Religionsfrei über die Hiobsbotschaft und die gute Nachricht geplappert
To get a Google translation use this link.
Neue Woche. Neue Hiobsbotschaften? Oder gibt’s zur Abwechslung auch mal was anderes?
Damit will ich nicht sagen, daß ich nur Hiobsbotschaften erhielt bzw. erhalte, so ganz persönlich. Nein, ich bekam und bekomme sogar recht gute Nachrichten.
Aber.
Aber wir alle. Einmal von den Börsennachrichten abgesehen und einen oder zwei Blicke in eine Tageszeitung oder eine Nachrichtensendung im Fernsehfunk geworfen. Oder einmal den Nachrichten im Rundfunk gelauscht.
Gibt es da – außer dem meist auch noch ausgelagerten Wetter – anderes als Krieg, Massaker, Verbrechen, Pleiten, Krawalle, Skandale, Unfälle und Unglücke (und Sportergebnisse), also: gibt es da noch etwas anderes als Katastrophen?
Ja, stimmt, manchmal werde ich noch über royale Feste – Hochzeiten, Geburten, Scheidungen – informiert. Und über Prominentenklatsch vornehmlich von solchen Prominenten, die diese Bezeichnung nun wahrlich nicht verdienen.
Aber sonst?
Gute Nachrichten, Erfolge (nicht nur bei Sport, Verbrechensbekämpfung oder Wahlen) scheinen rar geworden zu sein. Eine fällt mir ein: Das Higgs-Boson.
Heißt das aber auch, daß nichts Gutes mehr geschieht? Oder haben wir mit Hilfe der medialen Schwerpunktsetzung einfach nur verlernt oder gar einfach nur keine Gelegenheit mehr, werden wir vielleicht sogar daran gehindert, gute Nachrichten wahrzunehmen?
Kleiner Exkurs:
Früher war es wohl einfacher. Es gab sichere, lokal konstante und begrenzte Feinde bzw. Feindbilder: Die bösen Kommunisten und die bösen Imperialisten.
Als die einen verschwanden, wurde ziemlich schnell der Islam und seine Terroristen – und auch deren Herkunftsstaaten! – zu globalen Feinden, zur “Achse des Bösen” gemacht. Feinde für die gesamte zivilisierte Welt!
Wobei: “zivilisiert” kann ja nur etwas im US-amerikanischen Sinn und in US-amerikanischer Art und Weise sein. Andere Gesellschaftsformen (nichts anderes heißt Zivilisation umgangssprachlich auch) sind per definitionem niemals zivilisiert.
Und jetzt ist “der Feind” überall. Überall muß man vorm Terror geschützt werden, überall muß alles überwacht werden. Und damit wir nicht vergessen, Angst zu haben, werden all die Katastrophen als beinahe einzige Nachrichten verbreitet …
Ob das so stimmt: Ich weiß es nicht. Aber es scheint mir einer gewissen Logik nicht zu entbehren.
Zurück zum Thema.
Gibt es keine guten Nachrichten mehr? Oder haben wir nur verlernt, sie wahrzunehmen? Oder werden wir daran gehindert, gute Nachrichten zu empfangen?
Verschwörungstheorie? Vielleicht. Achtet mal auf die wirklich guten Nachrichten dieser Woche. (Und eine Nachricht über das Ausbleiben einer Katastrophe ist, glaube ich, noch keine gute Nachricht.)
Der Verfasser des Blogs schleicht davon und dankt für’s Lesen.
P.S.: Positiv am 16. Juli 2012 war, daß ein “Trick” wirkte.
© 2012 – Der Emil. Text & Bilder stehen unter der Creative Commons 3.0 Unported Lizenz
(Namensnennung, keine kommerzielle Verwertung, keine Veränderung).
199 / 366 – One post a day 2012 (WP-count: 451 words)


Viele der oben genannten Themen gehen komplett an mir vorbei..
Andere regen mich auf… wobei ich mich schon vor Jahren entschlossen habe mich möglichst wenig um diese Panikmache zu kümmern.
Aber es stimmt gute Nachrichten muß man suchen… schade eigentlich.
Nun liegen meine Schwerpunkte beim Tier- und Naturschutz… da bekommt man nur schlechte Nachrichten. Deshalb freuen wir uns auch so über unsere Tara. Nur POSITIV, freundlich und lieb!
Vielleicht sollten wir alle anfangen unsere eigenen guten „Nachrichten“ zu leben.
P.
Ich glaube zwar nicht per se an Verschwörungstheorien, könnte einigen allerdings etwas abgewinnen. Was die schlechten Nachrichten betrifft, machen die für mich durchaus Sinn – nicht nur die „großen“, vielmehr die kleinen, in Nebensätzen versteckten. Wenn „die“ uns lange genug mit beängstigenden Nachrichten versorgen, wird die gezüchtete Angst irgendwann zu uns gehören und unser Denken und Handeln beeinflussen. Dann ist jeder Muslim ein Terrorist und jede kopftuchtragende Frau eine von männlichen Familienangehörigen unterdrückte und ausgebeutete Kreatur, die es zu retten gilt. Dann wird nicht mehr „hinterfragt“ sondern nur noch nach dem Äußeren be- und geurteilt. Dann sind bald alle Arbeitslosen/ Alten/ Migranten kriminell – denn was sonst soll uns der Satz „der arbeitslose/65jährige/türkischstämmige Räuber, Dieb, Täter…“ sagen? Wir Menschen sind wie Schwämme und saugen uns unmerklich mit solchen Aussagen voll. An Stammtischen wringen wir uns dann aus, nur um uns erneut aufschwämmen zu lassen.
Aber es gibt auch gute Nachrichten! Heute las ich im Wissenschaftsteil meiner Abozeitung, wieviele Tierarten neu entdeckt werden. Zwar könnte jetzt der Einwand erfolgen, dass solche Nachrichten nur davon ablenken sollen, wieviele Tierarten täglich aussterben oder vom Asussterben bedroht sind. Aber ein Aber wird es immer geben, egal wie gut die Nachricht ist – oder für wen sie gut oder auch nicht gut ist.
Liebe Grüße von Elvira
Bitte füge noch ein „a“ zwischen l und s ein, dann macht das Wort erst Sinn. Danke! Noch ein Nachsatz: Heute klingelte mich kurz vor sieben Uhr das Telefon aus dem Schlaf. Zwar stehe ich sonst immer früher auf, hatte aber ein volles Wochenende und einen anstrengenden gestrigen Tag. Eine Kollegin fragte, ob ich früher anfangen könne, weil eine andere Kollegin sich krank gemeldet hat. Zwei Lesarten wären jetzt möglich: Für mich eine schlechte Nachricht, weil ich meine ganzen Pläne für den Vormittag über Bord werfen muss. Andere könnten das aber als gute Nachricht werten: Sie hat Arbeit und wird gebraucht. Alles eine Frage der Lesart.
Also ist es doch Absicht, daß in den Nachrichten der großen Medien nur schlechte Nachrichten mitteilenswert sind?
Unter anderem deshalb frage ich ja, ob wir die guten Nachrichten nur nicht mehr wahrnehmen …
Und Dein Aber-Einwand ist natürlich völlig richtig.
Ich habe das auch so empfunden, dass ich fast nur schlechte Nachrichten gehört habe, wollte mich aber davon nicht beeinflussen und ängstigen lassen – also schaue ich so gut wie keine Nachrichten mehr. Ist vielleicht auch nicht der richtige Weg. Doch wenn es dann tatsächlich eintrifft, die prognostizierte Gefahr, werde ich sie schon lfe mitbekommen. Und dann retten mich 5 kg angehamsterte Lebensmittel auch nicht mehr, wenn es keine Energie mehr gibt, um sie zuzubereiten.
Also mal ehrlich: Wer richtig hamstert, der hat auch einen Spiritus- oder Gaskocher bei den Vorräten (und Wasser).
Und damit schiebst du dann dein Verhungern um einen Monat nach hinten – und was habe ich dann davon?
a) Wozu dann hamstern? und b) Einen Monat Leben – klar, das ist nicht viel; aber Freunde von mir wären über einen weiteren Monat froh (gewesen) …
Ich bleibe dabei, ich hamstere nicht – auch wenn ich 6 Monate rausholen würde!!!
Das habe ich auch nicht angenommen. Ich denke übrigens ebenso wie Du bei der Hamsterei (auch, wenn ich prinzipiell – allerdings durch meine Depression bedingt – immer genug Essen für zwei Wochen im Schrank habe, weil ich bei akuten Schüben eben nicht rausgehen kann).
Depressionen sind zwar schlimm, aber eben doch noch kein Krieg und auch nicht für alle zutreffend. – Ich glaube, ich könnte notfalls mit Wasser und Energie ein paar Tage überleben.
… und Tabletten, die aus jeder Pfütze trinkbares Wasser machen … 😀
Damals bei der NVA haben wir das mal probiert: Trinkbar schmeckt anders. Es war – naja, weniger gesundheitsschädlich, aber völlig ungenießbar, schmeckte einfach nur nach Chemikalien.
Wir haben das auch probiert. Unsere Jungs hatten das – sagen wir mal- geborgt. Genau wie Dauerbrot. Das wurde immer mehr im Mund. 😀
Oaaaar – die Atomkekse in der flachen Blechdose ond Brot aus Weimar in 720-ml-Konservendosem …
Hunger!
Nachrichten schauen tu ich fast gar nicht mehr.
Ich höre sie nur im Radio, da plätschern sie vorbei, einiges bleibt in der Erinnerung, vieles ist sofort wieder weg.
Da doch lieber die privaten Meldungen, die oft recht gut und ermunternd sind.
Reblogged this on Blog des Germanys next Bundeskabinetts und kommentierte:
Ein gutes und wichtiges Thema. Danke, lieber Emil
Ohne die anderen Kommentare gelesen zu haben würde ich sagen, zu viele schlechte Nachrichten. So viele, sodass man sie nicht mehr wirklich wahr nimmt. Man gewöhnt sich so daran, sodass man sich nicht mehr darüber Gedanken macht, wenn es wieder mal hier oder dort weiß Gott wie viele Tote gegeben hat. Kein Wunder, dass die Menschen in ihrem Mitgefühl immer mehr abstumpfen.
LG Gabi