es 30 – 40 % billiger. Wie es mit den Mieten aussieht? Wenn es nicht gerade ein Neubau ist in exponierter Lage, habe ich schon den Eindruck dass es um mind. 1/3 günstiger ist. Sicher ist alles teurer geworden, aber das ist es auch hier. Und Lohnausgleich gab es auch nur in bestimmten Branchen.
Mein Beruf den ich an den Nagel gehängt hatte, davon hätte ich mich alleine nicht versorgen können. Als ich dann wegen einem Burn-Out zu machte, bin ich aus dem Raster gefallen. Weil ich Selbstständig war, erhalte ich keinerlei Unterstützung. Ich nage nicht am Hungertuch, ich will da nicht klagen – doch das hat andere Gründe.
Ja, es sind ja auch meine Gedanken, meine Eindrücke, die ich hier schildere. Sicher erlebt jeder etwas anderes. Bei meinen Aufenthalten im Westen (Hamm in Westfalen) habe ich eben keine Preisunterschiede mehr fetsgestellt bei den von mir genannten Dingen.
Nein, wichtig wäre mir ganz besonders, daß diese gesetzlich festgelegte Ungleichbehandlung nach Herkunft aufhört.
(Ich frag DIch jetzt trotzdem: Die Möglichkeit, ALG II zu erhalten, solltest Du aber auch als ehemals Selbständige haben?)
Durch die gemeinsame Veranlagung kommt das nicht in Frage. Ich sage – ich hungere nicht. Uns geht es geht uns gut, doch hat das andere Gründe.
Eine Einheit des Staates zu erleben, das ist eine gute Frage.
Es wurde halt mal wieder über Köpfe hinweg entschieden, ein eigenes Land erstmal wäre sicher eine gute Möglichkeit gewesen. Doch wäre dann Kohl nicht in die Geschichte eingegangen.