Worüber Protagonisten so nachdenken.
In seinem Kopf rezitiert eine eindringliche Stimme ein sehr altertümlich klingendes Gedicht. Nein, nicht mittelhochdeutsch, aber alt. Es geht um ein Blümelein, in das Eins hineinwandern soll, fürbaß schreitend, nicht flanierend. Er schafft es aber nicht, sich mehr als einzelne Worte daraus zu merken. Schwierig zu verstehen ist die Stimme; ein Bemühen um hochdeutsche Aussprache ist zu ahnen – aber es bleibt gesprochener Dialekt. Einer, den er mit Sicherheit nicht kennt. Aus dem süd- oder südwestdeutschen Sprachraum. Es ist nicht Bärndüütsch, denn er bildet sich ein, das erkennen zu können. Woher nimmt sein Kopf nur diese Sprachmelodie? — Wahrscheinlich hat er die vor vielen Jahren einmal im Fernsehen aufgeschnappt, nebenbei, ohne überhaupt zu merken, daß da ein besonderer Dialekt zu hören war.
Mag sein, er hört es grad zum zwölften Male.
Erinnerung des Tages:
Die Wirtin und Eigentümerin eines Hotels in Koblenz mühte sich einmal redlich ab, mir das Kowwelenzer Platt nahezubringen.
Mit einem Danke fürs Lesen schleiche ich mich davon.
P.S.: Zufrieden machten mich am 25.01.2026 bisher: aufgeschriebene Gedanken, Kartoffeln mit Quark und Leberwurst.
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(Namensnennung, keine kommerzielle Verwertung, keine Veränderung).

