Das ist mein 16. Blog-Adventskalender. Beim Schreiben denke ich oft an die, die krank sind oder Unterstützung benötigen, an alle, die einsam oder allein sind. Möge allen Menschen eine im wahrsten Sinne des Wortes wundervolle Weihnachtszeit beschieden sein. Meine Kerzen brennen auch in diesem Jahr für alle Menschen und Tiere, vor allem für die, die Hoffnung und Trost brauchen, und für die, die Freude an dieser Zeit haben.
Ich bin manchmal altmodisch, sogar ewiggestrig mit meinen Marotten.
Nachher sitze ich, wie seit Jahren schon, allein am Tisch. So zwischen Acht und Neun. Vor mir Kaffee und Spekulatius und mein Adventsleuchter, auf dem heute, am 2. Advent zwei Kerzen brennen. Ja, ein Leuchter. In Bogenform. Irgendwo hier im Blog ist er zu sehen – ach ja, dort: im 17. Türchen von 2016. Ich habe keinen Adventskranz und kein Adventsgesteck. Früher, ja, früher habe ich manchmal sogar selbst einen Kranz gebunden. Aber da stand im Garten am Haus auch ein Nadelbaum, der das notwendige Reisig dafür gab. Seit in einem Jahr ein solcher Kranz in einem kurzen unachtsamen Moment in Flammen aufging, habe ich nur noch den bzw. einen Leuchter. Aber der ist für mich nicht weniger weihnachtlich als ein Kranz oder Gesteck.
Natürlich erinnere ich mich in jedem Jahr an all die verlorengegangenen Dinge, die zur Adventszeit dazugehörten: der Weihnachtsberg im Blumenfenster bzw. als Fuß für den Weihnachtsbaum, das schwere Stanniol-Lametta. An all die Vorbereitungen, die für das Fest notwendig waren: Mandeln schnappen und mahlen, eben jenen Weihnachtsberg aufzubauen, die Männlein zu putzen und zu reparieren. Räucherkerzen anzünden, in die Flammen der Kerzen sehen. Schon als kleiner Junge auch Kerzen anzünden, mit Streichhölzern, immer wieder. Das mache ich übrigens heute noch (bis auf seltene Ausnahmen): Kerzen mit Streichhölzern, nur mit Streichhölzern anzuzünden. Jede Kerze mit einem eigenen Streichholz. Ja, es gibt einen Grund dafür: Seemänner und durchgefärbte rote Kerzen. Irgendwann werde ich der letzte Mensch sein, der noch Zündhölzer, Schwefelhölzchen, Streichhölzer benutz, obwohl ich auch genügend Benzin- und Gasfeuerzeuge (zumeist sogar mit Sturmflamme) habe und sogar eines dieser per USB aufzuladenden mit einem Lichtbogen. Aber mit dem, das schwöre ich, habe ich noch nie eine Kerze angezündet.
Wahrscheinlich werde ich etwa neun Uhr heute beim Kaffee am Morgen sitzen. Mit Lebkuchen und Spekulatius, den ich in den Kaffee tunke. Ich hoffe, daß er nicht als Schlamm in der Tasse versinken wird, habe aber vorsichtshalber einen Telöffel bereitliegen. Die zwei Adventskerzen werden brennen, es wird nach ausgeschütteltem Zündholz riechen. Und wenigstens ein Neudorfer Weihrichkaarzl wird seinen Duft verströmen. An der Zimmerdecke hängen der Herrnhuter Adventsstern und die Lampe, die bei meinen Großeltern im Haisl hing. Die hängt aber schon seit Jahren immer da, denn sie ist ein Erinnerungsstück an meinen Großvater, der sie geschnitzt hat. Wie gerne würde ich noch einmal Advent und Weihnachten mit ihnen und all den Dingen aus meiner Erinnerung erleben.
Und darf ich einmal neugierig sein? Womit habt ihr heute die zwei Adventskerzen entzündet: Mit einem Feuerzeug, mit einem Streichholz? Oder gar mit einem Kienspan? (Ich weiß, die allerwenigsten wissen noch, was ein Kienspan ist.)
Gestern weggegeben bzw. entsorgt:
Als ich unterwegs war, stellte ich sieben Bücher in einen Öffentlichen Bücherschrank.
Ich schleiche mich davon und wünsche eine schöne Advents- und Weihnachtszeit.
P. S.: Gestern, am 6. Dezember 2025 war ich zufrieden mit der Überraschung im anderen Adventskalender, mit einen kurzen Schwätzchen auf dem Weihnachtsmarkt, mit einem Lacher, den mir Glattauers Weihnachtshund bescherte.
© 2025 – Der Emil. Text unter der Creative Commons 4.0 Unported Lizenz
(Namensnennung, keine kommerzielle Verwertung, keine Veränderung).


@deremil Wie schon seit vielen Jahren: Ich komme nicht in Weihnachtsstimmung, nichts liegt mir im Moment ferner, als Kerzen anzuzünden. Frühestens wenn die Rauhnächte beginnen, ist mir danach, dann gehe ich manchmal mit Räucherbündel in Garten und Wiesen. Angezündet mit Feuerzeug – immer und alles. Aber ich hab den Streichholzrauch gerochen, als ich deinen Text las.
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Streichhölzer. Streichhölzer! Sowohl für Kerzen als auch Zigaretten.
Ich gehöre noch zur Raucherfraktion und bin irgendwann vor ein paar Jahren angesichts der Mengen an Einwegfeuerzeugen, die nicht nur ich dadurch verbrauche, auf Streichhölzer umgestiegen. (Mit dem Nachfüllen bin ich nie klargekommen.) Mein Problem jetzt: Nachschub. Ein Laden nach dem anderen (Drogerien und Supermärkte) hat die einfachen kleinen Streichhölzer ausgelistet, es gibt dort nur noch die größeren und Kaminhölzer – was ich für eine Zigarette für Verschwendung halte. Verd…., ich wohne in einer Großstadt!
Aber Kerzen werden immer mit Streichholz angezündet! Noch hab ich welche…
Ich habe mehrere Zippos, als Raucher, und außerdem immer eine oder zwei Schachteln Zündhölzer im Rucksack. (Und noch immer höre ich das Jüngelchen, das mich nach Feuer fragte, beim Anblick der Streichhölzer sagen: „Alta, willste mich verarschen?”)
Oh je, das mit den Seeleuten wusste ich nicht. Eigentlich bin ich nicht abergläubisch, andererseits liebe ich aber die See und die Seeleute, und der Gedanke, dass ein einzelnes Streichholz eine kleine, brüchige Verbindung sein soll…. Der einzige echte Seemann, den ich kannte, ist allerdings schon seit 21 Jahren tot.
Das wurde auch immer gesagt, wenn einer sich ’ne Kippe an der Kerze anzuzünden anschickte … Dann stirbt ’n Seemann …
@deremil natürlich nur mit Streichholz!!
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Es gibt (fast schäme ich mich, es zu gestehen) eine Ausnahme: Die Kerze in meiner Markt-Laterne. Für die nutze ich ein Stabfeuerzeug (weit unten drinnen und sehr eng).
@deremil das bist ja dann nicht du, sondern der Mönch☝🏻
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Nachdem der Marktmönch sich die Pfote verbrannt hat, tat das aber auch mir weh …
@deremil 😁
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ich habe gar keine Kerzen entzündet. Und werde es auch im Laufe des Tages nicht tun. Dafür aber einen Kamin. Mit Streichholz.
Hach. Kamin. Irgendwann in meinem Leben möchte ich an einem brennenden offenen Kamin sitzen …
Kerzen anzuzünden habe ich mir vor langer Zeit abgewöhnt, nachdem tobende Kinder den Adventskranz mal vom Tisch gefegt hatten. Meine Katzen waren da auch nicht zimperlich. Das ist jetzt alles vorbei, aber meine Angst vor offenem Feuer ist geblieben.
Meine Großmutter hatte einen alten Küchenofen. Wenn sie eine Kerze anzünden wollte, öffnete sie einen in die Herdplatte eingelassenen runden Deckel und entnahm mit dem bereitliegenden Kienspan Feuer. Danach wurde der Span sorgfältig ausgepustet und wieder an seinen Platz gelegt.
Ich sehe meine Oma jetzt vor mir, in ihrem langen Rock, mit der vorgebundenen Schürze und den zu einem Zopf geflochtenen und im Nacken zu einem Knoten zusammengesteckten grauen Haaren. Und ich hockte gerne als Kind auf der alten Fußbank neben dem Ofen.
Danke für‘s Erinnern.
Sei mir nicht bös, aber: War das wirklich Kienspan oder eher wie bei meinen Großeltern ein sehr dünnes Stück Holz?
Nein, es war Kienspan. Und das duftete nach dem Harz. Meine Oma kaufte das immer, einmal im Jahr.
Wow. Ich weiß zwar schon lange, was das ist, hab es aber erst nach 1990 mal in einem Baumarkt und noch später auf einem Mittelaltermarkt gesehen.
Kerzen entzünde ich mit dem, was gerade näher zur Hand ist, aber meist mit Streichhölzern, und, so altmodisch bin ich, ich möchte dass unser 7jähriger das lernt. Den Umgang mit Kerzen und Feuer. Ich glaube, das ist wichtig, um so etwas wie Respekt vor den Elementen und Achtsamkeit zu lernen,